[Rezi] Pathfinder Setting: Golarion

Die Jungs von Ulisses waren wieder einmal mutig und haben mir ein Rezi-Exemplar eines Produktes zur Verfügung gestellt, das ich nicht zwangsläufig gut finden muss – is aber alles in allem (aus ihrer Sicht) gut gegangen!

Produkt: Pathfinder – Golarion Kampagnenwelt
Art: Quellenband / Hintergrundband
Verlag: Ulisses (US-Fassung Paizo)
Print-Fassung: gebunden, A4, 256 Seiten, komplett farbig, ca. A3 Farbkarte
Preis: 44,95€
ISBN: 978-3-86889-001-3
Veröffentlichung: Dezember 2009
Autor: Mike McArtor (Project Lead)
Dt. Ausgabe: Björn Arnold, Peter Basedau, Friederike Fuß, Tom Ganz, Patric Götz,
Günther Hamprecht, Oliver Nick, Stefan Radermacher, Mario
Schmiedel, Ingo Schulze, Oliver von Spreckelsen, Matthias Schäfer,
Christine Schmidt-Schoolmann, Mario Truant

Produktion:
Hossa! Der Preis ist schonmal direkt amtlich! Entschuldigung, wenn ich direkt mit der Tür ins Haus falle, aber der Preis ist eigentlich fast schon der einzige Punkt, an dem ich etwas herumzumäkeln habe. Über die Illustrationen habe ich mich ja schon beim Grundregelwerk beschwert, da will ich nicht nochmal drauf herumhacken.
Einband und Bindung sind mal wieder die übliche gute Ulisses-Qualität, bloß das Papier scheint mir fast genau so dünn dünn zu sein, wie das des Grundregelwerks. Positiv formuliert: Ich glaube das Papier ist minimal dicker…
Die beiliegende fast A3 große Landkarte ist große Klasse und erinnert von der Farbgebung her an die Forgotten Realms-Karten aus der AD&D 2E-Box, was natürlich schon keine schlechte Referenz ist.
Das absolut aufgeräumte Layout und wirklich sehr wenige Tippfehler fallen absolut positiv auf. Dazu kommt, dass dies definitiv eines der übersichtlichsten Rollenspielbücher ist, das ich seit langem gesehen habe. Mit „übersichtlich“ meine ich nicht humoristisch „mit wenig Inhalt“, sondern ich meine wirklich „übersichtlich“. Man schlägt es auf und weiß direkt wo man dran ist, welche Information man wo suchen muss und findet sich spontan zurecht.
Echt gelungen! Einzige Merkwürdigkeit hier ist, dass sämtliche Aufzählungen immer noch in ihrer amerikanischen Reihenfolge sind und nicht nach der Übersetzung in neue alphabetische Reihenfolge gebracht worden sind, was ja gerade bei diesem gut strukturierten Inhalt kein Problem gewesen wäre.
Eine Sache wundert mich noch, und zwar, dass auf dem Cover der Name der Welt: „Golarion“ gar nicht vorkommt, wohl aber auf dem Buchrücken. Ich habe mal nachgesehen, es ist bei der US-Fassung ebenso, aber das ist ja keine richtige Begründung, die Frage nach dem Grund stelle ich mir nach wie vor, wird aber an Paizo gerichtet werden müssen..

Inhalt:
Sehr interessant finde ich die beiden Gast-Vorwort-Schreiber – nicht unbedingt das, was sie sagen, aber die Personen sind gut gewählt. Neben der Karte des Settings hat man mit Bob Salvatore eine zweite Verbindung zu den Forgotten Realms.
Nocht tiefer in die Geschichte des Rollenspiels hat man mit der Verpflichtung von Rob Kuntz gegriffen, ist er doch ein ehemaliger Nachbarsjunge von Gary Gygax und hat mit diesem zusammen viele wichtige Orte beispielsweise im Greyhawk Setting entwickelt.
Das Setting selbst ist in 6 übersichtliche Kapitel gegliedert: Charaktere, die Innere See, Religion, Organisationen und Die Welt.

Das Charakter-Kapitel stellt alle Rassen und Klassen vor, die der Spieler übernehmen kann. Neben Zwergen, Elfen, Gnomen, Halbelfen, Halborks und Halblingen stehen elf verschiedene Arten von Menschen zur Auswahl, die im Spektrum zwischen den wilden Mwangi, der überheblichen fortgeschrittenen Kultur der Taldani und etwas an Japan angelegte Tian liegen. Ein wüster, aber hoch unterhaltsamer Mix. Schon hier zeigt sich deutlich der aufgeräumte Eindruck, den das Werk macht. Jedes Volk wird auf einer Doppelseite vorgestellt. Oben links auf der ersten Seite ist ein beispielhaftes Bild und daneben finden sich die spielrelevanten Angaben. Zentriert darunter steht ein kurzes fiktives Zitat zu dieser Rasse und rechts oben in der Ecke der zweiten Seite ist eine grüne Box, die die wichtigste Besonderheit des Volkes hervorhebt.
Die spielbaren Klassen sind schon aus dem Grundregelwerk bekannt: Barbar, Barde, Kleriker, Druiden, Kämpfer, Mönch, Barde, Paladin, Waldläufer, Schurke, Hexenmeister und Magier werden je auf einer Seite geschildert und nur kurz mit ihren Eigenheiten auf Golarion geschildert.
Das Kapitel zur Inneren See schildert ganz kurz auf einer Doppelseite den Hintergrund der Welt mit dem wohl bedeutsamsten Ergebnis, dass die Welt in der Vergangenheit ihrer Endzeitprophezeiung beraubt wurde und nun eine große Leere herrscht, ja das derzeitige Zeitalter gar „Zeitalter der verlorenen Omen“ genannt wird.
Genauer beschriebene Regionen sind:

  • Absalom – Die Stadt am Nabel der Welt
  • Großherzogtum von Alkenstern – Wissenschaftlicher Kleinstaat ohne Magie
  • Andoran – Geburtsstätte der Freiheit
  • Belkzens Boden – Heimat der wilden Orks
  • Brevoy – Machtkämpfe zwischen verfehdeten Adelshäusern
  • Cheliax – Teuflisches Reich im Niedergang
  • Kalistokratie von Druma – Religiöses Paradies für Händler
  • Galt – Die ewige Revolution
  • Geb – Das Reich der Toten
  • Hermea – Das große Experiment
  • Irrisen – Die Heimat der Hexerkönigin
  • Isger – Chelarianischer Vasallenstadt
  • Jalmeray – Königreich des Unfassbaren
  • Katapesch – Basar des Bizarren
  • Kyonin – Das Königreich der Elfen
  • Finismur – Wachsames Grenzkönigreich
  • Die Länder der Lindwurmkönige – Die eisige Heimat der Wikinger
  • Das Reich der Mammutherren – Die verlorenen Länder des hohen Nordens
  • Mediogalti – Das versteck der Roten Mantis
  • Mendev – Der Gottesstaat der Kreuzritter
  • Molthune – Territoriale Expansionisten
  • Das Mwangibecken – Eine unerforschte Dschungelwildnis
  • Nex – Das Monument eines verlorenen Magierkönigs
  • Nidal – In Schatten gehüllter Dienerstaat
  • Nirmathas – Kriegsgebeutelte Wildnis
  • Numeria – Wildes Land der Superwissenschaft
  • Osirion – Das Land der Pharaonen
  • Qadira – Ein Wüstenkönigreich nahe der Grenze
  • Rahadoum – Das Königreich der Menschen
  • Razmiran – Das Reich des Lebenden Gottes
  • Die Flusskönigreiche – Unabhängige Königreiche von schlechtem Ruf
  • Sargava – Eine Grenzkolonie
  • Die Fesseln – Trügerische Pirateninseln
  • Die Flutländer – Eine sturmgeplagte Einöde
  • Taldor – Dekadentes Reich im Niedergang
  • Thuvia – Wüstenreich der Ewigen Jugend
  • Das unvergängliche Fürstentum von Ustalav – Nebeverhangenes Land des gotischen Horrors
  • Varisia – Eine wilde Grenzregion
  • Die Weltenwunde – Vom Krieg gezeichnetes Dämonenland im ständigen Wandel

Warum schreibe ich hier alle Gebiete mit ihrer Kurzbeschreibung auf? Ich bin doch sonst eher der faule Typ. Klarer Fall. Alleine diese Liste zeigt, dass hier alle Settingideen reingepackt wurden, die man sich nur im erweiterten Fantasy-Bereich vorstellen kann. Ich picke einfach wahllos heraus: Katapesch = Orient, Ustalav = Ravenloft, Das Reich des Mammutherren = Der Norden in den Forgotten Realms, Alkenstern = Feuerpulver und Co…
Auf nur drei Seiten werden dann die weiter entfernt gelegenen Regionen Casmaron, Azlant, Arkadien, Tian Xia und Sarusan kurz geschildert, bevor wir in das Thema Religion einsteigen.

Hier werden zuerst 9 neue Domänen vorgestellt, die den Klerikern Golarions zur Verfügung stehen. Es folgen 20 je auf einer Seite präsentierte Götter und 10 weitere werden im Anschluss kurz vorgestellt. Wie die Länder sind auch die Götter die typischen Götter, die ein guter Pantheon benötigt, mit Beziehungen untereinander und genauen Angaben der Gesinnung oder Herrschaftsgebieten.
Auf einer vergleichbaren Ebene wie die Götter stehen die nun folgenden 8 Erzteufel, 13 Dämonenherrscher, 6 himmlischen Herrscher und 4 Erzdaimonen.
Was ich so in der Form noch nicht gesehen habe, also ein wirkliches Plus darstellt, sind neben den Gesinnungen noch vier Philosophierichtungen. Eine tolle Idee, die ich ganz sicher irgendwann einmal „ausborgen“ werde.
Das Kapitel wird beschlossen durch eine Art Kosmologie, welche (vor allem) den Spielleiter über „Das große Jenseits“ informiert.

Aha! Erwischt! Die nächste Parallele zu den Forgotten Realms – aber seien wir ehrlich, es geht wohl bei einem derart bunt zusammengewürfelten Setting kaum diese Parallelen zu vermeiden, da die FR ja das wohl bekannteste wild zusammengewürfelte Setting sind. Spätestens bei der Gesellschaft der Kundschafter fühlt man sich doch an die Harfner erinnert, wenn man vorher beim Aspis Konsortium nicht schon die fiesen Zentharim im Hinterkopf hatte. Weitere große Organisationen Golarions sind die Adlerritter von Andoran, die Höllenritter und die Roten Mantis. 13 kleinere Organisationen runden das Kapitel ab.
Ich bin ja ein Anhänger der Verwendung von Organisationen, bieten ihre Ränke untereinander doch unendlich viele Aufhänger für interessante Abenteuer.

Die Geschichte der Welt wird (glücklicherweise) kurz abgehandelt, ein paar Zeittafeln geben denjenigen, die Spaß an solchen Dingen haben, ein Korsett, an dem sie sich entlanghangeln können. Kommen wir zu den Dingen, die direkt im Spiel verwendbar sind: Die Finsterlande. Wieder erwischt! Anscheinend braucht auch Golarion seine Unterwelt, nächste Parallele zum Vorbild. Was macht das Setting sonst noch aus? Auf 2 Seiten gibt es neue Zaubersprüche, 6 Seiten widmen sich der Ausrüstung, 4 Seiten schildern Flora und Fauna, 2 Seiten bieten neue Talente, weitere 2 widmen sich den Sprachen, die auf Golarion gesprochen werden.
Auf einer für Spielleiter wie mich sehr nützlichen Seite werden Untergegangene Königreiche vorgestellt. Solche kurzen Artikel sind immer wieder eine hervorragende Quelle für Abenteueraufhänger.
Mit dem Turmdeuter, dem Niederen Templer, dem Kundschafter-Chronisten, dem Assassinen des Roten Mantis und dem Fessel-Pirat gibt es 5 völlig neue Charakterklassen auf Golarion, die sich allesamt gut lesen und da mir persönlich die Gleichgewichtung der Charakterklassen im Rollenspiel ohnehin schnurz ist, hinterfrage ich ihre Fertigkeiten gar nicht, und behaupte einfach, dass sie sich sicher alle gut spielen lassen; mein Favorit ist ja der Niedere Templer.
Abschließend wird einem je eine Doppelseite zu Psionik, Technologie, Zeit und Raum, Handel, sowie Wetter und Klima geboten.

Verbleiben nur noch die Anhänge: Anhang A bietet 4 „golarionische“ Charaktere, mit denen man direkt loslegen kann, Anhang B enthält 10 Tabellen für Zufallsbegegnungen.
Abgeschlossen wird das Magnum Opus von 2 Farbkarten, von denen eine keine Beschriftung hat und als Basis für die Spieler kopiert werden darf, sowie einem 2 Seiten langen Index und der OGL, die man ja abdrucken muss.

Fazit:
Ein interessantes, eklektisches Setting, das schon beim Durchlesen Abenteuerideen „en masse“ liefert und an fast in jedem Abschnitt Inspiration bietet, an dieser Stelle weiterzudenken.
Ich bin zwar kein Freund von Feuerwaffen in Rollenspielsettings, aber die Welt ist groß genug, um einfach an anderer Stelle zu spielen. Gleiches gilt für alle Probleme, die man sehen mag. Dann meide ich die Region als Spielleiter einfach „unn fertich iss“.
Ich würde fast vermuten wollen, dass richtige Die-Hard-Aventurien-Fans nicht ganz glücklich mit dem Setting werden dürften, da ihnen die Welt dann doch noch zu wüst zusammengewürfelt ist. Mich stört das nicht im geringsten. Solange die Welt in ihrer ganzen Phantastik in sich schlüssig ist, bin ich absolut zufrieden und dieses Merkmal ist bei Golarion definitiv gegeben.
Wer also ein gut strukturiertes Buch zu einer interessanten Welt mit einer fast schon wand-kompatiblen Karte sucht, der ist absolut richtig und sollte zuschlagen.

[Lab Lord] Companion Rules – Free Download

Goblinoid Games Forums-User „Barratria“ hat mal wieder ganze Arbeit geleistet und ein tolles Zusatzregelwerk zu Lab Lord geschrieben und produziert. Mehr über das Companion Set könnt ihr hier lesen, kostenlos herunterzuladen ist es bei diesem Link.
Die Lulu-Print-Fassung wird es in Kürze geben – dann mit Illustrationen und neuem Layout.

Das Companion Set bietet höherstufige Sprüche, neue Charakterklassen, Aufstiegsmöglichkeiten bis Stufe 36. viele neue Monster und (fast) alles was das Herz begehrt…

„Fast“, da ich so gerne die Massenkampfregeln gehabt hätte – dann werde ich mich da wohl mal wieder drum kümmern müssen. 😉

… und wenn ihr schon einmal auf der Seite von Barratria Games seid, dann ladet euch doch noch schnell die beiden kostenlosen Abenteuer herunter, die sind wirklich liebevoll produziert. Vor allem „Rainbow Lodge“ ist ein Super-Abenteuer, wenn ihr mit euren Kindern eine Runde Lab Lord spielen wollt.

[Blog] Hexer und Helden

Hui! Ich bin ganz aufgeregt und der Fanboy in mir kommt durch! Ich habe gerade mal in Statcounter rumgespielt und bei der Suche nach der Herkunft eines Hits stieß ich auf den Blog „Hexer und Helden„, der die Seifenkiste in seinem Blogroll stehen hat. „Das Teil muss recht neu sein, denn ich kenne es nicht!“, war mein erster Gedanke, der zweite war: „Moment mal! Thomas Biskup?!? Der Name sagt dir was!!!“

Mein beginnender Alzheimer stand mir nur kurz im Weg – das ist der Autor des absolut geilsten Roguelike-Spiels ANCIENT DOMAINS OF MYSTERY – kurz: ADOM! Reinschauen, runterladen, Befehlsliste ausdrucken und losspielen! Das ist ein Befehl!

Auch Vermutung Nummer 1 war richtig! Der Blog ist brandneu und sieht von den ersten Inhalten her so aus, als könne er die doch sehr überschaubare Schar deutscher Old School-angehauchter Blogger weiter verstärken, ich werde ihn auf jeden Fall mal in meine Blog-Liste aufnehmen!

Auf diesem Blog scheint Thomas das System „H&H“ entwerfen zu wollen, ich werde das Projekt mal wohlwollend weiter verfolgen.

… und Thomas, falls du das hier liest:

DANKE für ADOM!!! Damit hatte ich in meinem Leben schon richtig viel Spaß! Die geilste Kombi ist Troll-Heiler mit dem Hauptproblem genügend Fressalien anzukarren!

[Labyrinth Lord] LARM kann bei Paizo vorbestellt werden!

Hossa! Das gibt’s doch nicht! Die etwas überarbeitete und neu illustrierte Version meines kleinen Settings LARM kann bei PAIZO schon vorbestellt werden! Ich wusste nicht, dass John schon so weit ist – was mich am meisten wundert, ist, dass die da einen Preis nennen können, ich glaube, dass den selbst BHP noch nicht wissen. Aber Paizo werden schon wissen, was sie tun.

An Änderungen gibt es neben den neuen Illustrationen – ich habe sogar etwas von einer neuen Karte des Dörfchens läuten hören – vor allem neue Namen. Um dem ganzen einen etwas „ernsthafteren“ Anstrich zu geben, habe ich alle 112 Bewohner des Dörfchens mit einheitlichen Namen aus dem altdeutschen Sprachraum versehen, ich finde, dass die in einer englischsprachigen Publikation so richtig „obskur“, ja fast „archaisch“ rüberkommen und freue mich schon das Teil in der Hand halten zu können. Natürlich hat auch das Cover den neuen Lab Lord-Look und ist im optisch aufgeräumten schwarz-weiß-rot gehalten.

Die bisherige Fassung gibt es im Moment nur als PDF bei RPGNow. Hoffentlich bleibt auch dieser Download nach der Veröffentlichung der neuen Fassung im Netz, denn ich finde auch die sehr gelungen.

DSA 4 vs. D&D 4

Mir ist gestern mal wieder aufgefallen, dass die beiden „Großen“ jeweils ihre 4. Edition zeitgleich gegeneinander ins Feld werfen, wobei diese Zählweise natürlich eigentlich bei beiden ziemlicher Unsinn ist, aber darauf will ich gar nicht hinaus.

EDIT: (Zur Klarifikation:) Wir befinden uns im Jahr 2009 und die aktuellen Editionen liegen etwa bei 4. Dass die Zählweisen Mumpitz sind, habe ich ja schon geschrieben, das wurde aber bisher geflissentlich ignoriert.

Beide haben sich faszinierenderweise auf ihre Art vom handfesten „klassischen“ Rollenspiel weg entwickelt.
Wenn man es überspitzt ausdrücken will – und das will ich natürlich – hat man bei DSA mittlerweile ein dermaßen detailbesessenes System, dass man, wenn man es darauf anlegt, gar nicht mehr zum „eigentlichen Abenteuer“ kommt, weil man sich in Kleinigkeiten verliert, während man bei D&D Miniaturen auf einem Spielplan herumschubst und das „Rollenspiel“ ganz zu schweigen von „Charakterspiel“ völlig in den Hintergrund rückt.
Beides keine Extreme, die mir persönlich schmecken.

Gehen wir mal exemplarisch auf den Marktplatz. In meinen Runden sagen die Spieler vorher, dass sie auf den Markt gehen und jeweils drei eiserne Rationen pro Person kaufen. Ein kurzer Charisma-Wurf klärt, ob der Händler etwas Rabatt gibt, und auf geht’s ins Abenteuer.

Blicken wir mal beim D&D 4E Kollegen und seinen Spielern vorbei. „Marktplatz? Was soll der Scheiß! Davon hat er gar keine Dungeon Tiles, also lass uns endlich das Abenteuer anfangen! Marktplatz, also wirklich!“

Wie sieht die Szene bei DSA 4 aus? Hier ist Dagolas Doldenstreichler, der sensible Elfen-Held mit Mutterkomplex und einem in seiner persönlichen Geschichte begründeten Hass auf Orks, auf dem Weg zu seinem Lieblings-Spezereien-Laden in der Basar-Ecke des Marktplatzes. Was er auf dem Weg dorthin alles erlebt will ich dem geneigten Leser hier ersparen – hören wir lieber, was sich bei „Abduls feinsten Orientwaren“ abspielt.
Dagolas der Held, gespielt von Kevin Müller: „Oh holder Abdul, du Licht meiner Tage und Nächte. Welch‘ Köstlichkeiten brachte dir die Karawane aus der Khomwüste? Mich gelüstet es nach Zungen von Forellen aus dem Yaquir und Antilopenzungen aus der Shadifsteppe. Auch ein in Salz aus dem Cichanebi-Salzsee eingelegtes Echsenschnitzel mundete mir gar sehr.“
Abdul, die Meisterperson, gespielt von Bettina Adler (aus dem Tulamidischen von mir übersetzt – Bettina beherrscht die Sprache natürlich perfekt): „Im Namen der Zwölf! Ich bin untröstlich! Die Karawane wurde von Orks überfallen und die von dir genannten Waren sind unerschwinglich teuer…“

… 3 Stunden, viele Würfe von je 3 zwanzigseitigen Würfeln später, sowie nach dem Austausch von Argumenten und Gegenargumenten einigt man sich auf 2 Marawedi, 4 Zechinen und 3 Muwlat für ein Tütchen Otternnasen und die anderen Spieler können mit ihren Einkäufen beginnen bevor man sich in epischer Mission ins Nachbardorf aufmacht.

Dreieich Con 2009 – Der Samstag

Ganz vorweg – die/der Dreieich Con hat ganz exakt die richtige Größe für meinen Geschmack und auch die „Wellenlänge“ der meisten Besucher scheint irgendwie zu stimmen.

Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß am „inoffiziellen“ Mantikore-Stand, denn eigentlich waren wir „Special Guests“ von Dragon’s Lair – die leider gar keinen Met dabei hatten.

Klasse war, dass wir einen großen Tisch direkt vor dem Stand reserviert hatten (DANKE, ANDI!), auf dem ich direkt mal die Megamat installieren konnte, die dann auch direkt im Laufe des Tages zwei Herr der Labyrinthe-Runden gesehen hat. Den Anfang machte Horst, der sich seine ersten 10 Erfahrungspunkte als Supporter der „Labyrinth Lord Society“ mit seinem Eifelareanien-Abenteuer RAUB HINTER KLOSTERMAUERN verdient hat. Die Gruppe arbeitete anscheinend konzentriert zusammen, wurde dann aber am Ende von der Räuberbande komplett aufgerieben. Nur die Flucht des Diebes verhinderte einen TPK.
Ich habe zum siebten Mal innerhalb weniger Wochen DIE NEBELFESTE geleitet. Mittlerweile weiß ich, dass das Abenteuer für 4-5 Charaktere ganz genau hinhaut, zu dritt hatten Volker, Diego und Marcel kaum eine Chance, schafften es zwar den bösen Bargelio umzubringen, seine untoten Marionetten wurden ihnen allerdings zum Verhängnis.

Schön war es auch viele Foristen, Mantikore-Mitstreiter und Rollenspielmacher zu treffen oder mal wieder zu treffen – besonders schön fand ich, dass Patric Götz mich für meine DSA-Rezi von Wege des Meisters nicht verprügeln wollte.

Weniger schön war, dass ich um 19:00 wieder gen Heimat aufbrechen musste und somit um den Genuss einer REIGN-Runde von Jörg kam. Ich tröste mich damit, dass so wenigstens mein Slot für Marcel frei wurde, ich lasse mir von ihm mal in aller Ruhe erzählen, wie es war.
Auch den heutigen Tag muss ich leider schlabbern und etwas „in Familie machen“ – gleich geht es zum Beispiel mit Familie und Hunden raus auf’s Feld, damit die wahnsinnigen Jack Russels sich mal wieder so richtig austoben können…

Hier sind noch ein paar Foto-Links:
Stand – Lab Lord
Stand Einsamer Wolf
Spielrunde Horst
Spielrunde Horst mitten im Spiel 1
Spielrunde Horst mitten im Spiel 2

[Blog] Havard’s Blackmoor Blog

Gibt’s ja nicht! Da schreibt mein norwegischer „Buddy“ Havard einene Blog und ich weiß nix davon. Neben dieser Lese-Empfehlung werde ich den Blog natürlich auch in meiner Blogroll ergänzen müssen, denn Havard ist ohne Frage DER Experte für alle Dinge, die die alten TSR-Settings MYSTARA und ganz besonders BLACKMOOR angehen. Der Blog landet direkt auf meiner Leseliste.

Da kann mein Fazit nur lauten: LESEN! LESEN!! LESEN!!!

Auf zum DREIEICH Con!

Morgen früh um 8:15 Uhr geht es los und es wird „morgigentags ganz sicher wieder eine Verlustigung allererster Kajüte“!! Es ist Dreieich Con-Zeit!
Man findet mich am Stand von Mantikore (ein Kombistand mit den Mädels und Jungs von Dragon’s Lair), wo ich mit dem Übersetzer von EW 3 und 4 Rede und Antwort zu den Dingen stehe, dieuns in Zukunft im Bereich Einsamer Wolf erwarten. Meine Frau ist zwar nicht foh, dass ich schon wieder weg bin, aber meine Standgastgeber haben frischen Met am Start, wie ich ihrer Homepage entnehmen konnte – vielleicht kann ich sie ja damit besänftigen.

Persönlich ist für mich natürlich wichtiger, dass ich auch die Werbetrommel in Bezug auf HERR DER LABYRINTHE rühren kann, das im neuen Jahr von Mantikore vertrieben werden wird.
Als einzige LL-Artikel habe ich derzeit die letzten Exemplare von Xoro, dem Gladiator und Die Rückkehr des Bergkönigs am Start, die auch am Stand zu erwerben sind.

Als Verkaufshighlight bringe ich noch die letzte Kopie des limitierten LL-Grundregelwerkes mit, von der ich mich zu trennen bereit bin – das ist die Nummer 100 von 200.

Neben dem Stand habe ich schonmal einen Doppeltisch geordert, auf dem ich meine Battlemat parke und jederzeit bereit bin ein oder zwei Demo-Ründchen zu leiten – schließlich will ich ja bald ein Supporter 3. Stufe sein…
Für kürzere Runden bietet sich „Die Nebelfeste“ an, dem ONE PAGE DUNGEON der SPIEL 2009, von dem ich immer noch einige Exemplare zu verschenken habe. Längere Runden dürfen sich gerne mal am demnächst erscheinenden „Tempel der Koa-Tau“ versuchen. Mal sehen, vielleicht mache ich ja meine Drohung wahr und habe das Pathfinder-Abenteuer „Die Krone des Koboldkönigs“ dabei und leite es spontan als LL-Abenteuer.
Noch mehr würde es mich natürlich freuen, wenn „Uisge Beatha“ sein Eifelareanien-Abenteuer leiten würde, um auch endlich seine ersten offiziellen Supporter-EP abzugreifen.

Neben den „geschäftlichen“ Dingen freue ich mich eine ganze Reihe an Tanelorn-Usern zu treffen und ein Ründchen mit Jörg zu spielen, das wird ganz sicher ein Fest!

Bis morgen!

Stonehell – Megadungeon

Gute Nachricht für Megadungeons-Fans wie mich! Chgowiz bloggt über das Projekt seines Buddies Michael Curtis – den ich auch auf der rechten Seite mit seinem Blog verlinkt habe.

Das gute Stück wird – wie man Cover und Preview-Text entnehmen kann – für Labyrinth Lord und ähnliche Retro-Systeme oder ihre Vorbilder geschrieben – landet also genau in meiner Spielfeldhälfte.

Das Teil wird schon nach Michaels kurzer Einführung bewertet ein richtiger Hammer! Hoffen wir mal, dass er einen Publisher findet, sonst muss ich wohl mal wieder eine Bestellung bei Lulu riskieren…