Uhrwerk „schluckt“ Feder und Schwert

… äh, „übernimmt strategisch“ wollte ich sagen!

Da nicht der 1. April ist, gehe ich einfach mal davon aus, dass man der Mitteilung auf der Uhrwerk-Homepage glauben darf.

Hui, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, wobei ich schon bemerkt hatte, dass die beiden Läden sich einen Stand auf der RPC teilen. Außerdem konnte man in der letzten Zeit altes Engel-Material und nachgedruckte Quellenbände bei den Uhrwerkern erwerben, eine Zusammenarbeit besteht also schon länger.
Die „Fusion unter der gestrengen aber gütigen Schirmherrschaft des Patric G.“ bedeutet erst einmal, dass Uhrwerk noch mehr Linien im Portfolio hat. Außerdem dürfte es noch einfacher werden die geplante Engel-Fate-Variante an den Start zu kriegen, für die Fate-Anhänger (zu denen ich ja eher bedingt zähle) definitiv eine gute Nachricht.
Auch schick, dass Uhrwerk somit ein paar sehr coole Roman-Serien am Start hat, allen voran natürlich Urban-Magic-Dresden, wobei ich persönlich ja Hippolit und Jorge den Troll noch eine Spur interessanter finde.
(Herrje. Ich sehe gerade beim Recherchieren auf der F&S-Seite, dass es scheinbar ein Reprint vom ersten Fall des durchgeknallten Ermittlerduos gibt – sehr schön, da kann ich ja demnächst mal Uli „Ehemann von bester Frau der Welt“ K., nach einem Rezi-Exemplar anbetteln…)
Auch die Nightside-Reihe ist definitiv nicht die schlechteste in ihrem Marktsegment – das ist definitiv eine gute Idee, sich die zu schnappen.
Bin mal gespannt, wie die Zusammenarbeit weiter verläuft – es liest sich ja etwas so, als würden sich Uhrwerk um die Rollenspielreihen der beiden Läden kümmern und Feder & Schwert das Banner der Literatur hochhalten. Das wäre mal eine gute Übereinkunft. Mit einer Übernahme von Pegasus oder Asmodee könnte dann direkt noch eine kleine Brettspielabteilung dazukommen.
Ich werde auf jeden Fall mal am Wochenende auf der RPC nachfragen und mich erkundigen, was da so alles geplant ist…

[Rezension] Die Baker Street-Artefakte

Feder & Schwert haben mich mal wieder mit einem Rezi-Exemplar ihrer Neuheit versorgt. Prima, denn das Ding ist (neben seinen inneren Werten) ein absoluter Blickfang im Regal. Was sage ich, das Ding gehört in eine Glasvitrine!
Das Cover – (Co) Feder & Schwert
Produkt: Die Baker Street-Artefakte
Autor: Christian von Aster (Hrsg.)
Verlag: Feder & Schwert
Aufmachung: fest eingebundene Kladde mit Gummiband-Verschluss
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: 17,99 Euro
ISBN: 978-3-86762-249-3
Gestaltung
Alter, ich wusste ja, dass bei Feder & Schwert Leute arbeiten, die Bücher lieben, aber das kleine Schmuckstück hier ist einfach eine Wucht. Das etwa A5 große Buch hat abgerundete Kanten und eine Einbanddicke irgendwo zwischen Taschenbuch und gebundener Ausgabe. Es ist mit einem Gummiband zu verschließen und hat das unaufdringliche Umschlaglayout eines schicken Notizbuches. Chapeau!
Inhalt
Hey, was muss ich da auf dem Cover lesen? „Spektakuläre Entdeckungen in einem Saarbrücker Hinterzimmermuseum“?!? Wie? Was? Wo? Baker Street und kein Sherlock Holmes?!? Verdammte Axt, wollt ihr mich veralbern?
… wenig später mit einem leidlich auf Normalmaß getrimmten Blutdruck kann ich mir dann endlich das Vorwort des Herausgebers durchlesen und erfahre, dass als „Backdrop“ für die hier versammelten Kurzgeschichten ein (fiktiver???) Saarbrücker Pub dient, in dem bei Baumaßnahmen ein Raum gefunden wurde, der etliche Artefakte versammelte, die der (fiktive???) Weltenbummler Heinz Rox-Schulz hier versammelt hat. So wird jede der 16 Kurzgeschichten von einer Seite eingeleitet, auf der ein Exponat abgedruckt ist, das zentraler Anteil des im Anschluss gewobenen Seemannsgarns ist. Großartige Sache. Gefällt mir sehr gut und ich bin versucht, meine Enttäuschung ob der mangelnden Sherlockholmesigkeit zu vergessen. Also nichts wie rein in die Sammlung.
Ich denke mal ich greife meine 3 Favoriten-Geschichten raus, schreibe kurz was zu ihnen und versichere euch, dass die restlichen Stories auch allesamt nicht von schlechten Eltern sind:
Beginnen wir mit Brandspuren von Oliver Hoffmann. Sauber. Der gute Olli scheint beim Briefing gepennt zu haben oder die Mails des Herausgebers nicht gründlich genug gelesen zu haben, denn hier haben wir doch eine waschechte Holmes-Erzählung vorliegen. Oder sagen wir zumindest mit einer Geschichte aus dem Holmes-Universum, denn hier klärt Moriarty eine Mordserie auf, die eigentlich gar nicht als eine solche zu erkennen ist. Der Autor spielt sehr schön mit Holmes-Klischees und dei Auflösung ist sogar fast ein wenig überraschend…
Total cthuloid und recht morbide kommt Ding-Ding von Germaine Paulus daher. Der Ich-Erzähler ist im Besitz einer Säge eines Sägerochens, der ihn via Gedankenkraft mit dem Vorbesitzer Jakob Hannsen verschwimmen lässt und nicht mehr aus seinem Kopf verschwinden will. Die „alte Kätt“ erklärt sich bereit ihm zu helfen…
Hört sich schleimig an ist aber so: Auch die Geschichte von Herausgeber und Initiator Christian von Aster Das Dunkle Erbe von Amarna gehört unbedingt in meine Top 3. Die könnte von Stimmung und Handlung her auch aus der Feder des großen Meisters H.P.L. stammen. Hier sorgt eine Mumie im Saarbrücken der 50er Jahre für einige morbide Unordnung…
Mir fällt gerade auf, dass ich alle drei Kurzbeschreibungen mit drei Punkten habe enden lassen. Was für ein dämlicher Kniff, der eigentlich schon beim ersten Mal nervt. Sorry, aber genau so offen sind alle Geschichten, die sich zumeist in bester Lovecraft-Manier mit den letzten zwei bis drei Sätzen noch einmal komplett  drehen.
Wie in solchen Anthologien üblich wird die Sammlung mit Kurzvorstellungen der Autoren beendet, die wahrscheinlich kaum jemand liest, aber ich habe immer Spaß daran, wenn ich die vorher gelesenen Werke im Anschluss besser einordnen kann. Das kommt meinem Schubladengehirn sehr entgegen.
Fazit
Sieht toll aus, liest sich mehr als gut, hier gibt es nicht viel zu bemängeln.
Bewertung
4 von 5 durchgeknallte Artefakte

[Rezension] Die Wüstengötter (Ein Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll 5)

Verdammte Axt! Das ist schon Band 5 und diese Reihe hat sich bisher völlig unbemerkt an mir vorbeigeschlichen??? Gut, dass mir das Cover bei Facebook ins Auge gesprungen ist – jetzt kann ich die Jungs von Feder & Schwert zwingen, mir die älteren Teile nach und nach vorbeizujagen. Vielleicht finde ich sie ja morgen auf der RPC…
Warum ich hier so vor Begeisterung sprühe? Die Frage ist leicht beantwortet: Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, wie es wäre, wenn Erich von Däniken während seines Vulgarien-Urlaubs einen Fantasy-Roman schreibt, dann seid ihr hier goldrichtig.

Titel: Die Wüstengötter
Autoren: Jens Lossau, Jens Schumacher
Format: Taschenbuch, A5, 382 Seiten
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Feder und Schwert
ISBN: 978-3-86762-225-7
Preis: 12,99€
Gestaltung
Wie schon oben geschildert, ist mir das Cover direkt aufgefallen, als ich gelangweilt bei Facebook herumscrollte – auffällig ist es schonmal. Irgendwie erinnert mich schon die Aufmachung des Umschlags an eine poppigere, eventuell etwas abgedrehte Version der „Dangerous Journeys“-Reihe von Rollenspiel-Großmeister Gary Gygax, was ja schon keine schlechte Referenz ist.
Das Lektorat hat sauber gearbeitet, erst 4 Seiten vor Schluss bin ich über ein falsches „dass“ gestolpert, sonst ist alles im grünen Bereich – okay, sie haben auch eine nicht unerhebliche Anzahl von Schimpfwörtern übersehen, gerade, wenn die Trolle Joris und Jorge zu Wort kommen…
Inhalt
Die Handlung ist ebenso verworren wie interessant. Unsere beiden Ermittler müssen – „unterstützt“ durch Troll-Papa Joris (der wegen seiner Spielschulden gerade bei seinem Sohn untergekrochen ist) und der Thaumaturgin Iloven (als magische Firepower, wo M.H. seine Mächte komplett eingebüßt hat) sich auf den Weg in die Wüste zu merkwürdigen Kegelgräbern zu machen, wo Professor Gorenje auf mysteriöse Art und Weise ums Leben gekommen ist. 
Dabei verschlägt es sie schnell nach Kôbai, wo eine ganze Mordserie aufzuklären ist, die mit dem Tod des Wissenschaftlers zu tun hat. Hier ermitteln sie an mehreren Fronten und treffen die unterschiedlichsten Typen. Star dieses Abschnitts ist allerdings die Stadt, die liebevoll in all ihrer Abstrusität geschildert wird. Die Ermittlungen ergeben schnell, dass man sich zum ursprünglichen Grabmal zurückbegeben muss, wo ein gewaltiger Showdown auf uns wartet.
Das soll an Handlungs.Zusammenfassung erstmal reichen, alles andere wäre brutal gespoilert, aber ich kann euch nicht aus dieser kurzen Besprechung entlassen, ohne zu erwähnen, dass ich den flappsigen, aber dennoch cleveren Schreibstil sehr mochte, der auch über kleinere Schwächen im Romanaufbau lockerst hinwegträgt. Ganz ehrlich, ich habe den Roman alleine aufgrund der Sprache wirklich gerne gelesen. Das passiert auch nicht oft.
Im Zuge dessen war natürlich das Schicksal von Joris dem Troll ein ganz, ganz trauriger Moment für mich, denn er war meine heimliche Lieblingsfigur – und sein Zusammentreffen mit dem durchgeknallten Gewinner des kôbaischen von Däniken-Lookalike-Wettbewerbs in der Bibliothek war ganz großes Tennis! Auch Joris‘ Zeuginnenbefragung rockt ganz ordentlich. Go, Joris!
Fazit
Bärenstark! Ich liebe gut verwurstete Klischees sowohl in Sprache und Namen als auch Handlungselementen und dieses Ding hier liest sich irgendwie wie eine minimal weniger clevere, aber dafür etwas albernere Version von Terry Pratchett – jetzt, wo ich genau darüber nachdenke, geht die Cover-Illu auch in diese Richtung.
Das ist echt mal wieder schöne, leicht wahnsinnige Nicht-Norm-Fantasy aus deutschen Landen, die man unbedingt unterstützen muss. Da kann es nur heißen – losrennen und kaufen! Am besten direkt auf der RPC am (hoffentlich vorhandenen) Feder und Schwert-Stand, damit möglichst viel der Kohle direkt an die Macher geht.
Bewertung
5 von 5 brutal fluchende Trolle

[Startnext] Eis und Dampf

Drei Tage lang läuft die Startnext-Kampagne von Feder & Schwert zu ihrer Steampunk-Anthologie Eis und Dampf noch. Ich würde da gerne noch ein paar hundert Euro mehr sehen, denn das Projekt ist zwar finanziert, aber wenn 3150 Öcken erreicht werden – das sind noch um die 400 die zusammenkommen müssen. Go-go-go!!!
Was bekommt ihr?
Zwölf Autoren schreiben Kurzgeschichten in der Welt des Romans Die zerbrochene Puppe (der, mal so ganz nebenbei gerade den Deutschen Phantastik Preis 2013 abgeräumt hat) und definieren diese weiter aus.

Feder & Schwert gehen neue Wege

Interessant. Die Jungs (und Mädels) von Feder & Schwert bemühen sich um eine neue Dimension der „Fan-Einbeziehung“ – Check it out! Es geht darum, herauszufinden, ob es sich für den Verlag lohnt, den dritten Band der Annie Kincaid-Reihe auf Deutsch rauszubringen.
Bin mal gespannt, ob es so gelingt, Leser an sich zu binden und gleichzeitig im Voraus zu checken, ob ein Projekt sich überhaupt lohnt.
Wenn man sich meine Rezensionen im DnD-Gae ansieht, sollte man davon ausgehen, dass ich mich freue, wenn die benötigten 4 Fans gefunden wurden, die den Startschuss für das Projekt geben!
Bin mal gespannt, ob das bei – sagen wir mal mittelgroßen – Verlagen zum neuen Trend wird…