Was tut der alte Mann so?

Mir ist eben aufgefallen, dass die letzten Artikel aussehen wie vom Uhrwerk-Hauspostillon, daher könnte ich mal kurz anreißen, was hier im Seifenkistenkeller derzeit alles so ansteht.
Neben ca. 55 Englisch-Arbeiten und mindestens ebensovielen kleinen Tests in ev. Religion und Englisch, die einer Korrektur harren, einem äußerst geschmeidigen Laufdress, das gleich die Sonne sehen will, 2 Hunden, die gerne das tun möchten, was Hunde so tun – und zwar mehrfach täglich – und einer Familie, die mic hgerne ab und zu mal sieht, liegt derzeit das hier an…
  • Vorgestern gegen Nachmittag habe ich eine kleine Fingerübung für Prometheus auf die elektronische Reise geschickt – ein Rippers-Abenteuer, das ihr vielleicht demnächst mal irgendwo sehen könnt.
  • Vorgestern um 22 Uhr habe ich ein SpacePirates-Abenteuer an den Würfelheld geschickt, um noch an der Nikolausi-Preisverleihung des OPC-Wettbewerbs teilzunehmen.
  • Derzeit versuche ich endlich, endlich das AD&D 2 Spielleiterhandbuch zu rezensieren, damit die Besprechung endlich im DnD-Gate erscheinen kann. Und ist die abgefrühstückt, muss ich mir unbedingt die Traveller-Taschenversion genauer ansehen – aus demselben Grund. Zu Letzterer kann ich auf jeden Fall schonmal sagen: „Mein Gott, ist die klein!!!“
  • Auch der GRT (Gratisrollenspieltag) ist mittlerweile in trockenen Tüchern und ich muss unbedingt eine Mail an die Verlage raushauen und einen Eröffnungsbeitrag für die Homepage formulieren.
  • Seeschlachtenregeln für LL auf nur einer Seite wären eine tolle Sache – vielleicht kriege ich das auch heute noch hin. 
  • Ach ja – ganz vergessen. Im Laufe des heutigen Sonntags wollte ich noch meinen Beitrag zu „Wunsch ist Wunsch“ fertigstellen, den Hundopus.
… ihr seht schon, mein Sonntag wird bestimmt nicht langweilig.

[AD&D 1] The Tomb of Horrors

Ich hatte im DnD Gate-Forum eine etwas längere Antwort angekündigt – und zwar auf eine Rezension zum Dungeons of Dread-Sammelband.

Ich möchte mich hier auf Tomb of Horrors kaprizieren, denn hier wird die Kritik – und meine Replik – besonders deutlich.

(Wobei ich vorher anmerken möchte, dass ich die Wertung von 4.0 recht passend finde – die Besprechungen der Abenteuer lassen allerdings eher 2.5 oder erwarten.)
Speren erkennt hier völlig richtig, dass das Abenteuer eine Herausforderung für die Spieler ist – und nicht für die Charaktere. Absolut richtig. Wenn er jetzt noch darauf hingewiesen hätte, dass es sich hier um ein Turniermodul handelt, wäre ich komplett zufrieden gewesen.
Das Abenteuer war niemals dafür gedacht in einer regulären Kampagne eingesetzt zu werden – wer das als Spielleiter tut ist ein Sadist, ein Arschloch oder ganz einfach nur ein Idiot. 
Das Modul dient dazu, die Spreu vom Weizen zu trennen. Jeder Raum, den man erreicht, ist ein Sieg – ein Sieg gegen den Spielleiter, gegen das Abenteuer und gegen die anderen Gruppen, die das Abenteuer bestreiten. Und dieser ist umso wertvoller, je härter er „erkämpft“wurde.
 
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Schaffen eines Gemeinschaftsgefühl. So wie DSA-Spieler seit etlichen Jahren eine gemeinsame Basis haben, wenn sie erzählen, wie es bei ihnen den Sieben Gezeichneten ergangen ist, so haben (A)D&D-Veteranen „schöne“ Erinnerungen daran, wie sie ihren Arm in das Maul gesteckt haben, direkt am Anfang in den falschen Eingang marschiert sind oder der Juggernaut die ganzen Gefolgsleute zermanscht hat. Apropos – hier mal ein Link zu einer schönen „zusammenfassenden Karte“.
Und all dies bedeutet keinesfalls, dass man es heute nur noch ins Regal stellen kann. Mit Spielern, denen die Grundvoraussetzung klar ist, ist das Abenteuer immer noch ein Kracher – ich habe es in den letzten 5 Jahren bestimmt sieben- oder achtmal geleitet und es hat immer ordentlich gerockt.
Word!

[Unterschätzte Monster] Pool of Radiance – sprich: Forgotten Realms: Mondseeregion

Heute nehmen sich Frank Ditsche und ich mal ein paar klassische AD&D 1-Monster vor, denen man im besten Computer-Rollenspiel aller Zeiten – Pool of Radiance – begegnet.
(Als Tipp für Menschen, die zu spät geboren wurden – Aulddragon hat bei Youtube ein geniales „Let’s Play“ in 50 Teilen, in dem er sich einmal komplett durchwurschtelt. Sehr ansehenswert.)
In anderen Worten: Wir befassen uns mit ein paar klassischen Monstern der Forgotten Realms – der Vergessenen Reiche.
Beginnen wir mal „klein“ – in den Slums von Phlan begegnet man zuerst Kobolden, Goblins und Orks. Nehmen wir uns doch aus dieser Liste die mickrigsten Würmer vor:
Moritz: Beginnen wir doch mal klassisch – was für Erinnerungen hast du an Kobolde?
Frank: Nicht viele – ausser das man bei Pool of Radiance so sch
ön viele Mehrfachangriffe geegn sie machen konnte.
Moritz: Ja, die AD&D 1-Regel war super. Man konnte so viele Monster mit
weniger als 1 Trefferwürfel angreifen, wie man als Stufe hatte. Das
waren bei späteren

Gelegenheiten auf Stufe 6 oder 7 schöne
Schlachtfeste, wenn man den kleinen Schlawinern in der Umgebung von
Phlan begegnete. Verwendest du als Spielleiter Kobolde?

Frank: Ich habe schon ewig nicht mehr geleitet. Aber klaro.
Moritz: Ich liebe es ja, die Kobolde als kleine fise Kerlchen mit gewisser
Bauernschläue anzulegen. So verschanzen sie sich in ihren Bauten sehr
trickreich mit vielen Fallen und Gimmicks. Bei PoR sind sie ja (leider)
mehr Schlachtvieh. Sonst noch Anmerkungen zu den winzigen Schlawinern?
Frank: Hehe, war ja klar. Ja, kann man viel machen. Ne, eigentlich nicht.
Moritz: Okay, dann gehen wir mal weiter. Direkt in den Slums ist – in der Old Rope Guild – ein Raum mit Trollen ein?
zwei Ogern und 4 Trollen. Ziemlich fies, da die Gruppe zu diesem Zeitpunkt allermaximalst die 2. Stufe erreicht hat. Natürlich kann man sich den Raum auch für einen späteren Zeitpunkt aufheben, wenn man selber mächtiger ist,aber dann bekommt man auch die fette Belohnung für das „Säubern“ der Slums erst später. Was fällt dir zu

Frank: Fies, fies, fies, weglaufen, weglaufen, weglaufen. Habe die ja immer auf
unteren Stufen getroffen. Regenerieren wie blöde. Und immer Fackeln
benutzen. 
Moritz: Bei PoR gab es in diesem Kampf ein paar Kniffe. So musste man versuchen, die Oger zwischen

sich und den Trollen zu halten, da sie weniger Angriffe hatten – aber leider auch ordentlich reingeknallt haben. Hatte man einen Troll besiegt, musste man einen Charakter auf die Stelle stehen, wo der Troll gestorben war. Dann konnte der Computer ihn nicht nach ausreichender Regeneration wieder dort erscheinen lassen.

Frank: Immer dieses Rules Lawyering – jetzt auch schon in den Computerspielen.
Moritz: Man hatte aber auch sonst echt keine Chance. Ich habe ja als letzte Spieler-Erinnerung an Trolle das Folgende. Und in meiner kleinen Phlan-Kampagne mit meinen Spielern habe ich die gleiche Erfahrung gemacht, wie du schilderst. Zuerst sind sie weggerannt, haben sich neu organisiert und versucht mit einer Strategie um die Ecke zu kommen.
Frank: Hehe.
Moritz: Sagen dir Ankheg was? Die konnte man bei PoR in den Sümpfen im Nordwesten von Phlan
antreffen.
Frank: Ja, kenne ich.
Moritz: … und?
Frank: Da habe ich keine Anekdote zu. Ich krame mal den Eintrag raus.
… Stunden später: Ein Monster, bei dem man hoffen muss, dass der SL es nicht ganz so fies einsetzt.
Es gräbt
sich ein, und greift dann von unten an. 1W6+2 TW, guter ETW0, und dann
noch 3W6 plus 1W4 Schaden. Da ist schnell Schicht im Schacht aus dem er
kommt.
Glücklicherweise ist mir das Ding noch nicht begegnet, aber vielleicht kannst du uns ja was erzählen.
Moritz: Ich habe extra nochmal nachgesehen – die Werte sind mit denen von AD&D 1 (auf dem PoR ja basiert) identisch. Auch da haben sie ordentlich reingehauen. Gerade beim ersten Zusammentreffen habe ich mich richtig erschreckt, als sie einfach aus dem Nichts auftauchten und in einer Überraschungsrunde mal amtlich unter meinen Leuten aufgeräumt haben. Und dann gab es noch einen kompletten unterirdischen Bau mit haufenweise von den Biestern – und die Schätze, die sie hatten, waren eher mickrig.
Für mich sind das so eine Art Proto-Thri-Kreen und außerdem sind sie denkwürdig, da sie direkt das zweite Monster im englischen AD&D 1 Monsterhandbuch 1 sind – nach dem Aerial Servant…
Frank: Wirklich? Gleich mal nachschauen.
Moritz: Während du nachsiehst, kannst du dir schonmal was zu Riesenskorpionen überlegen. Die kann man mit etwas Pech sehr früh im Spiel – auf Thorn Island treffen – uns später nochmal in Cadorna’s Textile House, wenn die Gruppe deutlich mächtiger ist, aber die Biester noch ebenso tödlich…
Frank: Harte Viecher. Drei Angriffe, Save or Die, Maximalschaden 24. Wow.
Moritz: Ja. Bei PoR hast du ja als maximale Stufe 8 – da sind deine Rettungswürfe auch gegen Ende nicht so gefestigt, dass du einen Stachelstich von den Jungs locker wegstecken würdest. Und ich erinnere mich dran, dass die Kämpfe im Spiel zwar räumlich begrenzte Zufallsbegegnungen waren, dass diese aber auf jeden Fall „irgendwann“ mal vorkamen und nicht zu umgehen waren. Sehr ärgerlich und ein Quell so manchen Save Game-Nachladens.
Lass uns mal überlegen, was wir als nächste Folge bringen.

[Unterschätzte Monster] Athasische Monster

DS in der ersten Auflage (1991)

Es ist mal wieder an der Zeit, dass ich mich bei Facebook
mit Frank Ditsche über ein paar Monster austausche:

Frank: Für die heutige Folge hat Moritz das Thema Dark Sun (für Nicht-Eingeweihte, ein Setting für AD&D 2)
gewählt, wobei er da eher in seinem Element ist als ich (wie war das mit dem
Dark Sun Abenteuer, wo du die Notizen verloren hast?). Ich erinnere mich noch,
als ich zum ersten Mal von Dark Sun gehört habe – ein Freund sagte, er habe
sich die Box gekauft, und dass die Attributswerte der Charakter über 18
hinausgehen, es neue Klassen gäbe, und man könne sogar Monster spielen. Damit
hatte Dark Sun zumindest in unserer Vorstellung schon gewonnen – wir verschlangen
damals die Klassenbücher regelrecht, und nutzten auch sonst jede Gelegenheit,
ein paar Vorteile zu bekommen (ich sage nur Klassenpunktesystem, in DMG der 2nd
Edition). Dazu kam dann noch das tolle Artwork von z.B. Brom und anderen. Damit
konnte sich Dark Sun bei uns als eine der interessanteren Welten behaupten. Wir
werden uns heute daher mal ein paar der sich
dort tummelnden Geschöpfe
anschauen, und ich hoffe, dass es möglich ist, auch ein paar tolle Bilder
einzubinden, ohne in Teufels Küche zu kommen.
Moritz: Nun, ich werde mich wohl mit Links begnügen und auf
die Bilder verzichten…
In der Tat habe ich in den späten 90ern während des Studiums
in Köln einige Jahre lang fast ausschließlich Dark Sun gespielt und geleitet.
Das Abenteuer, auf das du anspielst, hieß (glaube ich) „Der Azurne Turm“ und
war von dieser Illu inspiriert.
Kommen wir aber zu den Monstern – Frank, sagt dir der „Kank
etwas? Die Biester sind ja die insektoiden „Pferde“ das Settings und die Basis
einer jeden Karawane durch die Einöden von Athas.
Frank: Ja, ich erinnere mich dunkel.
Moritz: Die Biester schmecken zwar sicher nicht so gut wie Pferde, können ihre Reiter aber sicher besser verteidigen.
Frank: Allerdings. Es tauchen aber auch gleich mehr davon auf, 50-500. Das will
man nicht erleben. Übrigens – es tut irgendwie mal wieder gut, THAC0 zu
lesen. Ich oute mich da mal.
Moritz: Ich habe da auch keine Probleme mit – aber neben ihrer Wehrhaftigkeit sind sie immer noch wichtig wegen ihrer Geleebälle, die sehr nahrhaft sind und in einer so „unforgiving“ Welt mit knappen Nahrungsressourcen sind sie immer ein wichtiges Ass im Ärmel.
Frank: Interessant. Das hätte ich fast überlesen – mittlerweile ist man es ja
nicht mehr gewöhnt, bei D&D mehr als die Werte zu lesen. Die sehen aber so fies aus, ich wollte da nicht drauf reiten.
DS revised (1995)

Moritz: Stimmt, aber gerade Dark Sun lebte ja von der Mischung aus den Beschreibungen und den geilen Brom-Illus. Ein weiteres Plus war das gekonnte Spielen mit Klischees und gängigen Fantasy.

-Erwartungen, die dann brutal enttäuscht wurden – wie beim nächsten Monster, dem abtrünnigen Halbling.
Frank: Wieso warst du enttäuscht?
Moritz: Nicht ich – meine Erwartung von haarfüßigen, pfeiferauchenden
Schmerbäuchen hat mal so richtig auf die Fresse bekommen. Was sich nicht
direkt so anhört, aber absolut positiv gemeint ist.
Frank: Ach so. Ja, die machten schon mehr her als in anderen Settings, da hatte man richtig Lust, einen Halbling zu spielen.

Moritz: Vor allem waren es fiese Menschenfresser und diese abtrünnigen Stämme haben mit ihren Psi-Krägten ordentlich den Boden mit vielen meiner Gruppen aufgewischt. Die hatten fast schon behandlungswürdige Halblingsphobien,als wir mit Dark Sun „fertig“ waren.

Moritz: Ein Monster, das bei mir in jeder Wüstenbegegnungstabelle stand und demnach oft genug zum Einsatz kam, war die Kristallspinne – sagt dir die auch noch was?

Frank: Das Bild schon, das ist sehr bekannt.

Moritz: Besonders brutal kommt bei denen immer der Licht-Angriff. Wenn sie die Gruppe überraschen und sich somit eien Runde vorbereiten können, haben sie +4 auf den Trefferwurf und machen dann aus der Entfernung sportliche 3W6 Schadenspunkte. Für 4 TW-Monster sehr sportlich! Lässt sich auch erzählerisch schön einbinden, so ein plötzlicher Laserangriff und dann die im Sonnenschein glitzernde Spinne auf dem nächsten Hügel…

DS 4E (2010

Frank: Ja, geil, und Save or Die!

Moritz: Und 20 Schadenspunkte bei geglücktem Rettungswurf werden auch nicht jeden Spieler begeistern.

Frank: Genau. Auch sehr fies ist, einfach mal so in das Spinnennetz zu laufen,
welches ja so gut wie unsichtbar ist Nachts. Macht dann gleich 4W6 nach
verpatzem Überraschungswurf, dann nochmal 3W6 wenn man seinen
Geschucklichkeitswurf zum Freikommen versemmelt. 7W6 also bestenfalls –
ordentlich. für einfach mal so um die Ecke biegen.

Moritz: Ich habe da direkt Bilder von diesem Laser-Gitter im ersten Resident Evil Film vor meinem geistigen Auge, wie die komplette SC-Gruppe in schicken Würfelchen auf der anderen Seite des Netzes liegt.

Frank: Haha, geil, ja.

Moritz: Aber weiter im Text: Abschließend einer der ganz fiesen Möppe auf Athas – der So-Ut. Eher was für höherstufige Charaktere – nix für Stufe 3 Anfängerluschen, was?

Frank:  Nicht wirklich. Das ist ein ordentlicher Boxhandschuh.

Moritz: Vor allem ist ein Monster mit einem ThAC0-Wert von 7 auf einer Welt wie Athas absolut verheerend, bedenkt man, dass es dort kaum Metall für Rüstungen gibt und die meisten Charaktere so um RK 3-7 herum haben. Sprich – der Kerl braucht je nachem zwischen 2 und 4 (auf einem W20, meine sehr verehrten Damen und Herren), um sie zu treffen. Wenn er will hat er zwei Angriffe, die je 2W6 Punkte Schaden anrichten und dazu kommt noch sein giftiges Sekret. Wird ein RW gegen Gift nicht geschafft, so erleidet der Gegner weitere 20 Schadenspunkte – wir reden hier also vom Maximalschaden eines normalen Angriffs von 64 Punkten.

Frank:  Sehr fiese Dinger. Und selber auch noch ein RK von -4 haben. Bei denen
muss man sich halt irgendwie ihre Fixierung auf Metall zu Nutze machen –
wenn man den welches dabei hat. Bei deren Bewegungsrate ist weglaufen auch nicht die beste Option.

Moritz: Du musst halt darauf hoffen, dass sie dich nicht als Gegner wahrnehmen und du nicht in ihrem Weg stehst. Schließlich nehmen sie eine Bedrohung erst wahr, wenn sie 50% ihrer TP verloren haben. Apropos 50% sie erhalten von nichtmetallischen Waffen nur den halben Schaden – auch das für eine Welt wie Athas echt problematisch.

Frank: Ziemlich fies. Klingt irgendwie wie eine Ideensammlung, wie man den Spielern das Leben zur Hölle machen kann.

Moritz: Ganz ehrlich? Ich denke das Teil ist eher als Plot Device denn als „ernsthaftes Monster“ gedacht. Quasi als eine Art Naturkatastrophe, der man sich nicht entgegen stellen kann – es sei denn man hätte eine mal mindestens zweistellige Stufe und ordentlich Magie im Handgepäck.

Frank: Wahrscheinlich. Außer man kann mal eben schnell seinen Charakter aus der 3e in AD&D benutzen, dann könnte es passen.

Moritz: Hey, kein Systembashing. 😉
Auf jeden Fall haben wir sicher wieder ein paar Monster gefunden, die nicht jeder kennt, die es sich aber zu kennen lohnt. bei der nächsten Ausgabe hast du wieder die „Wahl der Waffen“. Vielen Dank und bis demnächst!


Frank: Das war gar nicht negativ gemeint – die Waffen der Charaktere werden in
späteren Editionen halt etwas schärfer. Naja, für mich war es halt mal
wieder eine schöne Zeitreise. Die Monster, deren Präsentation und die
Bilder dazu waren ganz große Klasse. Außerdem bekomme ich dann immer
dieses wohlige Gefühl im Bauch, das man damals hatte, als man 12 war und
seine gesamte riesengroße Freizeit mit seinem Hobby verbrachte. Also
bis zum nächsten Mal.

 

[Karneval – Die besten Monsterbücher] Platz 1: Hacklopedia of Beasts

Ja, es ist immer noch Karneval und ihr fragt euch sicher, wer es in meiner Monsterbuch-Rangliste auf Platz 1 geschafft hat. Nun, die Überschrift hat die Spannung wohl leider brutal aufgelöst, aber ich möchte trotzdem kurz begründen, warum die Hacklopedia in meinen Augen das beste Monsterbuch ist.
Beitrag 1: Monstrosities
Beitrag 2: Monstrous Manual
Beitrag 4: The Mythos Dossier
Platz 1:
HACKLOPEDIA OF BEASTS
Autor/Herausgeber: Matt Finch
System: Hackmaster
Verlag: Kenzer & Company
Preis: $59,99 für die limitierte Fassung
Erscheinungsjahr: 2011
Erscheinungsbild: Hardcover, 384 Seiten, limitierte Ausgabe
Bezugsquelle: vergriffen, vielleicht kriegt Roland nochmal Exemplare rein… Oh, auf der Verlags-HP scheint es noch Kopien zu geben – allerdings mit brutalen Portopreisen
Lieblingsmonster: Leech Man
Lieblings-Monsterillu: Skeleton
Einfach nur ein tolles Buch. Hier vereinen sich Old-School und Moderne zu etwas „Modernem, das auch mir gefällt“. 
 Wie sein kleiner Bruder, die von mir auf Platz 3 einsortierten Myranischen Monstren, ist auch die Hacklopedia vollfarbig und auch hier gibt es die Karten, denen man entnehmen kann, wo in der SPielwelt die Viecher anzutreffen sind.
Dazu gibt es perfekt übersichtliche Status/Spielwert-Kästchen und weitere Infos in Bildform, wie etwa Größenvergleiche oder die Spuren, die die Wesen für den aufmerksamen Fährtenleser hinterlassen. Äußerst coole Idee zur Einbettung in die Spielwelt.
Sollte das Buch einmal irgendwo zu einem vernünftigen Preis auftauchen – scheut euch nicht zuzuschlagen!

[Karneval – die besten Monsterbücher] Platz 4: Monstrous Manual

Karneval, die zweite…

Beitrag 1: Monstrosities

Platz 4

MONSTROUS MANUAL

Autor/Herausgeber: Tim Beach
System: Advanced Dungeons & Dragons – 2nd Edition
Verlag: TSR
Preis: $24,95
Erscheinungsjahr: 1993
Erscheinungsbild: Out of print
Bezugsquelle: eBay, würde ich mal sagen…
Liebligsmonster: Tako (intelligent octopus)
Lieblings-Monsterillu: Troglodyte

Whuaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Beim Nachschlagen des Erscheinungsjahres habe ich gerade festgestellt, dass mein MM ein Gary Gygax-Autogramm hat, das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm – da werde ich mal kurz ohnmächtig und schreibe dann weiter!

Okay. Was ist also an dem Teil so gut, dass es einen Platz in meine Top 5 geschafft hat?

Es ist (wie Monstrosities) einfach mal dick und enthält richtig, richtig viele Monster. Jedes Monster ist mit einer Farb-Illu versehen – viele davon von Tony DiTerlizzi, da kann es schon nix mehr dran zu meckern geben.

Nuff said! Kaufen!

DNDClassics – In Search of the Unknown – Gratisdownload

Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, jetzt ist es offiziell – in einem „Seitenarm“ von Drivethrough/RPGNow bieten die Jungs von Wizards of the Coast jetzt endlich wieder Produkte älterer Editionen als Kauf-PDFs an.
Zum Start könnt ihr euch das erste D&D-Modul „In Search of the Unknown“ (allerdings nicht in der ersten Auflage mit Monochrom-Cover) kostenlos hier herunterladen. Die anderen D&D Classis-Abenteuer gibt es für 5 Dollar – das ist auch nicht die Welt.
Ein Hinweis vielleicht noch – die Editionen sind in amerikanischer Sichtweise notiert: alles, was irgendwie D&D Classic ist, findet ihr unter Edition „Basic/Expert.
1st Edition ist dann AD&D 1.
2nd Edition ist AD&D 2.
3rd Edition ist D&D 3/3.5.
4th Edition ist D&D 4.

Für den Gratisdownload muss man sich übrigens anmelden – seid ihr aber schon bei Drivethrough oder RPGNow angemeldet, könnt ihr diese Zugangsdaten verwenden.

[Karneval] Unterschätzte Monster: 1. Untote

Im Zuge des Blogger-Karnevals habe ich mir mal bis zum letzten möglichen Tag Zeit genommen, um mit etwas halbwegs Konstruktivem um die Ecke zu kommen. Ich nutze die Gelegenheit, um eine Serie zu starten, in der ich mich im „kollegialen Zwiegespräch“ mit Frank Ditsche Monstern der D&D-Kosmologie widme, die leider in unseren Spielen viel zu selten vorkommen.
Folge 1 befasst sich logischerweise mit den Untoten – klaro, ist das Motto doch „From the grave„.
Ich eröffne den Reigen mal mit dem Lich (Leichnam) aus dem Supplement I: Greyhawk (1975):
Moritz: In unserer Reihe „fiese Untote des D&D Universums, die wir
leider viel zu selten verwenden“ muss ich ganz klar in erster Linie den
Lich (Leichnam) nennen…
Frank: Naja,, er ist ja auch sozusagen der König unter den Unoten und
ein schweres Kaliber. Da muss man sich schon was einfallen lassen.
Moritz: Absolut. Man muss viel Arbeit in einen Lich stecken, damit er funktioniert.
Frank: Ein klassischer Ansatzpunkt ist, ein Phylactery (???) ins Spiel
zu bringen. Als direkten Gegner finde ich ihn fast zu stark.
Moritz: Jau, dieses Behältnis seiner Essenz ist ein fieses Mittel, den
Kerl nahezu unsterblich zu machen. Zum anderen natürlich eine tolle
Chance, die Charaktere via Schnitzeljagd dorthin zu hetzen. Spielt man
einen Lich als Spielleiter richtig konzentriert, hat die Gruppe
eigentlich keine Chance, ihn zu erledigen.
Frank: Andererseits könnten die Charaktere auch von einem Magier auf die
Suche nach seinem zukünftigen Phylactery geschickt werden. Das Ganze
spielt sich somit aber schon sehr hochstufig ab, man braucht ja einen
Grund, warum ein so mächtiger Zauberer soetwas nicht selbst erledigt.
Moritz: Du hast Recht. Wahrscheinlich habe ich die Wesen nie in eigenen Abenteuern verarbeitet, weil wir fast nie in höhere Stufen gelangt sind. Das Mächtigste, an was ich mich erinnere, war eine Kampagne mit meinem Cousin Martin, wo seine Charaktere knapp zweistellige Stufen erreicht haben.
Frank: Irgendwie wird mir erst jetzt die Verbindung zu Voldemort bewusst. 
Moritz: Um mal wieder die Kurve zum Ernsthaften zu kriegen:  Wusstest du, dass die Amis „Lich“ in etwa so aussprechen, wie „Lychee“? Das macht ihn gleich viel weniger Furcht erregend.
Frank: Nein, das wusste ich nicht, da musste ich gleich mal Leo um Hilfe
bitten „Litsch“. Besser als Leiche oder Leichnam ist es allemal.
Weiter im Text mit dem Juju Zombie aus dem Monster Manual II (1983)
Moritz: Juju Zombies gefällig?
Frank: Ah, schön, Zombies, bzw. ihre großen Brüder. Damit kann man doch
viel Anfangen, vo rallem da das ja mittlerweile Mainstream ist, sozusagen.
Moritz: Trotzdem fällt mir mit „Pool of Radiance“ nur ein Abenteuer ein, das sie verwendet und ich selber habe die Jujus auch nie gegen meine Charaktere gehetzt. Wegen des doofen Namens, der einem unwillkürlich kleine Mädchen mit rosa Tütüs vor dem geistigen Auge entstehen lässt?
Frank: Bestimmt, der Name ist echt blöd. Dazu kommt noch, dass stärkere
Versionen von leichten Gegnern für mich immer etwas lahm sind.
Vielleicht sollte man von Anfang an nur Juju Zombies als normale Zombies
nehmen, dann sind sie schön gefährlich. Man hat ja immer noch die
Skelette als Kanonenfutter. 
Moritz: Aber dann wäre die 2 TW-Position bei den Untoten verwaist. Ist dir noch nicht aufgefallen, dass die Untoten schön durchstrukturiert und streng hierarchisch geordnet sind?
Frank: Ansonsten hat man den Final Fantasy Effekt: „Oh, das Monster hat jetzt eine andere Farbe, es ist jetzt also stärker“.
Moritz: Ja, da ist die neue Malibu Stacey! Und sie hat einen neuen Hut! *kreisch*
Last but not Least: Sons of Kyuss – aus dem Fiend Folio von TSR UK aus dem Jahr 1981:
Moritz: Zum Abschluss gibt es die – nicht mit der Band (die sich übrigens nach ihnen benannt hat) zu verwechselnden – Sons of Kyuss.
Frank: Hm, wo ist da der Unterschied zu Zombies? Vom Bild her ist da schwer einer zu erkennen.
Moritz: Sie haben Maden im Auge! MADEN IM AUGE!!!!
Frank: Ach so, die fressen sich dann in ihre Opfer oder so? Es sind also
spezialisierte Zombies, mit Hochschulabschluss sozusagen. Sehr
vorbildlich.
Moritz. Das auch! Aber sie haben auch noch 4 Trefferwürfel, Regeneration und eine Chance von 25% pro Angriff Lepra zu übertragen. Nicht so übel, was? Warum hat man die nicht öfter verwendet? Weil sie im Fiend Folio stehen? Wenn du mich fragst, ist das ohnehin das am meisten unterschätzte Monsterbuch aller Zeiten.
Frank: Das klingt nicht schlecht. Vor allem ihr Hintergrund sollte doch
auch etwas hergeben. Und das Fiend Folio – wie du schon sagst ist dessen
Ruf nicht so gut, gäbe wahrscheinlich auf Metacritic so 50-60%. Mir
gefällt es auch, und viele Monster sind ja auch im Tome of Horrors zu
finden, also werden hoffentlich einige Monster daraus nun wieder ein
größeres Publikum finden.
Moritz: Ein perfektes Schlusswort – welche Art von Monstern nehmen wir uns das nächste Mal vor?
Frank: Schwer zu sagen, es gibt ja mittlereile so viele Montserbücher.
Da wären die Hacklopedias I-VIII, die ORIC Bücher, oder das neue Tome of
Horrors, die ja alle zu den ganzen alten Sachen dazukommen. Da ich aber
mit der 2dn Edition aufgewacchsen bin, würde ich vorschlagen, wir
suchen uns da etwas schönes heraus.
Moritz: Okay, „schau’n mer mal“! Und jetzt husch, husch – zurück mit euch allen in eure Gräber!

Urbane Legenden – AD&D 1 Spielleiterhandbuch

Wie oft habe ich schon die Legende gehört, dass in der ersten Druckauflage des AD&D 1 Spielleiterhandbuchs die Anhänge total vergeigt wurden, weil TSR USA nicht auf die (wohl teureren) Anhänge des deutschen Übersetzerteams zurückgreifen wollte und sich dachte, dass das eine amerikanische Dame mit einem Wörterbuch wohl mindestens genau so gut hinbekommen würde – Stichwort: „Torch = Taschenlampe).
Ich habe in meinem Leben bestimmt schon 20 dieser Bücher in der Hand gehalten und nie hatte eines diese unfreiwillig lustigen Anhänge – jetzt ist es so weit! Seit heute morgen besitze ich die Erstausgabe und liste mal ein paar Schmankerl alleine aus der Aurüstungstabelle auf Seite 278 auf:
– Buch, hart
– Buch, sanft
– Eisener Ball mit Spitzen
– Glaskügel, Stand und Verpackung
– Ankor, klein
– Handwerkzeug
– Heiliges Wasser, Getränk Flaschen
– Geschmuck
– Musikalisches Instrument
– Handtasche
– Schriftskrolle Behalter
– Spitze
– Taschenlampe
– Leder Behalter
Ein Fest, oder? Von den Texten auf den Anhangseiten fange ich gar nicht erst an, alleine die Überschrift: „Inspirationsvolles Lesen“ ist schweinegeil.