[Crowdfunding] Lovecraftesque

Vielleicht habt ihr jüngst auf meinem Blog etwas zu unserer Blog-Fassung des Lovecraftesque-Erzählspiels gesehen. Falls ihr das auch nur annähernd interessant fandet, habe ich eine gute Nachricht für euch.

c/o Schmetterting Verlag

Der brandneue Schmetterting-Verlag hat gerade ein Crowdfunding am Start, bei dem ihr euch dieses schicke SL-lose Erzählspiel sichern könnt. Gefordert sind 6000€, derzeit liegen wir bei 3800€, es ist also noch ein gutes Stück Weges zu gehen, aber ich bin doch recht optimistisch, dass das Finanzierungsziel geknackt werden wird, aber vielleicht schaffen wir es ja, das eine oder andere Stretchgoal zu reißen – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Betrag des Projekts langsam, aber stetig ansteigt und die Deadline erst am 20.12.19 ist…

Zur Beschreibung des Systems bediene ich mich mal schamlos eines Zitats aus dem Text der Crowdfunding-Seite:

„Lovecraftesque ist ein spielleitungsloses Erzählspiel über brodelnden, kosmischen Horror und bedient sich Themen sowie Elementen, die aus Lovecrafts Geschichten und Mythos bekannt sind. Sie werden in einer sich langsam entwickelnden Geschichte seltsame Hinweise enthüllen und voreilige Schlüsse ziehen. Sie entsenden die gemeinsam geführte Hauptfigur auf eine Reise, die schließlich auf eine fulminante Abschlussszene kosmischen Ausmaßes hinführt.“

Geil, oder? Für 35 Euro bekommt ihr das Regelwerk, für 5 Euro mehr noch das PDF dazu, ich denke, das kann man mal locker machen, um einen jungen Verlag zu unterstützen und mal ein lovecraftigeres Spielerlebnis zu haben, als mit dem Cthulhu-Rollenspiel… 😉

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, wird am 14.11. um 20 Uhr bei Twitch eine kleine Demo-Runde zu sehen sein, an der ich auch teilnehmen darf – ich bin echt mal gespannt, wie ich mich da schlage – wo ich doch nur Zwergenkämpfer spielen kann… Mehr dazu bei Twitter.

[Rezension] Die Magie der Träume (Beyond the wall)

Auf der SPIEL in Essen habe ich ein paar schicke Rollenspielsachen mitgebracht, die ich euch hier kurz vorstellen möchte – mit besonderem Augenmerk auf die old-schooligen Geschichten – bei „old-school“ fällt einem derzeit vor allem der System Matters-Verlag ein, der sich weiterhin um neues Material für Beyond the Wall verdient macht!

Produkt: Die Magie der Träume … und andere Abenteuer

System: Beyond the Wall

Autor*innen: Jonas Boungard, Peter S. Williams, Sarah Jacob (auch Hrsg.) und Karsten Zörner

Verlag: System matters

Aufmachung: Softcover, A4, vollfarbig (äh, grün vor allem), 64 Seiten

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: 14,95 Euro

ISBN: 978 3 96378 039 4

Gestaltung

Tja, das schwer ölgemäldig aussehende Cover passt wirklich gut zu dem Traum-Thema und das klassische, aufgeräumte Layout in schwarz-grün von Marc Meiburg gefällt mir schon immer ausgezeichnet und zieht sich durch die gesamte BtW-Reihe. Die Illustrationen sind nicht genau das, was man von klassischer Fantasy erwartet, sondern gehen irgendwie etwas mehr in Richtung Märchen, gefallen aber spätestens ab dem zweiten oder dritten Blick ganz ausgezeichnet.

(c) System Matters

Inhalt

Hier wird Traumhaftes geboten – die ersten 7 Seiten befassen sich (seeeehr kurz) mit neuen „Charakteren“ bei Hofe. Okay, um ehrlich zu sein, werden nur kurz Hinweise gegeben, wie man während der Erschaffung des Dorfes adelige Charaktere einbaut und es gibt Werte für alles, was so im Adelshaus kreucht und fleucht – vom fremdländischen Würdenträger über den Stalljungen bis zum treuen Jagdhund.

Aber das war nur der Aufgalopp, denn jetzt folgen 3 komplette Abenteuer und sieben neue Charaktere.

Abenteuer Nummer 1: Der geöffnete Grabhügel befasst sich, nun ja, eben mit einem geöffneten Grabhügel. Aufügeln.grund der tabellarisch-modularen Natur von BtW-Abenteuern könnte ich euch nun gar nicht spoilern, selbst, wenn ich es wollte. Irgendetwas hat dafür gesorgt, dass die Totenruhe in einem Cairn gestört wurde – und das muss das Dorf unserer Helden nun ausbügeln. Klar, dass nur unsere Charaktere in Frage kommen, die Gefahr abzuwenden.

Ich sage es gleich vorweg – in diesem modularen Ansatz der Abenteuer steckt für mich – neben der Charaktererschaffung und dem gemeinsamen Bau des Dorfes – der große Unterschied zu „wahren“ OSR-Systemen, bei denen Abenteuer genau festgelegte Gefahrenorte für die Spieler*innengruppe bereitstellen. Bei BtW würfelt sich die Spielleiter*in mit Zufallstabellen durch das Abenteuer, was in sich absolut dem old-schooligen Geist entspricht, den ich so sehr liebe, aber negativ betrachtet, fehlt mir dann das Fleisch an den Knochen. So finde ich beispielsweise das Grabhügelabenteuer super, bis zu dem Zeitpunkt, an dem dieser Ort wirklich beginnt, eine Rolle zu spielen. Hier wäre mir dann ein genau ausgearbeiteter Hügel mehr wert, als drei ausgewürfelte Leitfragen: „Wer oder was bewacht den Zugang?“, „Welche Herausforderungen warten im Inneren?“, „Was passiert in der Grabkammer?“ Wenn ich da vielleicht bitte eine Mischung haben könnte? Eine Art Kompromiss?

Das titelgebende Abenteuer 2: Die Magie der Träume treibt uns dann in Morpheus‘ Arme. Hier wird unser Dorf von einem Zauberschlaf bedroht, der irgendwie nur schlafend beendet werden kann – glücklicherweise weniger lovecraftig, als es sich anhört, denn ich bin kein Freund von HPs Traumlanden. Hier gilt es dann sehr klassisch drei Teile eines Maguffin einzusammeln, mit denen die Gefahr gebannt werden kann. Von der Sache her alles leicht absehbar, aber voller toller Ideen, sodass Sowohl Spielleiter*in als auch Spieler*innen öfter überrascht werden werden, als ihnen lieb ist.

Das dritte Abenteuer heißt Fernweh und handelt davon, dass den Charakteren ihr Dorf einfach zu klein wird. Was wäre da naheliegender, als sich als Begleitschutz von einem durchreisenden Händler anheuern zu lassen. In den letzten 45 Jahren Rollenspiel wurden so sicher Millionen von Charakteren in die große weite Welt transportiert. Auch hier gibt es wieder etliche Wendungen, die die tabellengenerierte Geschichte nehmen kann. Diese Art von Reise-Abenteuer funktioniert in meinen Augen ausgezeichnet mit BtW. Hier hab ich echt nichts auszusetzen.

Im Anschluss an die Abenteuer folgen die neuen Charaktertypen. In meinen Auge ist ja das Erschaffen des Dorfes und der Charaktere das ganz große Pfund, mit dem BtW wuchern kann. So wählt man den Charaktertyp aus, den man spielen möchte und würfelt sich denn mit Hilfe von 6 Tabellen durch die Kindheit und Jugend der Spielfigur. Am Ende stehen dann von den Werten her recht ausgeglichene Charaktere, die gleichzeitig noch ihre eigene Hintergrundgeschichte mitbringen. Genial einfach. Einfach genial. Dieser Band bietet jetzt alles mögliche an Optionen, für den Fall, dass sich in dem gemeinsam erschaffenen Dorf eine herrschaftliche Festung befinden sollte.

An neuen Charakteren gibt es (leider wie so oft in der klassischen Fantasy) diese vor allem männlichen Charaktertypen: der Lehrling des Hofmagiers, der vergessene Sprössling, der zukünftige Kriegsherr, der begabte Dilettant, der ritterlose Knappe, die ungestüme Adelstochter, der Novize der Templer.

Fazit

Schick und sein Geld absolut wert. Die Abenteuer gefallen mir gut, mit der Einschränkung, dass ich persönlich gerne einzelne Elemente präziser beschrieben hätte. Die Charakterbücher sind wie immer erste Sahne und machen mir sofort Lust darauf, eine kleine Kampagne in Adelskreisen zu starten.

Bewertung

4 von 5 ungestüme Adelstöchter

[Lovecraftesque – Zug 13] Im Krankenhaus

Was lange währt, wird endlich etwas über mittelmäßig. 😉 Die Erzählung um den Foodblogger der Herzen geht weiter – und die gute Nachricht ist – ER LEBT NOCH. Wenn ihr wissen wollt, was es mit dieser Lovecraftesque-Geschichte auf sich hat, schaut auf der Übersichtsseite beim Sandfuchs vorbei. Sollte die Geschichte nicht hier enden, wird es weitergehen bei Michael.

Eine Ton-Aufnahme auf dem arg geschundenen Smartphone von Raphael Duchamps:

„Mannmannmann, was ist denn hier los? Das Letzte, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich auf ein undergroundiges Food-Festival wollte und mit dem Rad den Berg hochgekracht bin. Dann bin ich, glaube ich, gestürzt.

Aber von so einem Fahrradsturz – gerade bergauf – kann man doch nicht so mitgenommen sein? Da liege ich jetzt in irgendeinem Krankenhaus und die Ärztinnen sagen mir fast überhaupt nicht, was los ist. Ich bin fast komplett zubandagiert, wenigstens der Zeigefinger der rechten Hand ist frei, sodass ich mein Fon benutzen kann, wenn die Schmerzen sich mal etwas zurückziehen. Alter, das Ding ist mal wirklich hinüber. Muss wohl irgendwie voll drauf gelandet sein. Auf das Display hab ich mir die größte Spiderman-App runtergeladen, die man sich nur vorstellen kann. Und eine Ecke sieht aus, als habe jemand oder etwas sie rausgebissen. Verrückt!

Was ich bisher von den Ärztinnen erfahren konnte, ist, dass ich irgendwo in den Bergen gefunden wurde, viele innere und äußere Verletzungen aufweise, ja mir sogar einzelne Finger zu fehlen scheinen und ich beim Auffinden völlig verwirrt gewesen sein soll und immer laut nach Essen verlangt haben soll. Komisch. Das hört sich gar nicht nach mir an. Das kann doch wirklich nicht von dem Fahrrad-Sturz kommen.

Boah! Manchmal können sich die Schmerzen durch die angenehme Wattigkeit der Schmerzmittel bohren – direkt in mein Hirn! Wisst ihr was, liebe Follower? Irgendwie bin ich hungrig. So hungrig war ich noch nie. Ja, klar! Krankenhausessen ist Müll und wird niemals auf meinem Blog landen, aber ich habe echt HUNGER! Also nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Da ist irgendwie ein riesiges Loch in mir, das gefüllt werden muss! Entweder fehlt ein Teil von mir, oder es ist etwas geöffnet worden, was nach Material verlangt. Hört sich komisch an, oder? Ja, ich weiß. So philosophisch kennt ihr mich gar nicht. Mann, ich freue mich so darauf, den Blog wieder zu befeuern und coole Pics auf Insta für euch rauszuhauen. Aber vorher muss ich noch irgendwas machen. Keine Ahnung was. Irgendwas will getan werden… Was? Da sind Stimmen. Sie flüstern.

AAAAA! Diese Schmerzen! Mein Kopf platzt! Und ich habe Hunger! Ich werde mal nach der Schwester klingeln…