Die 7 Systeme, die ich am meisten geleitet habe…

… wie Norbert und ein paar andere Blogger habe ich mir kurz vor dem Aufbrechen nach Koblenz, wo ich mal eben die deutsche Meisterschaft in Summoner Wars gewinnen werde, ein paar Gedanken dazu gemacht, was ich über die Jahre am meisten geleitet habe.
Die ersten beiden Plätze sind glasklar, auf sie dürften etwa 90% meiner gesamten spielgeleiteten Zeit fallen.
1. Dungens & Dragons Classic / Labyrinth Lord

2. Advanced Dungeons & Dragons 2
Danach muss ich schon echt überlegen, da ich in den letzten Jahren entweder LL geleitet habe oder Oneshots, oder aber bequem auf der Spielerseite gesessen habe – ich muss also in der Historie etwas zurückreisen und überlegen was wir in den Mitt-Achziger-Jahren so gespielt haben und was in den frühen 90ern auf dem Tisch lag…
3. Cthulhu

4. Mittelerde Rollenspiel

5. Shadowrun

6. Das Schwarze Auge 1

7. Ruf des Warlock
So ungefähr müsste es sich verteilen. Cthulhu haben wir in den frühen 90ern sehr, sehr viel gespielt. Ende der 80er war eine ziemlich fanatische MERS-Zeit, Shadowrun haben wir immer mal wieder ausgepackt und sind von Kontinent zu Kontinent geflohen, da wir es uns mal wieder mit einem Konzern verscherzt hatten. Mitte der 80er in Paris haben wir sehr viel DSA 1 gespielt und auch RdW hatte eine kurze, aber heftige Zeit, ich tippe mal kurz vor oder während der Cthulhu-Phase.

Meta-Karneval

Damn! Der Titel „Karneval hoch 2“ war schon vergeben – trotzdem werde ich ein paar Zeilen zum Dezemberthema des Blogger-Karnevals schreiben:
Im Zirkelschluss lädt uns 1d6 dazu ein, uns Gedanken über das erste Jahr Blogger-Karneval zu machen.
Leider habe ich nicht so oft teilgenommen, wie ich es mir gewünscht hätte, aber in manchen Monaten hatte ich einfach zu viele andere Sachen um die Ohren, in anderen wiederum lief einfach das Thema an mir vorbei und mir ist nichts auch nur annähernd Vernünftiges eingefallen.
Eines kann ich aber von mir behaupten – ich habe sämtliche Karnevals-Beiträge des letzten Jahres gelesen und war immer gut unterhalten. Echt heftig, welch unterschiedlichen Ergebnisse bei den einzelnen Stichworten herausgekommen sind.
Sorry, dass ich nicht mit spektakulären Gedankengängen aufwarten kann. Ich empfehle einfach nur, dass ihr euch mal im RSP-Blogs-Karnevals-Forum umseht.
Viel Spaß!

[Interview] Marc Jenneßen (DSA-Autor)

Auch Marc J., der „einarmige Bandit des deutschen Rollenspiels“, konnte meinem fast schon sprichwörtlichen Charme nicht widerstehen und hat im Facebook-Chat ein paar Fragen beantwortet, auch wenn er gerade mal wieder dabei war, einer Deadline zu zeigen wo der Hammer hängt:
1. Marc – schildere
doch mal bitte kurz deinen Weg ins Rollenspiel.
Ungefähr als ich elf war, hatte sich ein Kumpel zuerst MERS
geholt – ich weiß nicht mehr, welches Buch, es waren jedenfalls viele Drachen
drin. Wir haben uns das ganze angeschaut und auch gerne drin gelesen, wussten
auch, dass es sich um ein Spiel handelte, aber wussten echt nicht, um was für
ein Spiel es sich handelt – und wie man es spielt. Naja, die Karten waren
schön, aber anscheinend war es kein Regelbuch. Ein paar Wochen später hatte mein
Kumpel dann die Helden des Schwarzen Auges zu Hause. Darin haben wir uns auch
zurecht gefunden und bald hatten wir unsere ersten Charaktere. Da mein Kumpel
sich auch gleich das neue Abenteuer Hexennacht geholt hat, baute er sich eine
Hexe und ich einen Zwerg.
Ein paar Abenteuer später hatten wir ne Runde zusammen und infizierten den
kompletten männlichen Teil seiner Schulklasse mit DSA. Allerdings sollte man
erwähnen, dass wir nach Schatten über Travias Haus relativ lange der Meinung
waren, dass die Grüne Ebene jetzt uns gehörte und wir haben Travingen zu einer
Festungsstadt ausgebaut… Kurz darauf hab ich mein erstes Abenteuer selbst
„geschrieben“ – es bestand aus einem Plan… in dem Räuber Reisende auf der
Straße von Selem nach Norden ausraubten. Ich hatte ja keine Ahnung, was es mit
Selem so auf sich hatte – war ja nur ’n Häuschen auf der Aventurienkarte. Bald
sind dann aber neue Boxen und Abenteuer dazu gekommen. Meine erste eigene Box
hat übrigens gerade mal ein halbes Jahr gehalten, da ich sie überall hin
mitgeschleppt habe…
2. Es war also (fast)
die typische Einstiegsdroge DSA. Wie hältst du es mit anderen Systemen?
Da war ich ziemlich lange ziemlich konservativ – selbst
Myranor hab ich zuerst mal skeptisch angeschaut. Aber danach hab ich mir dann
zuerst einzelne Publikationen von Shadowrun geholt und auch dazu alles
gesammelt – mittlerweile ist die Sammlung vollständig. Und ein wenig Cthulhu
ist hinzugekommen (aber irgendwie sagt es mir nicht so recht zu – auch wenn ich
Horror sehr mag) Naja, dazu kommt noch HEX (Hollow Earth Expedition) und Space
1889. Ja, das war’s… Also mehr oder weniger die Mainstreamsysteme.
3. Ich vermute mal,
dass DSA noch immer das System ist, das dir am meisten am Herzen liegt.
Verteidige es doch mal bitte kurz gegen die fiesen Nörgeler!
Von allen Systemen, die ich bisher kennengelernt habe, hat
es ein relativ griffiges Profil, man findet leicht rein (auch wenn ich die
Regeln für Einsteiger ein wenig zu komplex finde) und es bedient eine Vielzahl
von verschiedenen Settings. Darüber hinaus gibt’s ne Menge Material, was mir persönlich
gefällt, da mir beim Lesen immer wieder neue Ideen kommen. Was ich ebenfalls
schön finde ist die fortlaufende Geschichte – man weiß, irgendwann wird etwas
zu einem bestimmten Thema passieren. Es muss mir dann nur noch gefallen und
schon bin ich glücklich (zumindest im Rollenspielbereich).
4. Nun strickst du ja
seit einiger Zeit an dieser fortlaufenden Geschichte mit – wie kam es dazu?
Im Grunde ist das Jahr des Feuers schuld…
Da erhält man ja die Baronie Retogau als Lehen. So auch bei uns: Nach einem
kurzen Anruf beim Regeltelefon habe ich mit einigen Leuten aus meiner damaligen
Runde begonnen, das ganze auszugestalten. Und da wir wollten, dass andere auch
was davon hatten, haben wir ne Website gestaltet, die heute noch online ist – www.retogau.de – aber das sind
irgendwie Jugendsünden.
Auf der Ratcon bin ich mit Michael Masberg ins Gespräch gekommen und genau wie
er bin ich tierischer Maraskanfan und ich hab ihm gesagt, dass ich einen Plan
von Boran gezeichnet hab (die Stadt hatte damals noch keinen). Ein paar Tage
später hab ich ihm den Plan geschickt und einige Zeit später hat Michael
gefragt, ob ich Lust hätte, ihm ein Expose für ein Anthologieabenteuer zu
schicken – heraus kam Das Lächeln des Raben in Bardensang und Gaukelspiel.
Danach gings dann schnell…
5. Das ist eine der
Sachen, die mir schon immer ein Mysterium sind – erklär doch mal bitte was es
mit diesem Lehens-Spiel auf sich hat und wie es funktioniert.
Hahaha, keine Ahnung! Die Baronie, die wir hatten war ja zur
freien Ausgestaltung vorgesehen und nicht ins Briefspiel eingebunden. Wir haben
UNSER Lehen einfach ausgestaltet und dort einige Abenteuer erlebt – unsere
Gruppenmagierin hat ihre eigene Akademie gegründet, aber das ist alles nie
offiziell geworden. Von den Regularien des Lehens-Spiels habe ich keine Ahnung
– auch wenn ich schon mehrfach gefragt wurde, bei einem mitzumachen bzw. mal
dran gedacht habe, eins selbst zu initiieren (Al’Anfa). Aber im Grunde geht es
einfach darum, SEIN Haus oder SEIN Land auszugestalten und mit Leben zu füllen.
Also, wie seinen Charakter, nur in größerem Maßstab.
6. Okay. Schade, dann
wird das weiterhin ein weißer Fleck auf meiner Rollenspiel-Verständniskarte
bleiben. Dann kommst du jetzt nicht mehr darum herum, ganz kurz (und vor allem
im Rahmen dessen, was du darfst) über deine derzeitigen Projekte zu erzählen.
Ok, abgegeben hab ich die Texte zu Sumublüten, dem
Nachfolger des Myranor-Abenteuers „Knochenblei und Schwarzes Blut“. Auch in
diesem Abenteuer durfte ich meine Leidenschaft für Zombies ausleben und wie es
sich für Fortsetzungen gehört ist alles etwas größer als beim Vorgänger – es
gibt mehr Zombies, eklige Mutanten und wesentlich mehr Ekelszenen. Insgesamt
ist das Abenteuer fast dreimal so dick wie der Vorgänger (etwa 130 Seiten) und
hat wieder ein paar wunderschön creepige Pläne von Hannah Möllmann drin.
Insgesamt gibt es nicht einen, sondern bis zu vier unterschiedliche Dungeons. Das
heftigste dürfte wohl ein Fleischdungeon sein, wo man sich durch Magenkammern
kämpfen muss und richtig die schweren Geschütze auffahren darf.
Aktuell arbeite ich an den letzten Texten zum Tempelband, für den ich die
Bandredaktion inne habe. Auch das ist ein ziemlich dickes Ding (ziemlich dick
sogar!). Neben einem allgemeinen Teil zum Leben im Tempel und zur Ausbildung
von Geweihten gibt es Kapitel zum Tempelbau und zur Finanzierung der Kirchen –
und detaillierte Beschreibungen von etlichen Tempeln der Zwölfgötter und des
Namenlosen. Abgerundet wird das ganze durch ein paar Regeln und neue Liturgien.
Wichtig ist es mir, dass die Tempel im Spiel genutzt werden können und so gibt
es mehrere Abenteuerplots, dazu eine kleine Tempelkampagne und viele Meisterinformationen.
Gerade angefangen habe ich mit Schleierfall, dem Nachfolger zum
Aranien-Abenteuer Schleiertanz, in dem sich um die Verschwörung hinter dm
Schleier gekümmert wird. Nachdem ich den ersten Teil immer als Mischung aus
„Indiana Jones“ und „Die neun Pforten“ beschrieben habe, verlagert sich das
ganze nun hin zu „Bourne Identität“ meets „Operation Walküre“. Danach stehen
auch noch einige interessante Projekte an…
7. Man kann ja auf
Facebook oft mitverfolgen wie viele Zeichen du so in ziemlich kurzer Zeit
raushaust. Kennst du keine Schreibblockaden?
Haha, doch. Mein Umzug hat mich ziemlich viel Zeit gekostet,
in der ich wenig geschrieben habe, ebenso jetzt kürzlich die Spielemesse, da
hab ich fast zwei Wochen gar nichts geschrieben, sondern mir abends lieben ’n
guten Film angeschaut. Da war ich aber auch zeitweilig sehr unkreativ. Hat man
halt manchmal. Aber auch die schönen Ablenkungen wie eine neue Beziehung können
einen vom Schreiben ablenken. Anscheinend leg ich aber doch ’n nettes Tempo vor
– muss ich auch, wenn ich sehe, was ich in den nächsten Monaten an Zeichen vor
der Brust habe – und manche DSA-Fans wollen am liebsten die Fortsetzung eines
Bandes am liebsten gestern haben.
8. Wie gehst du mit
Kritik um – die sich ja im Bereich DAS kaum vermeiden lässt?
Konstruktive Kritik nehme ich mit und versuche, diese Dinge zu
verbessern. Es gibt aber leider auch die Leute, die sich auf ein kleines Detail
konzentrieren und dieses aus irgendeinem Grund schlecht finden und dann Post um
Post darüber lästern. Da ist es schwer was Konstruktives mitzunehmen. Aber ich
versuch’s. Und liebe DSA-Fans, denkt daran: Auch wir Autoren haben Gefühle…
Naja, Scherz beiseite. Man kann sein Bestes versuchen, ich will mit meinen
Sachen zufrieden sein und die Erwartungen erfüllen. Irgendwas geht immer schief
und nachher haut man sich nur vorn Kopf und fragt sich, wie so etwas passieren
konnte. Nobody is perfect…
9. Könntest du dir
vorstellen alleine vom Schreiben von Rollenspielmaterial zu leben?
Hm, einen guten Teil meiner Einkünfte beziehe ich über das
Schreiben, aber ich hab eben noch nen Sicherheitsjob, der mich in der Zeit
ernährt, in der ich gerade mal keinen Einkünfte durchs Schreiben habe. Aber
auch da hab ich mit Rollenspielen zu tun, da ich in einem Spielwarengeschäft
arbeite *Schleichwerbungsmodus an* die Spielzeit in Krefeld
*Schleichwerbungsmodus aus*. Aber nachdem ich zuletzt eine Aufzählung von einem
Bestsellerautor bekommen habe, was bei ihm nach Steuer, Agent und Exfrau übrig
bleibt, behalte ich bis zu meinem ersten Weltbestseller noch ’nen
Sicherungsjob, der mir viel Spaß macht. Wenn ich aber den nächsten Harry Potter
(der sich natürlich um Rollenspiel dreht) geschrieben hab und damit Rollenspiel
wieder massentauglich gemacht hab, kann sich das ändern. Naja, wir haben alle
unsere Träume….
10. Das wäre fast
schon ein schönes Schlusswort – ich muss dir aber leider in die Parade fahren
und die einmalige Gelegenheit anbieten,
ein paar Worte an das „Volk“ zu richten, die ich fett markieren und rot
einfärben werde…
Spielt mehr Rollenspiel, geht in die
Jugendzentren, Bibliotheken oder Kneipen, in denen Spieleabende angeboten
werden und bietet dort Rollenspiele an. Zeigt dabei möglichst vielen
Interessierten, wie toll unser Hobby ist. Seid nicht so abgehoben gegenüber
Neulingen, die Interesse am Rollenspiel haben und mobbt sie nicht, wenn sie
nicht wissen, wie der Drache Nachtmeister starb oder was das Geheimnis um
Kaiser Hal war. Denn: Die wollen doch nur spielen! Genau wie ihr. Oder macht’s
wie Moritz und organisiert Cons oder Gratisrollenspieltage.

Rollenspielen wie Praios in Frankreich!

Vielleicht habt ihr es ja schon in der Wiki-Aventurica-Eintragung gelesen oder ihr gehört zu den ca. 34949 Millionen Menschen, denen ich das Anekdötchen in irgendeinem Chat oder „in natura“ erzählt habe, aber ich habe 2 (oder sogar 3) Jahre lang DSA gespielt und es für ein französisches Spiel gehalten.
Zu dieser Zeit habe ich immer meine Sommer- und Weihnachts-Ferien bei meinem Freund Arnaud in Paris (beziehungsweise den Sommer an der Côte d’Azure oder in Biarritz) verbracht und wir haben gerade im Winter ziemlich viel Rollenspielkram getestet und gespielt.
Ich hatte D&D angeschleppt, aber ziemlich cool war auch „MéGa„, eine Art französisches Traveller, das wir auch bis zum Umfallen gespielt haben. Als Konkurrenz zu D&D bot sich schnell ein sehr klassisches Fantasy-System an, das zwar weniger Monster, weniger Schätze, weniger Bling-Bling und überhaupt weniger Weniger zu bieten hatte, aber wir hatten die paar D&D-Abenteuer, die ich besaß schnell durch und für das Konkurrenzprodukt „L’Oeil Noir“ gab es noch etliche Abenteuer, die wir noch nicht kannten.
Überhaupt war „L’Oeil Noir“ so zwischen 1985 und 1987 ein ziemlicher Abräumer in Frankreich (toller Artikel aus dem Jahr 2008 hier) – ich würde fast behaupten wollen, dass es das Nummer 1-Rollenspiel war – nach D&D natürlich, das es in Frankreich sogar schon ein paar Jahre länger gab als in Deutschland – hier wurde nämlich schon die Moldvay/Cook-Variante von 1981 übersetzt, nicht erst Mentzer von 1983. Klarer Fall, dass ich deswegen davon ausging, dass es eine französische Produktion sein muss.
Der Erfolg lag wohl darin begründet, dass der damalige Verlag Gallimard die Vermarktung absolut generalstabsmäßig plante und durchzog. Gallimard hatten in ihrem Programm schon die in Frankreich unfassbar beliebten und erfolgreichen „Livres Dont Vous Êtes Le Héros“ sprich: „Abenteuerspielbücher“.
Unter einem Dach gab es so den Einsamen Wolf, die Fighting Fantasy-Reihe, die Kreta-Abenteuer… Alle Bücher erschienen als Taschenbücher im gleichen Format und in der gleichen „corporate identity“. Unterscheiden konnte sie man an einem kleinen Symbol, das sich auf dem Cover und auf dem Buchrücken wiederfand. So hatte man auch im Regal jederzeit den Überblick welches Buch zu welcher Reihe gehörte und die Sammler (die es auch damals schon gab) hatten eine perfekte und gut strukturierte Bücherwand im Wohnzimmer. So hatte der Einsame Wolf einen Wolf, die Fighting Fantasy-Reihe (in meiner Erinnerung) ein Schwert und einen Schild und die Kreta-Althéos-Saga einen Minotaurenkopf.
Was machen die Füchse von Gallimard also? Sie bringen DSA, das ja auch etliche Solo-Abenteuer zu bieten hat, einfach in dieser Reihe heraus, im gleichen Taschenbuchformat und mit einem Auge als Symbol, zwecks geschmeidiger Einordnung in die Systematik. Okay, die Regeln kamen in schweren Plastikboxen daher, aber die eigentlichen Regelbücher waren die gleichen praktischen Taschenbücher, die man direkt ins Regal einsortieren konnte. (Faszinierenderweise geschah das Gleiche mit dem Pendragon-System), das habe ich auch noch irgendwo auf dem Speicher.)
An Regeln erschienen die Regelwerke der 1. und 2. Edition sowie die Werkzeuge des Meisters sowie die beiden Schwertmeister-Boxen. Dazu gab es als Setting die Havena-Box und insgesamt 24 Abenteuer, die in 4 „Staffeln“ unterteilt waren.
Die bis dahin erschienen Abenteuer hatten auch noch irgendwie etwas Mediterran-Wildes, ein inneres Chaos, einer nicht komplett entwickelten Welt, sondern sie waren ganz einfach entstanden, indem irgendein Autor irgendwo ein Abenteuer mit einem Thema, auf das er gerade Lust hatte, schreiben konnte. Okay, es gab natürlich einen groben Überblick über die Welt, aber das generalstabsmäßig geplante teutonische Gartenzaun-Spielgefühl kam dann erst im Laufe der Jahre dazu und da war DSA schon in Frankreich kein Thema mehr.
Sollte jemand Französisch beherrschen – auf dieser Seite kann man sich nicht nur zu allem möglichen Kram informieren, man kann auch die französischen Regeln von DSA 1 (und in geringem Maße 2) herunterladen – ebenso wie alle erschienenen Quellenbücher und Abenteuer…
Ach ja, ich denke ein Anekdötchen im Anekdötchen habt ihr euch schon noch verdient: Genialerweise ist im Französischen „gobelin“ und „gobelin“ identisch. Nicht nur von der Schreibweise, sondern auch von der Aussprache her. So war es immer bei einem Raum mit einem „gobelin“ im Vorlesetext äußerst wichtig, schnell herauszufinden, ob der einem gerade mit gezogenem Schwert ins Gesicht sprang oder brav an der Wand hing und die Geschichte der königlichen Familie darstellte.
… sollte irgendjemand eine Ahnung haben warum das französische DSA so plötzlich „starb“ (kann ja eigentlich nur was mit Lizenzproblemen zu tun haben, oder), immer raus damit. Thomas Römer, ich blicke da hoffnungsvoll in deine Richtung…
Grasi…?
… irgendwer…?

2. Deutsche Summoner Wars-Meisterschaft am 29.12.12

Endlich ist es wieder soweit, die deutsche Summoner-Wars-Community sucht ihren deutschen Meister 2012!

Am 29.12.12 um 11 Uhr (Anmeldung ab 10 Uhr)
finden wir uns dazu im Zeitgeist in Koblenz ein. Die Teilnahme ist
selbstverständlich kostenlos! Genau wie beim letzten Mal lassen wir das
Jahr mit einem zünftigen Turnier um die Krone ausklingen. Wer wird der /
die Nachfolger(in) von Jeff Peters?

Um dieses Event noch
schmackhafter zu machen hat sich der Uhrwerk-Verlag nicht lumpen lassen
und einen tollen Preispool zur Verfügung gestellt:

Platz 3: Ein Myranor Softcover-Abenteuer sowie ein Fraktionsdeck „Die Wächter“ oder „Das gefallene Königreich“
Platz 2: Ein Myranor Hardcover-Abenteuer sowie ein Fraktionsdeck „Die Wächter“ oder „Das gefallene Königreich“
Platz
1: Das Myranor Quellenbuch „Unter dem Sternenpfeiler“, beide
Fraktionsdecks „Die Wächter“ und „Das gefallene Königreich“ sowie
natürlich der Titel Deutscher Summoner Wars Meister 2012!

Außerdem gibt es natürlich noch kostenloses Promomaterial für alle Teilnehmer!

So, nun zum Kern der Sache: Wie läuft das Turnier ab?

Dieses
Jahr wird es eine Vor- und eine Endrunde geben. Die Vorrunde besteht
aus drei Spielen, welche nach dem schweizer System ausgetragen werden.
Die Besonderheit ist: Jeder Spieler meldet sich mit drei verschiedenen
Fraktionsdecks (ACHTUNG! Natürlich sind auch die englischen Fraktionen erlaubt!!) für das Turnier an. Dabei legt er auch vorher fest wann
er dieses Deck spielen möchte.
Beispiel: Der Spieler meldet sich
mit den Fraktionen Phönixelfen / Gildenzwerge / Höhlengoblins an. Im
ersten Spiel der Vorrunde spielt er nun mit seinen Elfen, im zweiten
Spiel mit den Zwergen und im dritten Spiel mit den Goblins.

Je
nach Teilnehmerzahl schaffen es nun die besten vier oder acht Spieler
in das Halb- bzw. Viertelfinale. Für die Endrunde wählt nun jeder der
Spieler eines seiner Decks aus der Vorrunde und spielt mit diesem das
Turnier zu Ende. Dabei braucht er sich erst nach Abschluss der Vorrunde
für eines seiner Decks zu entscheiden.

Solltet ihr also den Titel gewinnen wollen, könnt ihr euch auf bis zu sechs Partien bis zum Sieg einstellen.

Zum Schluss folgen hier noch die Spielregeln für das Turnier:


Ihr bringt bitte eure eigenen Decks mit, diese müssen sich in Hüllen
mit undurchsichtigtem Rücken befinden. Der Grund dafür ist, dass so
eventuelle Söldnerkarten nicht erkannt werden können und beim Mischen
oder Abheben nicht an eine Wunschposition geschoben werden können.
Sollte jemand noch keine Hüllen haben, können diese natürlich auch vor
Ort erstanden werden! (Die Karten passen relativ knapp in Yu-Gi-Oh-Hüllen, aber auch bequem in klassische Magic-Hüllen)

Die Decks müssen den normalen Deckbauregeln entsprechen, wie im
Regelheft beschrieben. Alle deutschen und englischen Decks und
Erweiterungen sind erlaubt.
– Bringt bitte falls möglich auch einen eigenen Spielplan und Wundenmarker mit.

sollte ein Spiel nach 60 Minuten Spielzeit noch nicht beendet sein,
haben die Spieler insgesamt noch fünf Züge zur Verfügung. Ist das Spiel
danach noch nicht beendet, wird es als Unentschieden gewertet.

Dazu
noch eine Kleinigkeit von mir: Sollte es Gelegenheitsspieler geben die
keine drei Decks zusammenbekommen, ich verleihe gerne!

Zum Schluss gibt’s noch nen Link zur Örtlichkeit: http://www.zeitgeist-online.biz/

Uhrwerk-Newsletter

… und wie immer bei den freundlichen Jungs (und mittlerweile auch Mädels) von Uhrwerk gibt es etwas Schickes zu gewinnen. Wer sich für den Newsletter, der über das Verlagsgeschehen informiert, hier anmeldet, kann alle Januar-Erscheinungen gewinnen – und wie mir ein Vögelchen gezwitschert hat, gibt es da so einiges, was die Köln-Erkrather auf der Pfanne haben – ich sage nur Mutanten, Hobbits und Cowboys…
Anmelden! Anmelden! Anmelden!

[Santicore 2012] Die Gralsmaschine

Endlich ist mein großer Moment gekommen. Am 3. Advent ist es so weit und ich kann endlich meinen Beitrag zur Aktion „Bück dich, Blogger – Wunsch ist Wunsch!“ (oder so ähnlich) online stellen.
Ich durfte System Matters-Daniel den Wunsch erfüllen: 
„Ich wünsche mir ein Ritterabenteuer, das zum Tafelrunden-Mythos passt.“
Herrje, habe ich mich mit dem Thema gequält, aber dank einiger Unterstützer könnte ich doch noch etwas halbwegs Anständiges abgeliefert haben.
Vielen Dank, Tarin, Bernd, Imion und Christian und Florian Sußner!
Ich präsentiere also without further ado:


Meine ersten „literarischen“ Gehversuche

… haben etwas mit Urzeitkrebsen, militärisch gestählten Schnurrbärten und vielen Explosionen zu tun.
Daher erscheinen sie nicht auf der Seifenkiste, sondern bei Grasi, dem wohl mit Abstand berühmtesten „Dirty Nerd“ des deutschsprachigen Raums.

[Interview] Christian Saßenscheidt (Myranor-Autor)

Schon vor einiger Zeit habe ich Sassi, eines der Myranor-Uhrgesteine zu einem Interview geprügelt. Ein grandioser Kerl, der gerade in seinem Aufruf doch weit über den Rollenspieltellerrand hinausschaut…
1. Christian –
schildere doch mal bitte kurz deinen Weg ins Rollenspiel.
Das war eigentlich ganz klassisch: Ein Freund aus meiner
damaligen Siedler-von-Catan-Runde lud mich damals, 1997, zu einem Spiel ein,
das sich etwas komisch anhörte … Kurz darauf war ich begeisterter
DSA-Spieler.
2. Absolut klassisch!
Wie kam es dann zu deinem Engagement für Myranor?
Tatsächlich durch das Jahr des Feuers. Die Kampagne
enttäuschte meine Erwartungen sehr und die Umgestaltung Aventuriens war so erst
mal nichts für mich. Nach damals 9 Jahren Aventurien nahm ich dann 2006 das
Myranor-HC zur Hand und war begeistert von der Erweiterung meiner DSA-Welt und
ihren Möglichkeiten. Speziell das Aufnehmen klassischer DSA-Elemente in anderen
Kontexten ist etwas, was ich sehr liebe und auch in meinen Runden in Myranor
wie den Dunklen Zeiten praktiziere.
3. Wie schafft man
den Schritt von „begeistert sein“ zu „etwas zu einem offiziellen Produkt
beitragen“?
Puah. Das war eine Kombination aus vielen Zufällen, die ich
kaum mal eben kurz zusammenfassen kann. Ich habe mich recht bald aus Eigennutz
für Myranor engagiert – ich wollte ja mehr Material haben – und habe
angefangen, Runden im örtlichen Spieleladen und auf Cons anzubieten. So kam ich
in Kontakt mit der Memoria Myrana und darüber dann zu ersten Autorenkontakten.
Zudem hatte ich den Vorteil, dass ich mich sehr für die DSA4-Regeln
interessiere – und da gab es einfach gerade bei den Myranor-Autoren einen
kleinen Mangel. Olaf Michel konsultierte mich bei seinen ersten Überlegungen zu
einem neuen Magiesystem, und plötzlich war man Bandredakteur … Halt wie die
Jungfrau zum Kinde.
4. Du kannst dir
sicher denken, dass „Myranische Magie“ vermutlich das Rollenspielwerk ist, das
am weitesten von meinen persönlichen Präferenzen entfernt liegen dürfte. Wie
überzeugst du mich davon, es doch einmal aufmerksam zu lesen?
Bei dir? Keine Chance! Wäre Zeitverschwendung. Zumindest,
was den kompletten Regelteil angeht. Du solltest dir wirklich nur die Formeln
durchlesen, für dein Art des Rollenspiels reicht die formale Zauberei völlig,
Ausbauregeln und Spontanzaubern sind nix für dich …
Du siehst, worauf ich hinaus will;)? Es ist modular genug, dass du auch
sehr simple Konstrukte finden kannst, mit denen zu spielen sich lohnt. Das
zieht sich bei Myranor auch konsequenter durch: Es wird so modular wie möglich
gehalten, um auch verschiedene Spielstile gut bedienen zu können. Was ich
übrigens auch in meinen Runden praktiziere, die haben sehr unterschiedliche
Myranors.
Ergo: DU liest dir nur die Formelsammlung durch und die allgemeine Einleitung
zum Zaubern. Den Rest lässt du links liegen und schreibst in der Zeit besser
ein Dungeon, das ich dann crawle…
5. Schreibst du derzeit
noch an offiziellem Myranor-Material?
Im Moment nur an meinem persönlichen Projekt, dem
Era’Sumu-Band, zu dem auch schon einiges an Texten existiert. Leider lässt
meine persönliche Situation – einerseits der Endspurt bei der Dissertation,
andererseits das Versagen meiner Nieren vor 2 Jahren und die sehr zeitraubende
Dialyse – derzeit kaum mehr als konzeptionelle Gespräche zu, obwohl ich gerade
am Regelteil von Myranisches Zauberwerk riesiges Interesse habe.
6. Trotzdem bist du
immer noch im Einsatz als Myraniar. Wie habe ich mir das vorzustellen?
Das ist auch etwas, das ich keinesfalls aufgeben will! Die
Basis meines Engagements war immer das Myranor-Meistern – und den Kontakt zu
den Fans und eben zum praktischen Spiel will ich nicht missen. Außerdem ist es
ein fantastisches Gefühl, zu sehen, was die Leute aus dem machen, was von mir
ins Spiel eingeflossen ist, wen Rassen bespielt werden, die ich regeltechnisch
mitkonzeptioniert habe, oder wieder mal meine Lieblinge, Erasumier oder
Satyare, auftauchen. Und viele Spieler, die ich auf Cons bespaße, haben
teilweise einen längeren Weg mit Myranor zurückgelegt als ich.
Aber zum Thema „wie muss ich mir das vorstellen“:
Ich denke mir ein Szenario aus (fast immer ergebnisoffen).
Dann fahre ich zur Con.
Dann ziehe ich mein T-Shirt an, hänge die Runde aus und
warte.
Und dann schaun mer mal, was die Spieler mir entgegenwerfen
… Ich hatte schon alles von einer wahnvorstellerischen Aventurierin, die sich
für Hela-Horas hielt, über Baramunen bis zum aventurischen Novadi oder einen
Shingwa-Architekten in der Runde.
Es ist eben genauso bunt und vielseitig wie Myranor selbst.
Und genau das liebe ich daran und werde es auch nicht
aufgeben, solange es möglich ist!
7. Das scheint mir
echter Enthusiasmus zu sein. Hattest du den immer in allen Jahren des
Rollenspiels?
Ja.
8. Ich hasse
Interviewer, deren Fragen länger sind als die Antworten der Interviewten.
Könntest du dir vorstellen DAS „untreu“ zu werden und auch für andere Systeme
zu schreiben?
Klar.
(Und ja, auch für Dungeonslayers könnte ich mir das
vorstellen.)
9. Danke für deine
Zeit. Wie alle anderen Interviewten hast auch du nun die Chance auf die
Seifenkiste zu steigen und
ein paar
Worte an das „Volk“ zu richten, die ich fett markieren und rot einfärben werde…
Wenn ihr das hier lest, muss ich euch zu Rollenspiel nichts
mehr erzählen. Daher hier ein anderer Hinweis, der mir sehr wichtig ist: Ich
warte auf ein Organ. Derzeit werde ich wohl noch 5-6 Jahre warten. Ich weiß,
dass viele Menschen in der letzten Monaten misstrauisch gegenüber der
Organspende geworden sind, aber alle Skandale hatten nur einen Grund: Dass es
zu wenig Spenderorgane gibt. Daher bitte ich jeden, der noch keinen Ausweis
hat: Bitte, bitte, BITTE tragt einen bei euch! Man kann ihn einfach hier herunterladen:

http://www.organspendeausweis.org/
Und hier könnt ihr mich einmal live bei der Dialyse sehen:

http://www.sat1bayern.de/news/20120307/welt-nieren-tag-am-8-maerz/
Überlegt es euch. Bitte. Für mich bedeutet es „nur“ massiv erhöhtes
Infarktrisiko, Schmerzen beim Stechen, Verlust von etwas Leistungsfähigkeit und
15 Stunden die Woche im Krankenhaus. Aber andere sterben, weil es keine Organe
für sie gibt!

Mal wieder ein Wettbewerb – und ich zeichne…

… oder was man so „zeichnen“ nennen will.

Für den OPC von Wuerfelheld und Greifenklaue bastle ich immer mal wieder an Details zu einem Massenkampfsystem, mit dem man in dre iSzenarien den Kampf zwischen den Heeren des sinistren Fürst Winter und der liebreizenden Prinzessin Frühling ausspielen kann – jeder Seite stehen 9 verschiedene Einheiten zur Verfügung, die ich eigenhändig – ich möchte fast schon sagen „eigenhändigst“ selber illustriere -ja, den schicken Designerpreis würde ich natürlich gerne gewinnen.

Beispielhaft gibt es schonmal (auf Wunsch von Tarin) als Preview Bilder von zwei Einheiten der „dunklen Seite“:

Vielleicht sollte ich nebenan im Kindergarten fragen, ob ein Kind mir helfen kann…?