AD&D 2E-Klon in der Mache…

… „ENDLICH!“ werden einige sagen, gibt es doch Clown-Systeme für so ziemlich jede D&D/AD&D-Version außer derjenigen, die in Deutschland wohl die meisten Anhänger hat – nämlich der 1989 erschienenen 2. Auflage von AD&D. Zufälligerweise weiß ich, dass es da doch einige Menschen in Deutschland gibt, die sich sehr dafür interessieren werden – zumal die Regelwerke (gerade das Spielerhandbuch) in der letzten Zeit nur noch selten unter 15 oder 20 Euro zu erhalten sind und die Tendenz steigend ist.

Der User „Dr. Watson“ aus dem Goblinoid Games Forum hatte dieses Projekt schon länger angekündigt, aber jetzt scheint er aus dem Quark zu kommen. Aber lest selbst.

Das Teil wird „Black Book Advanced Compendium“ heißen und auch auf dem Grundregelwerk von Labyrinth Lord basieren, was den Weg zur Weltherrschaft ebnen wird, da im Januar ohnein schon das „Advanced Characters Compendium“ von Goblinoid Games erscheinen wird, welches AD&D 1E emuliert.

Ich tippe schwer, dass das der Todesstoß für OSRIC sein könnte.

Zurück zum BBAC: Wie der Name verrät. orientiert sich der gute Doktor an der inoffizell AD&D 2.5 bezeichneten Version mit den schwarz umrandeten Covern und er scheint mit dem Schreiben ordentlich voranzukommen.

Auch von diesem Buch wird es einen Gratis-Download geben – allerdings ohne Illustrationen und schnickschnackiges Layout.

Pool of Radiance

Entschuldigt bitte, aber mich überkam gerade wieder ein Retro-Anfall und ich habe mir soeben „Pool of Radiance“, das erste AD&D-Spiel von TSR/SSI aus dem Jahr 1988, auf meinem Desktop-Rechner installiert. So etwa alle zwei Jahre gönne ich mir nochmal das Vergügen, die monsterverseuchte Stadt Phlan an der Mondsee in den Vergessenen Reichen von der Plage das Tyranthraxus zu befreien.

Von der Story, der Spielbarkeit und dem Schwierigkeitsgrad ist es für mich auch 21 Jahre später noch das ideale Computer-Rollenspiel. Um es mal modern auszudrücken – die Gegend um Phlan herum ist eine perfekte „Sandbox“ für die Abenteurergruppe, die der geneigte Spieler durch das Spiel steuert.
Es gibt zwar einen roten Faden und eine End-Aufgabe, die man lösen muss, aber abgesehen von kleinen Einschränkungen zu Beginn, kann man sich innerhalb der Stadtteile und auch in der gesamten Region frei bewegen und einfach seiner Neugier nachkommen – natürlich gibt es auch jede menge Aufträge, die zwischendurch zu erledigen sind, aber die habe ich immer eher als „Richtlinien“ betrachtet.

Als heißen Tipp kann ich euch Dragonbait’s Pool of Radiance Page empfehlen – die ist klasse und zeigt mit Screenshots wie sich der große Meister durch das Abenteuer gekämpft hat. Als kleinen Bonus gibt es noch einen Link zum Schrifttyp, der bei den Spielen der Gold Box-Serie verwendet wurde – Welklasse!

Wenn ich nicht gerade am Interview mit Jeff Grubb und der Rezi von Pathfinder sitzen würde, hätte ich gute Lust das Spiel an zwei Tagen durchzuspielen. Wenn man nicht unbedingt die Schrift während der Kämpfe lesen muss, dann benötig man nicht einmal Dosbox, um das Ding zu spielen.

P.S.: Wer es darauf anlegt, wird sicher auf irgendeiner Abandonware-Seite fündig und kann sich das Spiel kostenlos runterladen. Versucht dann noch an das Heftchen mit „Journal Entries“ zu kommen, das sind kleine handout-Schnippsel, die zwar nicht überlebenswichtig sind, aber den Spielspaß enorm steigern.

Gut, ich helfe euch mal. Hier ist der Link zu allen möglichen Downloads und Co. zu Pool of Radiance und hier ist die Hauptseite mit allen möglichen klassischen Computer-Rollenspielen…

ETW0 – Ein Mythos wird entmystifiziert!

Ich lese immer wieder in Foren wie bescheuert und sowieso völlig unverständlich dieser ETW0 eigentlich ist – ein Relikt aus Tagen, in denen Rollenspiel wegen Werten wie diesem gar nicht funktionieren KONNTE…

Forschen wir doch mal etwas nach – wofür steht er eigentlich?
Erforderlicher Trefferwurf um RK 0 zu treffen

Im englischsprachigen Bereich ist es übrigens der ThAC0 – To hit Armor Class 0 – auch nicht viel eingängiger.

Immerhin haben wir geklärt, was dieser Wert will – er gibt eine Zahl an, die geworfen werden muss, um einen Gegner mit Rüstungsklasse 0 zu treffenWie aber ergibt sich dieser Wert, der erstmals in ADVANCED DUNGEONS & DRAGONS 2E aufaucht?
Er is in einer Tabelle abzulesen, die sich beispielsweise im Spielerhandbuch der 2. Edition auf Seite 96 findet. Netterweise wird der Mechanismus in unmittelbarer Nähe (Seiten 94 und 95) geduldig erklärt – und zwar absolu idiotensicher, es besteht also kein Grund ihn nicht verstehen zu wollen oder zu können:

„Der erste Schritt bei der Abwicklung eines Kampfes ist die Ermittlung des Wertes, der erreicht werden muss, um den jeweiligen gegner zu treffen. Dazu zieht man die Rüstungsklasse des Gegners vom ETW0 des Angreifers ab (bei einem negativen RK-Wert wird dieser natürlich zum ETW0 addiert). Der Angreifer muss den so errechneten Wert mit 1W20 mindestens erreichen, um zu treffen.“

Gar nicht so schwer, oder? Hier ist es auch völlig Wurscht, ob ich jetzt einen traditionellen Rüstungsklassewert habe, oder einen mit aufsteigender Rüstungsklasse, das ist reine Gewöhnungssache – PRIMA! Da habe ich ja gleich noch gegen die Mechanismus-einheitlich-Gestalter geschossen, die immer von „gebrochenen“ und „unspielbaren“ Regeln faseln. Der Blog-Eintrag lohnt sich ja wirklich!

Gut, der Ausdruck tauchte erstmals in der 2. Edition von AD&D auf – aber was, bitte sehr, haben denn D&D/AD&D-Spieler vorher gemacht?!?

Genau das Gleiche! Es hieß nur nicht so!

Gehen wir mal zu AD&D 1E – hier hatte der Spielleiter die Kontrolle über die sogenannten Angriffsmatrizes (ich hoffe mal das ist der Plural von „Matrix“.) Diese Marix ist vom Prinzip her völlig identlisch mit den Tabellen, die den Spielern in der 2E zur Verfügung stehen, um ihren EW0 zu errechnen.
Es sieht halt nur deutlich unübersichtlicher aus, wenn man pro Charakterklasse eine Tabelle mit den Achsen „Rüstungsklasse des Gegners“ und „Stufe des Charakters“ hat. Diese Matrix sieht zwar jeweils beeindruckend aus, aber sie sind auch für mahematisch weniger begabte Spieler und Spielleiter praktisch, da hier direkt der Wert abgelesen werden kann, der erforderlich is, um einen Gegner zu treffen – aber auch damals haben wir uns für jeden Charakter einfach den Wert auf den Charakterbogen geschrieben, den er werfen muss, um Rüstungsklasse 0 zu treffen, da wir zu faul waren, um jedes Mal in den Tabellen nachzuschlagen.

Diese Matrix für jeden Charakter finden wir auch bei Classic D&D, ja sogar in der ursprünglichen Fassung aus dem Jahr 1974 – ich habe extra für diesen Eintrag nochmal meine „Weiße Box“ geöffnet und Book 1 durchgeblättert.

Um es also mal auf den Punkt zu bringen: Der ETW0 war als Erleichterung gedacht, da man so nur einen einzigen Wert auf dem Charakterbogen notieren muss, mit dessen Hilfe man für jeden Gegner errechnen kann, was geworfen werden muss, um ihn zu treffen. Eigentlich genial einfach, oder?

AD&D 2E – Wir waren dabei!

Ich habe gerade heute morgen wieder viel Spaß dabei gehabt in Foren zu wühlen und zu lesen, was diejenigen zur zweiten Edition von AD&D zu sagen haben, die dabei waren und gar am Entstehungsprozess beteiligt waren.

Besonders geballt findet man diese Informationen in zwei Threads in den Foren von Dragonsfoot und dem Knights and Knaves Alehouse. Vielleicht sollte ich kurz erklären warum die Autoren der zweiten Edition in diesen beiden Foren (speziell im KnK-Forum) nicht gut wegkommen:

AD&D 2E wird von den Old-Schoolern gerade im amerikanischen Raum als eine „Nicht-gerade-Weiterentwicklung“ von AD&D 1E angesehen, die einzig und alleine den Zweck verfolgt, dass Gary Gygax, den man gerade aus seiner eigenen Firma gejagt hatte, keine Tantiemen mehr zahlen musste.

Hier ist also Lesematerial für ein paar nette Stunden:

Bei Dragonsfoot gibt es einen Question and Answer-Thread mit David „Zeb“ Cook.

Im KnK-Forum gibt es eine Diskussion mit Mike Breault (unter dem namen Zotster), der versucht Zeb zu verteidigen.

Wenn ihr jetzt noch alle Links in den Threads verfolgt, seid ihr ganz sicher den kompletten Sonntag gut unterhalten. Viel Spaß!