[Spielbericht] Doom-Cave of the Crystal-Headed Children (LotFP)

Bei Twitter hatte sich ein illustres Trüppchen zusammengefunden, um im Hangout ein kleines aber umso tödlicheres Ründchen OSR-Rollenspiel zu spielen.
So leitete der großartige Sal (der zu Zeiten als OS noch kein R hatte sicher noch gar nicht geboren war…) für Muschelschubser Tim, BPunkt Oni, Michael L. „Mr. Rollbutler“ Jaegers und mich.
Die Technik war schnell im Griff – inklusiove flotter Charaktererschaffung via Rollbutler – gut, wenn man den Großmeister der Würfel-APP im Team hat. Nach nur einer Stunde hatte sich alles sortiert und wir konnten loslegen.
So waren die Charaktere schnell erschaffen und ohne viel Brimborium ging es direkt zu den titelgebenden Kristallkopf-Kindern. Ich habe den Zwerg Dimli Steinhackersson gespielt, der später von seinem Bruder Bimli Steinhackersson gerächt werden sollte, die Gruppe wurde von einem weiteren Zwerg, einem Kämpfer und einem Spezialisten (Dieb) komplettiert.
Hmmm… Ich habe ja nun wahrlich schon das eine oder andere tödliche Old-School-Abenteuer gespielt, aber DCotCHC (grandiose Abkürzung) war da absolut nicht repräsentativ. Das Abenteuer war absolut tödlich. So viel steht fest. Aber meist waren es keine Tode, auf die man Einfluss hatte oder denen man irgendwie hätte entgehen können. Das war sehr interessant zu spielen, gerade im Kontrast zu weiten Passagen, die etwas träge vor sich hin dümpelten und wo es nicht wirklich viel zu erforschen oder zu ergründen gab.
So gab es einige Tode, gegen die es keinen Rettungswurf oder andere Vorkehrungen gab – was grundsätzlich ganz cool ist, da so die Gruppenzusammensetzung sowie die Stufen der Charaktere ziemlich Wurscht waren. 
Aber konkret – Was haben wir erlebt?
Wir kamen in ein Dorf, wo etliche Mütter ihre Söhne, die wohl gleich alt waren, gleich aussahen und auch alle Andrew hießen, vermissten. Klar. Der Held von Welt sieht da mal nach wo diese ganzen Andrews sich wohl befinden mögen, um sie zu ihren besorgten Muddis zu bringen.
Vor einer Höhle trafen wir drei der Andrews, die aber nicht großartig auf uns reagierten – hmmm… könnte mit den blauen Kristallen zu tun haben, die aus ihren Köpfen wuchsen. In der Höhle betraten wir zuerst eine riesige Kaverne mit dem Godfather of all blue crystals! Ein Riesenkristall mit einem komischen Kauz, der behauptete, der Vater der Andrew-Invasion zu sein. Potentes Kerlchen scheinbar. Wir haben den Heini einfach mal ignoriert, weil er die Gefährlichkeit eines verwirrten Kunstlehrers ausstrahlte, und ein paar Räume erkundet. Einer war an einer Seite irgendwie elastisch, aber im Endeffekt eher mysteriös als interessant – oder wir waren einfach zu doof, um sein Potential zu erkennen.
Dann kam ein Podest mit Knopf. Ja, Knöpfe in Old-School-Abenteuern muss man drücken. Eine lustige Wolke erschien, der wir erklären mussten warum wir für das Universum wichtig seien. Nun, das gelang nur so halb gut und der Dieb und Dimli wurden zu ektoplastischem Schleim verwandelt ohne irgendwas dagegen tun zu können. Willkommen in deinem ganz privaten Fighting Fantasy-Spielbuch. Ein Magier und Bimli stießen schnell wieder zur Truppe und in einem unterirdischen Gewölbe gab es endlich den ersten Kampf mit einem Wesen, das von hinten wie von vorne ANNA war, dämlicherweise mit zwei Schwänzen, nicht mit zwei Köpfen. Mutter Natur geht manchmal merkwürdige Wege. Und ja, Natur, dass nach einem Treffer ein Fleischball aus dem Ding rausschoss und den Gang runterraste, macht es auch nicht besser. Ich behalte dich im Auge! Ein paar Gänge weiter gab es dann einen lustigen Knopf, der nach jedem Drücken seine Farbe änderte und immer „witzige“ Auswirkungen hatte.
Meinem Charakter hat er die Werte amtlich durcheinandergewürfelt, dann hat er dem Kämpfer einen Kristall in die Rübe gebeamt und ihn fast unspielbar gemacht – was zu einem raschen Tod im nächsten Raum führte.
Hier mussten wir über eine Art Lava-See gelangen und die drei Proben waren wür den armen Kerl einfach nicht mehr zu schaffen.
Mittlerweile war es 20 Uhr und ich musste leider ins Bett, aber Gerüchte sagen, dass es Bimlis Freunde auch nicht mehr viel weiter geschafft haben…
MANÖVERKRITIK:
Sal hat super geleitet und es hat Spaß gemacht das Abenteuer mit dieser Gruppe zu spielen. Das Abenteuer an sich hinterlässt da einen etwas zwiespältigeren Eindruck:
PLUS:
– Die mysteriöse Stimmung kommt super rüber. Man fragt sich permanent was es mit irgendwelchen Elementen auf sich hat.
– Ich mag Abenteuer, die unabhängig von Stufenbegrenzungen funktionieren.
– Due Zufallstabellen hatten coole Effekte.
NEUTRAL:
– Ich habe nix gegen sofortigen Tod. Das hält einen auf Trab.
MINUS:
– Man konnte zu wenig mit diesem mysteriösen Hintergrund interagieren (oder wir waren zu doof dazu).
– Es gab zu wenig Kämpfe – die gehören bei einem Funhouse-Dungeon einfach dazu.
– Ich habe es lieber, wenn man mehr Informationen findet, um auch tatsächlich echte Entscheidungen treffen zu  können. (Ein Buch, in dem steht, dass man nicht auf rote Knöpfe drücken soll oder so…)
– Insgesamt gab es einfach zu wenig zu tun. Das machen die DCC-Abenteuer sehr gut – eine mysteriöse Stimmung mit vielen Gefahren und Interaktionsmöglichkeiten zu verbinden.
– EDIT: Ach ja – die Hintergrundgeschichte hörte sich saugeil an – leider kam das Setting im eigentlichen Abenteuer gar nicht rüber.
P.S.: Ich habe keine Ahnung wie legal – ich denke James Raggi III kann uns da was zu sagen – aber man kann das Abenteuer auch kostenfrei als PDF runterladen.

[Crowdfunding] „No Salvation for Witches“ und „Demigods Rising“

Ich muss doch mal auf zwei Krautfanding-Projekte hinweisen:
1. Jim Raggi von Lamentations of the Flame Princess hat mal wieder was völlig Dämliches getan und eines der bei seinem Verlag erscheinenden Werke als „pay what you want“-Artikel bei Indiegogo eingestellt. Ihr könnt also theoretisch das 64-seitige Hardcover-Abenteuer „No Salvation for witches“ für einen Cent (plus Porto) erwerben. Ich hoffen atürlich, dass niemand der Seifenkistenleser so knickerig ist. Ich habe mal 10 Euro in den Topf geworfen und hoffe, dass ich in etwa eine realistische benötigte Summe getroffen habe und noch ein paar Cent für Verlag, Autor, Illustratoren und anderes Kroppzeuch anfallen…
Das Teil läuft noch 7 Tage lang und ist mit etwas über 5000€ finanziert. Wäre natürlich schick, wenn auch die 10000 noch voll würden – dann gäbe es für Backer eine Karte mit Zusatzbegegnung und Bonusmonster dazu.
2. Auch die Tabletop-Fraktion soll nicht ohne spannendes Projekt entlassen werden – wobei das leider bei Kickstarter sitzt und ich mit meinem Paypal-Account nicht weiterkomme und mich irgendwo einschleimen muss, bei jemandem, der eine Kreditkarte besitzt.
Demigods Rising sieht aber mal echt interessant aus. Die Figuren scheinen gestochen scharf und das System aus Skirmish-Tabletop-Brettspiel-Schach-Sammelfiguren-Customizable… könnte auch glatt was taugen.
Irgendwo habe ich läuten hören, dass die Jungs von Prometheus das irgendwie ihre Finger mit drin haben – mal schauen, ob das später noch in Deutschland eine größere Verbreitung findet…
Dieser Kickstarter läuft noch 9 Tage lang und ist brutal überzeichnet. 35000 Dollar wurden gefordert, derzeit steht es bei 97.220. Da wird sicher noch das eine oder andere Stretchgoal fallen.

Better than any man!

… bei der Beschreibung kann es sich natürlich nur um Jim Raggi handeln!
Und der Amero-Finne (oder Finnerikaner) hat mal wieder ein riesiges Projekt am Start. Er möchte mit seinem Verlag LAMENTATIONS OF THE FLAME PRINCESS am Free RPG Day teilnehmen – was auch schon betragsmäßig locker gelungen ist. So ist das Stretch Goal von 15000 Dollar schon erreicht und er kann nun insgesamt 9000 Abenteuer drucken lassen, um die internationalen Kisten gut zu füllen.
Seht euch einfach etwas auf der Kickstarterseite um – ich bin sicher, dass da etwas für euch dabei ist – wir befinden uns im Endspurt der Aktion und ich bin sooooooo kurz davor, ein „Plädscher der 6. Stufe“ zu werden, um die Abenteuer zusätzlich noch im schnieken Hardcover zu erhalten – die 150 Dollar müsste ich mir allerdings vom Munde absparen.
Also haut rein – Endspurt!!!

Der bekloppte Finno-Amerikaner schlägt wieder zu!

James Edward Raggi (der Vierte) hat wieder was besonders Extravagantes am Start – er lässt 19 potentielle Abenteuer gleichzeitig als Einzel-Projekte bei Indiegogo auf die Rollenspielwelt los.
Auf dieser Seite habt ihr immer den Durchblick über sämtliche Abenteuer und wie sie gerade gefundet werden.
Ich denke mal ich werde den „Gardening Faithful“ geben – eventuell mit einer zweiten Palette für weitere 100 Dollarchen.
Ich poste euch mal die Abenteuer mit Autoren – sortiert nach derzeitigem Funding-Stand:
Broodmother Sky Fortress (Jeff Rients/Stuart Robertson) – $910
Of Unknown Provenance (Michael Curtis/Amos Orion Sterns) – $680
The Seclusium of Orphone (Vincent Baker/Cynthia Sheppard) – $570
Normal for Norfolk (Juhani Seppälä/Rich Longmore) – $360
We who are Lost (Anna Kreider) – $285
The Unbegotten Citadel (Monte Cook/Eric Lofgren) – $260
The House of Bone and Amber (Kevin Crawford/Earl Geier) – $230
The Land that Exuded Evil (Cynthia Celeste Miller/Rowena Aitken) – $210
Machinations of the Space Princess (James Desborough/Satine Phoenix) – $160
Red in Beak and Claw (Jukka Särkijärvi/Jason Rainville) – $160
Horror among Thieves (Kelvin Green) – $110
Strange and Sinister Shores (Johnathan Bingham) – $70
Escaping Leviathan (Aeron Alfrey) – $60
Towers Two (Dave Brockie) – $60
Pyre (Richard Pett/Michael Syrigos) – $50
The Depths of Paranoia (Jennifer Steen/Jason Rainville) – $30
The Dreaming Plague (Ville Vuorela/Juha Makkonen) – $20
Poor Blighters (Jeff & Joel Sparks/Mark Allen) – $20
I Hate Myself for What I must do (Mike Pohjola/Joel Samallachti) – $10
Was mich jetzt schon wundert, ist, dass meine persönlichen Favoriten (die Brüder Sparks mit Mark Allen als Illustrator) ganz weit unten vor sich hin dümpeln.
Bin mal gespannt, wie diese völlig wahnsinnige Sache laufen wird…

LotFP-Hardcover. Los, sofort unterstützen das Projekt!

Kraut-Funding!

Werte Leser – ich brülle euch ja nur sehr ungern an, aber ich will, dass in 29 Tagen die 22.500 Dollar-Grenze fällt! WENN ICH KEIN MENTZER-ABENTEUER BEKOMME, WERDE ICH SO RICHTIG STINKIG! Gegen die 30.000 und ein Abenteuer von Graeme Davis hätte ich auch nicht unbedingt etwas einzuwenden.

Los! Plädschen! Plädschen! Plädschen! (Wie man ja in Neuhochdeutsch sagt.)

Lamentations of the Flame Princess – Hardcover

Extra für euch die verschiedenen Stufen:

$7,500 Rules & Magic book in Hardcover

$15,000 + 32 page new adventure by Kenneth Hite

$22,500 + 32 page new adventure by Frank Mentzer

$30,000 + 32 page new adventure by Graeme Davis

$37,500 + 32 page new adventure by Jason Morningstar

$45,000 + 32 page new adventure by Steve Kenson

$52,500 + 32 page new adventure by Zak S

$60,000 + 32 page new adventure by Richard Pett

$67,500 + 32 page new adventure by Cynthia Celeste Miller

$75,000 + 32 page new adventure by Aeron Alfrey

$82,500 + 32 page new adventure by Stefan Poag

$90,000 + 32 page adventure by Stuart Robertson

$97,500 + 32 page adventure by Tina Engström

$105,000 + 32 page new adventure by Jukka Särkijärvi

$112,500 + 32 page new adventure by Juhani Seppälä

$117,500 + Rules & Magic as separate hardcover books

$122,500 + Referee Book in hardcover

$126,500 + New printing of Death Frost Doom

$130,500 + New printing of Tower of the Stargazer

$135,500 + New printing of No Dignity in Death/People of Pembrooktonshire with new cover

$139,500 + New printing of The Grinding Gear with new cover

$143,500 + New printing of Hammers of the God with new cover

$149,500 + New printing of Weird New World with new cover

[Rezension] Isle of the Unknown

Mit freundlicher Unterstützung von Jim Raggi gibt es hier eine Gastrezension von Paule Koopmann – enjoy!

Titel: Isle of the Unknown
Art: Setting

Regeln: Lamentations of the Flame Princess, D&D 1st & Klone
Sprache: Englisch
Verlag: Lamentations of the Flame Princess
Publikationsjahr: 2011
Autor: Geoffrey McKinney
Illustrationen: Cynthia Sheppard, Amos Orion Sterns, Jason Rainville
Umfang: 128 Seiten A5
Bindung: Hardcover
Preis: 22.94€ (inkl. PDF)
Rezensent: Jan-Paul Koopmann

Sollte es jemanden geben, der die Old School Renaissance ausschließlich wegen jenes so genannten Charme des Selbstgemachten schätzt, so müsste er sich Lamentations of the Flame Princess als dringenden Warnhinweis einprägen. Die Veröffentlichungen unter dem Label des D&D-Klons sind mittlerweile von einer Professionalität, die kein Unterscheidungskriterium zu den Büchern größerer Verlage mehr hergibt. „Von der alte Schule“ sind Bücher wie das soeben erschienene Isle of the Unknown aber dennoch ohne jeden Zweifel, auch wenn das hier ausschließlich am Inhalt festzumachen ist:

Isle of the Unknown ist eine Sandbox in Reinform und ein Setting, das sich in jeder beliebigen Fantasykampagne unterbringen lässt. Die regeltechnische Darstellung ist kompatibel zum ursprünglichen D&D und dessen einschlägigen Klonen wie beispielsweise Labyrinth Lord. Auch wenn das Sandbox-Format zur Zeit in aller Munde ist und bis weit in DSA-Kreise hinein diskutiert wird, ist Isle konsequenter als die meisten anderen populären Beispiele, die auch mit Hexfeld-Karten in erster Linie einem Plot verpflichtet sind. (Paizos Kingmaker zum Beispiel.)

Die im Buchtitel genannte Insel wird – eingeteilt in Hexfelder – auf 108 Seiten beschrieben. Die übrigens 17 gehen für Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, ein paar Legenden und Tabellen mit unterschiedlichen Sortierungen des Inhaltes drauf: Die Monster nach Hit Dice, Kleriker und Zauberwirker der Insel oder auch eine Sammlung der über die Hexfelder verstreuten magischen Statuen. Es ist allein Sache des Spielleiters, die Insel in einer Kampagne zu platzieren und anschließend die Angelegenheit der Charaktere, sich darauf zu bewegen und ihre Geheimnisse zu erforschen.

Bemerkenswert ist, dass diese Beschreibung weitestgehend auf phantastische Elemente beschränkt bleibt, während die weltliche Ebene dem Spielleiter überlassen bleibt, der sie an die Kulturen und Völker seiner Kampagnenwelt anpassen kann – und muss! Selbst die Hauptstadt der Insel (mit immerhin 19.100 Einwohnern) wird in gerade mal drei Sätzen abgehandelt. Der Autor, Geoffrey McKinney, hatte die mittelalterliche Auvergne als weltlichen Hintergrund im Kopf (die wohl nicht zufällig auch das Vorbild für Clark Ashton Smiths Averoigne war und in Deutschland eher als Schauplatz von Asterix und der Arvernerschild bekannt sein dürfte), einfügen lässt sich aber buchstäblich jede andere Welt.

Was Isle als Setting mit in diese Welt bringt, ist ein gehöriger exotischer Einschlag. Keines der 109 Monster entspricht den klassischen Monster Manual-Gestalten und entsprechend sonderbar sind sie bisweilen auch: Vom d4-förmigen Adler über die humanoide Forelle bis hin zum halb durchsichtigen Marienkäfer in Nilpferdgröße. Das klingt nicht nur komisch, sondern sieht auch so aus, denn jedes Monster ist farbig abgebildet. Im Gegensatz zu den dreizehn ganzseitigen Szenenbildern sind diese Darstellungen ungewöhnlich cartoonhaft und in manchen Kampagnen vielleicht eher als Vorlage mündlicher Beschreibungen als zum Zeigen geeignet. In jedem Fall ist das Buch vom Cover bis zur letzten Seite quietschbunt, verspielt und fröhlich – nicht nur im Vergleich mit der makaberen Düsternis, für die Lamentations of the Flame Princess eigentlich bekannt ist. (Man denke nur an Titel wie Death Frost Doom …)

Wer sich nun sowohl mit der Exotik als auch mit der extrem freien Form anfreunden kann, erhält mit Isle einen Werkzeugkasten, mit dem sich Runden beliebiger Stufen über Monate beschäftigen können. Sollten die Charaktere es allerdings auf Durchmarsch und Draufhauen anlegen, wird das Vergnügen deutlich schneller beendet sein. Die Insel hat keine „Einsteigerregion“ und beherbergt Monster mit bis zu 15 Hit Dice, sowie einige ernsthaft tödliche magische Geheimnisse. Nicht alle Begegnungen sind von sich aus feindlich, aber zur Vorsicht ist in jedem Fall geraten und als Schlachtplatte für Türeintreter ist die Insel definitiv nicht zu empfehlen. (Dem hartnäckigsten und falschesten Old School-Vorurteil zum Trotz.)

Der Spielleiter wird vermutlich eher gewöhnliche – zu seiner Kampagnenwelt und den Fähigkeiten der Charaktere passende – Zufallsbegegnungen vorbereiten, aber die Begegnungen aus dem Buch haben es in sich. Bei der Fülle ließe sich Isle theoretisch auch als eine Art Manual verwenden, wobei die skurrilen Wesenheiten jenseits ihrer exotisch-geheimnisvollen Insel einen ernsten Stilbruch in den allermeisten Kampagnen bedeuten dürften.

Das Buch selbst ist im A5 Hardcover gebunden, durchgehend farbig illustriert und macht einen sehr stabilen Eindruck. Der Text ist einspaltig und nimmt knapp sieben cm in Anspruch, während der Rand auf fast jeder Seite ein oder mehrere Monsterbilder zeigt. Das Layout wirkt aufgeräumt und die Schrift ist entspannt lesbar. Im Umschlag befindet sich vorn eine Karte der Insel, die abgesehen von den nummerierten Hexfeldern unbeschriftet ist. Auf einem weiteren Exemplar auf der letzten Seite sind die Standorte von Klerikern, Magieanwendern, Monstern, Statuen und Siedlungen markiert.

Isle of the Unknown  wird sowohl formal als auch inhaltlich nicht jeden Geschmack treffen. Das Buch bietet einen ungewöhnlich bunten Rahmen für zahllose Abenteuer, überlässt dem Spielleiter aber mitsamt unglaublichen Möglichkeiten auch recht viel Arbeit. Denn obwohl es ein wertvolles (und nebenbei auch sehr übersichtlich gestaltetes) Hilfsmittel ist, lässt sich nicht einfach allein aus dem Buch heraus spielen. Wie wahrscheinlich jedes Buch, das am Spieltisch hochgradig nützlich ist, weil es genau das enthält, was für das tatsächliche Spiel benötigt wird, erfordert es eine gewisse Einarbeitungszeit. Es gibt keine „whole story“ vorab, keine unterhaltsamen Erzähltexte und noch nicht einmal eine sinnvolle Lesereihenfolge. Wer das aber auf sich nehmen möchte, kaufe das Buch, lande mit dem Finger auf einem beliebigen Uferfeld an und erkunde die Isle of the Unknown genau wie die späteren Charaktere: Hex für Hex – die Ideenflut kommt garantiert! Für nicht wenige Spieler in Deutschland dürfte die Insel die erste reine Sandbox sein und wegen ihres durchdachten Designs, das sich zwar dezent aber durchgehend bemerkbar macht, ist sie ein gutes und erfrischendes Beispiel für die vermeintlich bekannte Form. Wie schon bei anderen Büchern aus dem Hause Raggi lässt sich beim Spielen beobachten, wie diese sonderbar abstrakten Vorlagen plötzlich funktionieren – selbst wenn man sie bei der Lektüre noch gar nicht wirklich verstanden hatte.

Muss … eine … Sandbox … bauen!!!

Verdammt! Als hätte ich nicht schon genug zu tun – aber nach dem Überfliegen der äußerst genialen Carcosa und Isle of the Unknown habe ich tierisch Bock mal wieder eine Hex-Sandbox zu bauen.
An „klassischer Fantasy“ habe ich mich in den letzten Jahren genügend abgearbeitet und das, was mir gerade vorschwebt, ist äußerst deutsch, äußerst weird und äußerst pulpig. Da ich natürlich als Regelkern Labyrinth Lord verwenden werde, hoffe ich sehr, dass Sven mit seiner LL-Pulp-Version gerade Fortschritte macht – sonst muss ich auch bei der Regelanpassung selber ran.
Ich will zu diesem Zeitpunkt nicht zu viel schreiben, um keine Erwartungshaltung zu schüren, da es ein Projekt sein wird, an dem ich immer mal wieder basteln werde – mir schwebt aber schon vor wie es aussehen könnte. Vielleicht hat Bernd ja mal wieder Lust, mir zu Hilfe zu eilen.
Poah, habe ich gerade Bock darauf! Sobald meine Kopfschmerzen auf ein erträgliches Maß runtergeschraubt sind, lege ich mit der Karte los.

Pembrooktonshire Gardening Society

DAS ist doch mal eine ebenso neue wie wahnsinnige Idee. James Raggi von Lamentations of the Flame Princess hat ein neues Geschäftsmodell:

Um die Illustrationen zukünftiger Produkte vorzufinanzieren, kann man für lumpige 20 Euro einer Art „Fan Club“ beitreten. Neben den Vorteilen, die ich gleich schildern möchte, ist der Hauptvorteil, dass eben jene kommenden Produkte billiger sein werden, da die Kosten für Illustrationen ja flach fallen.

Kommen wir zu den versprochenen Vorteilen (ja, ich weiß, sie sind eher symbolischer Natur…):
– ein Farbdruck des Covers des LOTFP-Rollenspiels
– ein nummeriertes und signiertes Zertifikat
– einen laminierten Mitgliedsausweis
– 25% Rabatt auf einen Kauf im LOTFP-Online Shop oder direkt bei James (auf einer Con oder so)

Mehr könnt ihr auf James‘ Blog lesen.