[Crowdfunding] Lovecraftesque

Vielleicht habt ihr jüngst auf meinem Blog etwas zu unserer Blog-Fassung des Lovecraftesque-Erzählspiels gesehen. Falls ihr das auch nur annähernd interessant fandet, habe ich eine gute Nachricht für euch.

c/o Schmetterting Verlag

Der brandneue Schmetterting-Verlag hat gerade ein Crowdfunding am Start, bei dem ihr euch dieses schicke SL-lose Erzählspiel sichern könnt. Gefordert sind 6000€, derzeit liegen wir bei 3800€, es ist also noch ein gutes Stück Weges zu gehen, aber ich bin doch recht optimistisch, dass das Finanzierungsziel geknackt werden wird, aber vielleicht schaffen wir es ja, das eine oder andere Stretchgoal zu reißen – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Betrag des Projekts langsam, aber stetig ansteigt und die Deadline erst am 20.12.19 ist…

Zur Beschreibung des Systems bediene ich mich mal schamlos eines Zitats aus dem Text der Crowdfunding-Seite:

„Lovecraftesque ist ein spielleitungsloses Erzählspiel über brodelnden, kosmischen Horror und bedient sich Themen sowie Elementen, die aus Lovecrafts Geschichten und Mythos bekannt sind. Sie werden in einer sich langsam entwickelnden Geschichte seltsame Hinweise enthüllen und voreilige Schlüsse ziehen. Sie entsenden die gemeinsam geführte Hauptfigur auf eine Reise, die schließlich auf eine fulminante Abschlussszene kosmischen Ausmaßes hinführt.“

Geil, oder? Für 35 Euro bekommt ihr das Regelwerk, für 5 Euro mehr noch das PDF dazu, ich denke, das kann man mal locker machen, um einen jungen Verlag zu unterstützen und mal ein lovecraftigeres Spielerlebnis zu haben, als mit dem Cthulhu-Rollenspiel… 😉

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, wird am 14.11. um 20 Uhr bei Twitch eine kleine Demo-Runde zu sehen sein, an der ich auch teilnehmen darf – ich bin echt mal gespannt, wie ich mich da schlage – wo ich doch nur Zwergenkämpfer spielen kann… Mehr dazu bei Twitter.

[Rezension] Die Magie der Träume (Beyond the wall)

Auf der SPIEL in Essen habe ich ein paar schicke Rollenspielsachen mitgebracht, die ich euch hier kurz vorstellen möchte – mit besonderem Augenmerk auf die old-schooligen Geschichten – bei „old-school“ fällt einem derzeit vor allem der System Matters-Verlag ein, der sich weiterhin um neues Material für Beyond the Wall verdient macht!

Produkt: Die Magie der Träume … und andere Abenteuer

System: Beyond the Wall

Autor*innen: Jonas Boungard, Peter S. Williams, Sarah Jacob (auch Hrsg.) und Karsten Zörner

Verlag: System matters

Aufmachung: Softcover, A4, vollfarbig (äh, grün vor allem), 64 Seiten

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: 14,95 Euro

ISBN: 978 3 96378 039 4

Gestaltung

Tja, das schwer ölgemäldig aussehende Cover passt wirklich gut zu dem Traum-Thema und das klassische, aufgeräumte Layout in schwarz-grün von Marc Meiburg gefällt mir schon immer ausgezeichnet und zieht sich durch die gesamte BtW-Reihe. Die Illustrationen sind nicht genau das, was man von klassischer Fantasy erwartet, sondern gehen irgendwie etwas mehr in Richtung Märchen, gefallen aber spätestens ab dem zweiten oder dritten Blick ganz ausgezeichnet.

(c) System Matters

Inhalt

Hier wird Traumhaftes geboten – die ersten 7 Seiten befassen sich (seeeehr kurz) mit neuen „Charakteren“ bei Hofe. Okay, um ehrlich zu sein, werden nur kurz Hinweise gegeben, wie man während der Erschaffung des Dorfes adelige Charaktere einbaut und es gibt Werte für alles, was so im Adelshaus kreucht und fleucht – vom fremdländischen Würdenträger über den Stalljungen bis zum treuen Jagdhund.

Aber das war nur der Aufgalopp, denn jetzt folgen 3 komplette Abenteuer und sieben neue Charaktere.

Abenteuer Nummer 1: Der geöffnete Grabhügel befasst sich, nun ja, eben mit einem geöffneten Grabhügel. Aufügeln.grund der tabellarisch-modularen Natur von BtW-Abenteuern könnte ich euch nun gar nicht spoilern, selbst, wenn ich es wollte. Irgendetwas hat dafür gesorgt, dass die Totenruhe in einem Cairn gestört wurde – und das muss das Dorf unserer Helden nun ausbügeln. Klar, dass nur unsere Charaktere in Frage kommen, die Gefahr abzuwenden.

Ich sage es gleich vorweg – in diesem modularen Ansatz der Abenteuer steckt für mich – neben der Charaktererschaffung und dem gemeinsamen Bau des Dorfes – der große Unterschied zu „wahren“ OSR-Systemen, bei denen Abenteuer genau festgelegte Gefahrenorte für die Spieler*innengruppe bereitstellen. Bei BtW würfelt sich die Spielleiter*in mit Zufallstabellen durch das Abenteuer, was in sich absolut dem old-schooligen Geist entspricht, den ich so sehr liebe, aber negativ betrachtet, fehlt mir dann das Fleisch an den Knochen. So finde ich beispielsweise das Grabhügelabenteuer super, bis zu dem Zeitpunkt, an dem dieser Ort wirklich beginnt, eine Rolle zu spielen. Hier wäre mir dann ein genau ausgearbeiteter Hügel mehr wert, als drei ausgewürfelte Leitfragen: „Wer oder was bewacht den Zugang?“, „Welche Herausforderungen warten im Inneren?“, „Was passiert in der Grabkammer?“ Wenn ich da vielleicht bitte eine Mischung haben könnte? Eine Art Kompromiss?

Das titelgebende Abenteuer 2: Die Magie der Träume treibt uns dann in Morpheus‘ Arme. Hier wird unser Dorf von einem Zauberschlaf bedroht, der irgendwie nur schlafend beendet werden kann – glücklicherweise weniger lovecraftig, als es sich anhört, denn ich bin kein Freund von HPs Traumlanden. Hier gilt es dann sehr klassisch drei Teile eines Maguffin einzusammeln, mit denen die Gefahr gebannt werden kann. Von der Sache her alles leicht absehbar, aber voller toller Ideen, sodass Sowohl Spielleiter*in als auch Spieler*innen öfter überrascht werden werden, als ihnen lieb ist.

Das dritte Abenteuer heißt Fernweh und handelt davon, dass den Charakteren ihr Dorf einfach zu klein wird. Was wäre da naheliegender, als sich als Begleitschutz von einem durchreisenden Händler anheuern zu lassen. In den letzten 45 Jahren Rollenspiel wurden so sicher Millionen von Charakteren in die große weite Welt transportiert. Auch hier gibt es wieder etliche Wendungen, die die tabellengenerierte Geschichte nehmen kann. Diese Art von Reise-Abenteuer funktioniert in meinen Augen ausgezeichnet mit BtW. Hier hab ich echt nichts auszusetzen.

Im Anschluss an die Abenteuer folgen die neuen Charaktertypen. In meinen Auge ist ja das Erschaffen des Dorfes und der Charaktere das ganz große Pfund, mit dem BtW wuchern kann. So wählt man den Charaktertyp aus, den man spielen möchte und würfelt sich denn mit Hilfe von 6 Tabellen durch die Kindheit und Jugend der Spielfigur. Am Ende stehen dann von den Werten her recht ausgeglichene Charaktere, die gleichzeitig noch ihre eigene Hintergrundgeschichte mitbringen. Genial einfach. Einfach genial. Dieser Band bietet jetzt alles mögliche an Optionen, für den Fall, dass sich in dem gemeinsam erschaffenen Dorf eine herrschaftliche Festung befinden sollte.

An neuen Charakteren gibt es (leider wie so oft in der klassischen Fantasy) diese vor allem männlichen Charaktertypen: der Lehrling des Hofmagiers, der vergessene Sprössling, der zukünftige Kriegsherr, der begabte Dilettant, der ritterlose Knappe, die ungestüme Adelstochter, der Novize der Templer.

Fazit

Schick und sein Geld absolut wert. Die Abenteuer gefallen mir gut, mit der Einschränkung, dass ich persönlich gerne einzelne Elemente präziser beschrieben hätte. Die Charakterbücher sind wie immer erste Sahne und machen mir sofort Lust darauf, eine kleine Kampagne in Adelskreisen zu starten.

Bewertung

4 von 5 ungestüme Adelstöchter

[Lovecraftesque – Zug 13] Im Krankenhaus

Was lange währt, wird endlich etwas über mittelmäßig. 😉 Die Erzählung um den Foodblogger der Herzen geht weiter – und die gute Nachricht ist – ER LEBT NOCH. Wenn ihr wissen wollt, was es mit dieser Lovecraftesque-Geschichte auf sich hat, schaut auf der Übersichtsseite beim Sandfuchs vorbei. Sollte die Geschichte nicht hier enden, wird es weitergehen bei Michael.

Eine Ton-Aufnahme auf dem arg geschundenen Smartphone von Raphael Duchamps:

„Mannmannmann, was ist denn hier los? Das Letzte, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich auf ein undergroundiges Food-Festival wollte und mit dem Rad den Berg hochgekracht bin. Dann bin ich, glaube ich, gestürzt.

Aber von so einem Fahrradsturz – gerade bergauf – kann man doch nicht so mitgenommen sein? Da liege ich jetzt in irgendeinem Krankenhaus und die Ärztinnen sagen mir fast überhaupt nicht, was los ist. Ich bin fast komplett zubandagiert, wenigstens der Zeigefinger der rechten Hand ist frei, sodass ich mein Fon benutzen kann, wenn die Schmerzen sich mal etwas zurückziehen. Alter, das Ding ist mal wirklich hinüber. Muss wohl irgendwie voll drauf gelandet sein. Auf das Display hab ich mir die größte Spiderman-App runtergeladen, die man sich nur vorstellen kann. Und eine Ecke sieht aus, als habe jemand oder etwas sie rausgebissen. Verrückt!

Was ich bisher von den Ärztinnen erfahren konnte, ist, dass ich irgendwo in den Bergen gefunden wurde, viele innere und äußere Verletzungen aufweise, ja mir sogar einzelne Finger zu fehlen scheinen und ich beim Auffinden völlig verwirrt gewesen sein soll und immer laut nach Essen verlangt haben soll. Komisch. Das hört sich gar nicht nach mir an. Das kann doch wirklich nicht von dem Fahrrad-Sturz kommen.

Boah! Manchmal können sich die Schmerzen durch die angenehme Wattigkeit der Schmerzmittel bohren – direkt in mein Hirn! Wisst ihr was, liebe Follower? Irgendwie bin ich hungrig. So hungrig war ich noch nie. Ja, klar! Krankenhausessen ist Müll und wird niemals auf meinem Blog landen, aber ich habe echt HUNGER! Also nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Da ist irgendwie ein riesiges Loch in mir, das gefüllt werden muss! Entweder fehlt ein Teil von mir, oder es ist etwas geöffnet worden, was nach Material verlangt. Hört sich komisch an, oder? Ja, ich weiß. So philosophisch kennt ihr mich gar nicht. Mann, ich freue mich so darauf, den Blog wieder zu befeuern und coole Pics auf Insta für euch rauszuhauen. Aber vorher muss ich noch irgendwas machen. Keine Ahnung was. Irgendwas will getan werden… Was? Da sind Stimmen. Sie flüstern.

AAAAA! Diese Schmerzen! Mein Kopf platzt! Und ich habe Hunger! Ich werde mal nach der Schwester klingeln…

[Lovecraftesque] Der Abstieg

Raphael sucht weiter nach kulinarischen Köstlichkeiten…

Was bisher geschah…

Einleitungsartikel Lovecraftesque und Übersicht

Titel

Der Abstieg

Eine eingesprochene Ton-Datei auf dem Smartphone von Raphael Duchamps – Vorbereitung eines Blog-Artikels?

Mann, Mann, Mann! Der Fahrradsturz war dämlicher als unbedingt nötig. Ich hab mir die Rübe mieser angestoßen als ich dachte. Wenn ich mir in die Haare fasse, habe ich ordentlich Blut an der Hand, vielleicht hätte ich doch ein Verbandpäckchen mitnehmen sollen – aber die große Maglite mit ner amtlichen Ration Batterien war auch keine schlechte Idee, wie ich immer mehr feststellen muss. Mir brummt echt der Schädel und ich bin mir oft nicht ganz sicher, ob ich etwas wirklich sehe oder spüre, oder ob ich es mir vorstelle. Aber egal! Ich bin sicher, dass Underground Food Festival wird mich für alles entschädigen. Okay, soooo „undergroundig“ hatte ich es mir gar nicht vorgestellt, aber dafür gibt es sicher interessanten Kram zu essen, den ihr alle so noch nicht schmecken konntet. Ganz ehrlich? Ich bin schon etwas aufgeregt. Kurz hatte ich ja daran gezweifelt, dass ich am richtigen Ort bin, aber nachdem ich oben in der Höhle das kleine Lagerfeuer gefunden habe, wo sich jemand augenscheinlich etwas Leckeres mit Knochenmark zubereitet hat, bin ich mir sicher, dass ich hier völlig neue kulinarische Genüsse erleben werde. Vor meinem geistigen Auge schweben schon abgefahrene unterirdische Pilze angebraten im Fett eines kleinen, mir unbekannten, subterranen Säugetiers, aus dessen Schenkeln kleine Häppchen gereicht werden. Mit der Karkasse und diesem interessant leuchtenden Moos da hinten in der Ecke kann man sicher ein tolles Süppchen zaubern. Ach, die Eingeborenen hier werden schon wissen, wie man Flora und Fauna schmackhaft zubereitet. Ich muss einfach nur tiefer gehen, den Geräuschen hinterher.

Eigentlich denke ich, dass es sich um Stimmen handelt, bin mir aber nicht ganz sicher. Diese Ösis haben ja eine so abgefahrene Satzmelodie, dass ich manchmal glatt denke, dass da irgendetwas Krächzendes oder Schnaufendes drin vorkommt. Denen müsste echt mal jemand ordentlich Deutsch beibringen. Worüber sie sich wohl unterhalten mögen? Die neuesten Pilz-Rezepte? Die Ergebnisse der Ersten Liga? Warum heißt die eigentlich nicht Red Bull Liga? Heißt doch hier alles so. Und ich hätte jetzt gerne ein Red Bull, obwohl ich die Plörre eigentlich gar nicht mag. Aber Flügel wären jetzt schon okay. Irgendwann muss ich doch mal ans Ziel kommen. Mmmmmhhhh! Red Bull! Mann, immer diese Retortenteams im Fußball. Das gäb es beim FC 08 nicht. Mann, mein Vater erzählt jetzt noch von diesem 4:2 gegen den VfB Stuttgart. Quatsch! Der ist ja schon lange tot! Alter! Reiß dich mal zusammen! Konzentrier dich. Hoffentlich haben die bei dem Festival sowas wie ein Erste Hilfe-Zelt. Ich glaube es sollte echt mal jemand nach meinem Kopf sehen.

… und jetzt wird auch noch der erste Satz Batterien schwächer. Ich glaube ich wechsel die mal.

Hey! Was war das dahinten? Rot leuchtende Augen? Kopf, hör auf zu spinnen! Es war ganz dunkel, da leuchtet nix.

So! Batterien sind wieder drin! Funzel leuchtet wieder richtig hell. Und natürlich ist da vorne weit und breit nichts zu sehen. Raphael, reiß dich zusammen und konzentrier dich ganz auf deine Geschmackspapillen. Die kriegen gleich ordentlich was vorgesetzt. Kann nicht mehr lange dauern. Die Stimmen werden immer lauter. Ja, wie vermutet, ein irgendwie komischer, etwas schnarrender Singsang, aber es sind ganz eindeutig Stimmen. Da hab ich wohl direkt den richtigen Tunnel erwischt. Oder die sind hier touristisch so auf Zack, dass alle Wege zum Festival führen.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glatt behaupten, dass die Wände hier bearbeitet sind. Bisher war alles reine Natur, weshalb sollte hier etwas bearbeitet werden. So fleißig sind diese Alpenbauern dann ja doch nicht. Naja, soll mir egal sein. Hauptsache sie können ordentlich kochen.

Also jetzt bin ich mir sicher. Die Wände wurden geglättet. Auf den letzten Metern war das immer deutlicher zu erkennen, ich meine sogar, dass da Sachen eingeritzt wurden. Die lassen sich hier echt nicht lumpen von dem Festival – das hätte mehr Werbung verdient. Vielleicht ritzen sie Rezepte oder so in den Fels. Ich bleib mal kurz stehen und leuchte eine Stelle genauer an.

Alter! Das ist ja mal was. Sieht aus wie die Höhle von Lascaux auf Speed. Das war übrigens total cool da. Ich habe mal einen Food Truck auf Europa-Tournee begleitet und der war zwei Tage lang in Montignac, einem uralten Städtchen an der Vézère im Département Dordogne. Das ist nur einen Steinwurf von dieser steinzeitlichen Höhle entfernt. Puh. Mein Kopf. Sorry. Also diese in den Fels geritzten Zeichnungen hier sind echt mal krass. Da sind ne Art Höhlenmenschen drauf zu sehen und irgendwelche Viecher, die ich ganz sicher nicht auf meinem Teller haben möchte. … obwohl! Mit ner ordentlichen Hollandaise drauf kriegt man ja fast alles runter.

Mir tanzt alles vor den Augen. Ist das mein Kopf oder sind das diese völlig wahnwitzigen Zeichnungen. Da stimmt ja geometrisch nix drauf. Und sind das Tentakel? Saugnäpfe? Zähne. Augen? Mann, schnell zum Festival. Das geht mit dem Schwindel so nicht weiter.

Also die Taschenlampe nach vorne gerichtet und immer weiter. Langsam wird der Gang auch weiter. Bisher musste man teilweise gebückt gehen, um nicht anzustoßen, aber jetzt scheint sich das Ganze in eine Höhle zu weiten…

Neuer Charakterzug des Protagonisten

Unbekümmert

Neuer Nebenschauplatz

Zentrale Höhle

Hinweis

Fels-Gravuren

Das Blogspiel geht weiter bei

Michael Jaegers

10 Dinge, die jedeR WIRKLICH getan haben muss…

Der Eskapodcast hat mal wieder gestichelt und ich kann nicht widerstehen! Glücklicherweise haben NurderTim und Sal schon vorgearbeitet und so muss ich nicht beim Joggen die einzelnen Punkte rausschreiben, um sie später bearbeiten zu können..

Ein Bild von seiner Figur selber zeichnen, zeichnen lassen oder ein Foto/Bild verwenden.

Wenn ich mal spiele und auf dem Charakterbogen Platz für ein Bild ist, zeichne ich immer was, IMMER. Was nicht heißt, dass ich das in irgendeiner Form kann, aber Strichmännchen mit Hörnerhelm und Riesenaxt krieg ich noch hin. Charakterzeichnungen vom Profi finde ich persönlich mehr als albern und ich spiele zu selten in neuzeitlichen Settings, um mich tatsächlich auf die Suche nach einem passenden Foto zu machen.

Eine Miniatur seiner Spielfigur bemalt zu haben.

Nä, also… NÄ! Ich kann sowas von keine Miniaturen bemalen! Schon das Grundieren sieht bei mir so richtig Scheiße aus. Ich habe da echt kein Talent und es sähe wahrscheinlich immer aus wie ein Clown, dem die Schminkpistole ausgerutscht wäre…

Unterfrage: Sich als eine PnP-Figur verkleidet zu haben.

NÄ!!!!!!! Im Lebbe nitt!

Ein Würfelset, Stifte und eine Würfelunterlage besitzen.

Nun, ich besitze wahrscheinlich mehrere Fantastilliarden Würfel, und ein paar Rollenspielstifte, wie Druckbleistifte vom DCC-Rollenspiel, oder etliche EInsamer Wolf-Bleistifte, aber außer einem hölzernen Drachen-Würdfelturm habe ich keine Würfelunterlage… (Auf dem Foto sieht man meinen Mitnehmbeutel und mehrere Sätze der Original-Würfel aus den D&D-Sets der 80er Jahre – dazu habe ich noch wirklich hunderte von Würfelsätzen für bestimmte Systeme und oder Settings)

Wüüüüürfel

Für Kinder leiten.

Klar habe ich früher für meine Tochter geleitet – Basis-D&D aus der roten Box als sie 9 oder 10 war. SIíe war auch begeistert bei der Sache, aber mehr als eine halbe Stunde ging nie. In letzter Zeit habe ich in meiner Spiele-AG die ROBERT REDSHIRT SHOW und Nipajin geleitet. Kam immer gut an.

Barfuß auf einen W4 getreten zu sein.

Natürlich! Wäre doch mehr als peinlich, wenn nicht.

Wasser in den Würfelbecher gegossen.

Nope. Noch nie. Ich kenne eigentlich kaum jemanden, der einen Würfelbecher benutzt.

Eine Nacht durchgespielt.

Früher immer. Also echt fast jeden Freitag auf Samstag. So zu Gymnasiumszeiten. In der letzten Zeit eigentlich nur bei Ralfs Runde damals in Bad Godesberg – und dann mit dem ersten Zug um kurz nach 6 von Godesberg in Richtung Koblenz mit zahllosen raderdollen Junggesellen- und Gesellinnen-Abschlussfahrten. Hölle, Hölle, Hölle, um es mal mit meinem Lieblingsinterpreten zu paraphrasieren.

Beim RSP eingeschlafen.

Ganz sicher öfters früher. Glücklicherweise nie als Spielleiter.

Eine Kampagne bis zum Ende durchgespielt.

Also so, wie sie der Erbauer geplant hat ganz sicher nie. Aber wir haben viele Kampagnen „irgendwie zu Ende gebracht“… Durch TPK, Lustlosigkeit oder einfach nur unmerkliches Auflösen der Gruppe.

Einen Charakterhintergrund ausgearbeitet.

Nein. Nie. Für mich entwickelt sich der Charakter immer im Spiel. Vorher habe ich bestenfalls ein paar grobe Ideen, in welche Richtung es gehen könnte. Vergleiche dazu auch: Sie trugen keine Namen und Sie trugen keine Namen II.

Wegen enthusiastischem Rollenspielgelaber wurde sich von mir abgewandt.

Oh, nein! Ich bin niemand, der in seiner Freizeit begeistert irgendwelchen Leuten Kassetten zu seinem Hobby ins Ohr quatschen muss. Fragt jemand nach, erkläre ich gerne etwas, aber ich denke, ich bin sozial kompetent genug, um zu erkennen, wenn ich langweile oder auf die Nüsse gehe. Im Gegenteil ging es mir schon oft so, dass ich Leuten mitteilen muste, dass mich ihr aktueller Charaktere einen feuchten Kehricht interessiert und ich mir das keine weitere halbe Stunde lang anhören werde.

Salat selber anbauen und verzehren, um Salatmagier zu werden.

War ich an der Lee Strasberg School für angewandte Schauspielkunst? Am Arsch die Räuber.

Inklusion: Behindertengerechte Voraussetzungen geschaffen, damit jemand mitspielen kann.

Hmmm… Leider nein. Kann mich an keinen solchen Fall erinnern. Ganz ehrlich nicht und es ist mir fast etwas peinlich.

Props für die Tischrunde selber basteln.

Puh. Ich überlege echt. Ich bin kein großer Handout-Fan, aber ich weiß, dass ich bei einem Abenteuer ein altes Buch auf dem Tisch liegen hatte. Habe es lang und schmutzig als alt und verwittert geschildert und wenn die Spielerinnen es sich rübergezogen haben, um es besser lesen zu können, habe ich ihnen mitgeteilt, dass es nun leider zerfallen ist. Nur einer Gruppe ist je die Idee gekommen, das brüchige Teil so liegen zu lassen, wie es lag. Sie konnten so wenigstens die aufgeschlagene Doppelseite lesen.

Ein Rollenspiel-Let’s Play ansehen.

Ich sehe sehr oft rein – vor allem bei den Orkenspaltern oder den diversen Nerdpol-Gruppen wie Koali oder Umbreon. Aber ganz ehrlich? Es langweilt mich doch sehr schnell, egal, wie gut es gemacht ist und ich beschäftige mich dann schnell mit Anderem, lasse es aber nebenbei laufen. Gut gemachte Produktionen wie die Tabletop-Reihe mit WIl Wheaton zum Thema Brettspiele kann ich mir allerdings gut ansehen – wohingegen deren Titansgrave Rollenspielreihe auch schon wieder schwieriger war…

Ein Abenteuer als Spieler oder Spielleiter mehrfach spielen.

Na klaro. Gerade, wenn ich es veröffentlichen will. Die Festung des Bergkänigs habe ich sicher 10-15 mal geleitet – und alle kleinen Convention-Abenteuer sowieso. Es ist großartig, wie da immer völlig unterschiedliche Geschichten bei herauskommen. Sehr obskur war dann, als ich mein eigenes Abenteuer mal als SPieler mitgespielt habe. Ein komisch-kribbeliges Gefühl…

Ein multiparalleles Abenteuer spielen.

Nicht direkt, aber wir haben bei der RPC 2009 ein Turnierabenteuer geleitet. Das war auch sehr cool. Das gleiche Abenteuer wurde mit gleichen CHarakteren unter gleichen BEdingungen dreimal gespielt und am Schluss wurden alle Gruppen anhand eines Bewertungsbogens platziert. Verdammt. Da hätte ich gerade nochmal spontan Bock drauf. Mal sehen, ob bei einer COn in Zukunft nochmal in die Richtung etwas geht.

Ein Abenteuer direkt beim Autor spielen.

Ja, schon öfter. Finde ich immer sehr interessant.

Werbung für den Eskapodcast machen.

Mach ich doch gerade, oder? Wenn nur 1% meiner Myriaden Seifenkistenleser sich danach eine Eskapodcast-Folge anhören, gehen deren Downloadzahlen sprunghaft durch die Decke.

Lovecraftesque – Die Ziegerbergstraße

Ich habe die große Ehre, die Geschichte um Raphael Duchamps, den abenteuerlustige Foodblogger anzukurbeln…

Titel – Teil – Erkundung – Szene 1

Die Ziegerbergstraße

Bericht von Raphael Duchamps

Ich berichtete ja am Donnerstag schon auf meinem Blog, dass ich in ein größeres Abenteuer aufbreche – ich vereine hier meine beiden liebsten Hobbys: Essen und Radfahren. Vielleicht kommt auch noch ein Tacken Abenteuer hinzu, denn, mal ganz ehrlich, so ganz alltäglich ist das, was ich vorhabe, wirklich nicht.

Von einer guten Freundin bekam ich einen heißen Tipp über einen absoluten Geheimtipp, was Fressfeste angeht. Nur absolute Insider haben davon überhaupt schon gehört! Sagt euch die Ziegerbergstraße was? Nein? Natürlich nicht, die ganze Chose ist ja schließlich nicht zu Unrecht eine absolut heiße Undergroundnummer!

Okay – zuerst verate ich euch mal, wo es mich gerade hin verschlägt. Ich bin von Homburg aus die Autobahn in Richtung Süden runtergedüst, dann rechts (oder wie der Geograf sagt: westlich) des Bodensees vorbeigecruist und nach weniger als 500 km kam ich dann in Latschau an, einem kleinen Skigebiet im österreichisch-schweizer Grenzgebiet – natürlich noch auf österreichischer Seite.

Dort habe ich mich im Sporthotel Sonne eingemietet, vor allem, weil ich mir dort ein flottes, aber dennoch ordentlich traglast-potentes Radel ausleihen konnte. Aber auch das Essen war absolut erste Kajüte, wie man auf meinem Instagram-Profil sehen kann (duchampsraphael). Ach ja, meinen Blog könnt ihr auch gerne besuchen: http://comedi-duchamps.de – ich hoffe, ich habe da oben in den Bergen Netz…

Mittlerweile fragt ihr euch sicher, worin denn nun hier das Abenteuer bestehen soll, denn in einem Sporthotel kann sich jeder dressierte Schimpanse einmieten, der das nötige Kleingeld hat.

Okay, ich werde es euch verraten. Einmal alle 23 Jahre gibt es hier in der Umgebung ein geheimes Fressfest, zu dem eigentlich nur die Leute aus der Umgebung gehen, aber auch der eine oder andere mutige Fremdling scheint da schon ordentlich auf seine Kosten gekommen zu sein. Und das Beste: die ganze Sache kostet nichts. Man muss nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Und dieser Zeitpunkt ist in einigen Tagen (ich konnte leider nicht genau rausfinden wann) und nur einige (allerdings mehr als kräftezehrende) Kilometer mit dem Rennrad enfernt. Mein Plan besteht also darin, mich mit dem Vélo an besagte Stelle zu begeben, mein Zelt aufzuschlagen und einfach abzuwarten, bis mir die gebratenen Tauben – obwohl es den wenigen zu findenden Schilderungen zufolge eher Fische oder Kraken oder so sein sollen – in den Mund fliegen zu lassen.

Mein Check mit Google Maps hat aber ergeben, dass sich hier keine größeren Gewässer befinden, außer diesem komischen zweigeteilten See hier in Latschau und zwei kleinen Flüsschen, die sich in der Nähe meines Zieles befinden. Dieses Ziel hat keinen wirklichen Namen, aber wenn ihr bei Googlemaps oder einem vergleichbaren Konkurrenzprodukt von Latschau aus immer der Ziegerbergtraße folgt, kommt ihr an eine Art Gehöft mit drei Gebäuden, dort soll das kulinarische Gelage stattfinden – apropos Gelage – ich hoffe auch sehr dass ein paar scharfe einheimische Bräute oder Typen oder sonstwas finden werden…

So, ich lasse mir hier auf der Veranda noch ein paar Stündchen die Sonne auf den Latz scheinen, esse dann noch einen Happen (Carbloading, anyone) und gehe früh ins Bett, denn seien wir ehrlich, ich habe mehr als nur etwas Respekt vor dieser Straße – alleine der auf dem Screen meines Smartphones zu folgen, ist anstrengende Arbeit, wie viel mehr also, da mit dem Rad und 12 kg Gepäck hochzustochen.

Abgesehen von einem kurzen Alptraum, in dem irgendwelche degenerierten Ureinwohner auf mich gezeigt haben und mir an den Kragen wollten, was sicher meinem Zusammentreffen mit den Dorf-Halbstarken gestern Abend zuzuschreiben ist, habe ich echt tief und fest geschlafen und auch das Wetter begrüßt mich mehr als positiv. Hoffentlich wird es nicht sogar zu heiß.

Also heißt es Satteltaschen gepackt und frisch an die Pedale. Heute will ich keine Rekorde brechen, sondern mit nem schön kleinen Gang locker die Bergstraße hochkurbeln. Wie schon gesagt – wenn ihr euch etwas dafür interessiert, checkt mal „Ziegerbergstraße“ aus, denn ich bin sicher, ich werde in kürzester Zeit nicht mehr genügend Sauerstoff im Hirn haben, um euch jede der grob geschätzt 19454 Serpentinen genau zu schildern – so gerne ich es auch täte. Es geht locker los und ich bin echt entspannt, die Muskeln frisch, das Frühstück liegt nicht schwer im Magen, die Kohlehydratspeicher sind von gestern noch voll. Ich halte ab und zu an, versuche mich an kurzen Zeichenskizzen und komme gegen Mittag am Gasthaus Mittagsspitze an, nomen est omen. Ich kehre nur kurz ein, schließlich habe ich mir alles für ein leckeres Pique-nique mitgenommen und möchte keine wertvolle Zeit verplempern, falls ich oben raus keinen Saft mehr in den Akkus habe. Sorry, aber einmal muss der Gag raus: Die Ziegerbergstraße heißt so, weil nur Bergziegen wie der viel zu früh von uns gegangene Marco Pantani oder „Bergfloh“ Karl-Heinz Kunde aus Kölle voll am Anschlag hochdrehen können…

Ich habe allerdings keine Probleme mit der Kondition und bin nur etwas bleich ums Näschen, als sich vor mir das schmale Tal, durch das der Tilsunabach bisher geplätschert ist öffnet und eine weite nach Norden hin von steilen schartigen Felsen begrenzte Hochebene übergeht. Ein wunderschöner Anblick, auch wenn sich hier gerade die Wolken etwas zuziehen. Was mich aber wirklich überrascht, ist, dass hier von festlicher Stimmung keinerlei Rede sein kann. Hier ist nix los. Gar nix. Die drei Gebäude, die ich im Kartenmaterial gefunden habe, sind her Ruinen als ein schickes Gasthaus oder ein heimeliger Berghof. Hoffentlich fängt es nicht fies an zu regnen, bevor ich mich hier orientiert habe…

Also lasst die Löffel kreisen, FreundInnen – euer Raph!

Neuer Charakterzug des Protagonisten

sportlich +1

Neuer Nebenschauplatz

Hinweis

Höhlen im Norden

Das Blogspiel geht weiter bei

Michael Jaegers

Lovecraftesque – Das Blogspiel

Äh, ja! Lovecraftesque! Noch nie gehört, noch nie gespielt. Daher war ich umso geschmeichelter, als mich Michael Jaegers fragte, ob ich nicht mit meinem Blog daran teilnehmen wolle. Wenn das keine gute Sache ist, um die alte Seifenkiste noch einmal ordentlich unter Segel zu nehmen, dann weiß ich es auch nicht, also los…

Das Erzählspiel von Becky Annison und Josh Fox wurde von Tim Rauche auf der Helgo-Con einigen rührigen RollenspielerInnen vorgestellt, und trotz anfänglicher Bedenken durchlebten diese bald eine düstere Geschichte rund um den Hallunder Vertretungs-Pastor Hein Goderman.

Das Konzept des Spiels gefiel Michael Jaegers so gut, dass er die Idee entwickelte, eine Geschichte über Lovecraftesque nicht nur zu erzählen, sondern schriftlich festzuhalten.

Die Idee zum Blogspiel für Lovecraftesque war geboren.

Übrigens: Eine deutschsprachige Fassung erscheint voraussichtlich noch im Sommer diesen Jahres.

Das Setup

Wir sind eine kleine Schar von Rollenspiel-Bloggern, die sich auf die Rahmenbedingungen für ihre gemeinsame Geschichte geeinigt haben, ganz so, wie es auch bei Lovecraftesque am Spieltisch erfolgt:

Was wollen wir erzählen? Wo spielt das Abenteuer und in welcher Zeit? Wer ist der Protagonist?

Stil: düsterer Horror

Verbotene Elemente: Diskriminierung jeglicher Art, real existierende Personen, übertriebene Gewaltdarstellungen

Ära: Gegenwart

Schauplatz: ein Dorf in den Alpen

Nebenschauplätze:

o (Werden ergänzt)

Der Zeuge (Der Protagonist unserer Geschichte)

Die Geschichte, die wir entwickeln wollen, handelt von einer Person, die Zeuge der Ereignisse ist und in den Regeln auch so bezeichnet wird. Wir haben uns vorab auf die folgende Figur geeinigt, wobei der Zeuge sich hinsichtlich seiner Charakterzüge im Verlauf der Geschichte weiter konkretisieren wird.

Name: Raphael Duchamps

Rolle: Food-Blogger, Insta-Influencer und Youtuber “Comedi”

Warum ist er hier?: Ein Insider-Tipp über ein kulinarisches Dorffest

Quelle seiner Kraft: Ein altes Schreiben an seinen Vater, in welchem dem alten Herrn die langersehnten Michelin-Sterne zugesprochen werden, das allerdings erst zwei Tage nach seinem Tod eintraf.

Persönlichkeit: Begeisterungsfähigkeit

Weitere Charakterzüge:

o Unbezähmbare Neugier

o (Weitere werden ergänzt)

Die Teilnehmer

1. Moritz Mehlem (ich)

2. Michael L. Jaegers

3. Tim Rauche

4. Ralf Sandfuchs

Der Ablauf

Der Startspieler und die oben dargestellte Reihenfolge wurden ausgelost. Damit verfasst der erste Teilnehmer den Anfang der Geschichte entsprechend der vereinbarten Rahmenbedingungen.

Hierzu hat er sieben Tage Zeit und sollte sich zugleich auf 5.000 Zeichen beschränken.

Nach der Veröffentlichung seines Beitrags auf seinem Blog geht der Ball an den nächsten Teilnehmer in der Reihe, der ab der Veröffentlichung wiederum sieben Tage Zeit und 5.000 Zeichen zur Verfügung hat, um die Geschichte weiter zu entwickeln.

Jeder Erzähler beendet seinen Teil der Geschichte mit einem Hinweis, der im Verlauf der Erzählung eine Bedeutung haben soll und von den folgenden Erzählern aufgegriffen werden sollte.

Insgesamt erfolgen im ersten Teil fünf Szenen, in denen die Geschichte aufgebaut wird, bevor im zweiten Teil (spätestens nach der insgesamt achten Szene) die Reise des Zeugen in die Dunkelheit mit der Force Majeure (Katastrophe, Ereignis durch höhere Gewalt) beginnt.

War die Erzählung bislang eher deskriptiv, gewinnt man in der Reise in die Dunkelheit nun auch einen Blick ins Innere des Zeugen. Die Szenen, jetzt als Züge bezeichnet, werden kürzer (maximal 2.500 Zeichen) und intensiver, bis nach 12 bis 16 Zügen das Finale und ein Epilog folgt.

Abweichungen zu Lovecraftesque

Lovecraftesque ist als interaktives Spiel gedacht, bei dem die nicht aktiven Spieler als Beobachter nähere Beschreibungen und Ideen an vielen Stellen in die Erzählung einwerfen können.

Dies ist in unserem Blogspiel so ohne Weiteres nicht möglich. Daher weichen wir an dieser Stelle von den Regeln ab, gestalten das Spiel allerdings dermaßen, dass aufeinanderfolgende Erzähler die Geschichte aus der Sicht anderer Personen fortführen und so auch Konkretisierungen (durch andere Blickwinkel) einflechten können.

Beschreibt ein Autor die Geschehnisse aus der Sicht des Zeugen, setzt der nächste die Geschichte (gegebenenfalls inhaltlich und zeitlich überlappend) aus der Sicht einer anderen Person (die beispielsweise den Zeugen beobachtet) fort.

Das Finale wird dabei eine Herausforderung, denn bei Lovecraftesque ist dies ein Spiel (Aktion/Reaktion) zwischen einem Erzähler (dem aktuellen Spieler) und dem als Zeugen fungierenden nächsten Erzähler. Dies wird im Rahmen eines Chats erfolgen, also tatsächlich im Dialog zwischen den beteiligten Autoren.

Und hier geht es los …

Im Folgenden ist die allgemeine Struktur einer Erzählung bei Lovecraftesque dargestellt. So wie sich die Geschichte entwickelt, werden die einzelnen Szenen mit Links zu den jeweiligen Beiträgen versehen.

Teil 1 – Erkundung

Szene 1: Die Ziegerbergstraße

Szene 2 : Der Almer

Szene 3 : Das Gewitter

Szene 4 : Unter dem Hexenhof

Szene 5 : Der Abstieg

Teil 2 – Auslöser

 Szene 6

 Szene 7 (optional)

 Szene 8 (optional)

Teil 3 – Reise in die Dunkelheit

 Force Majeure (optional)

 Reise in die Dunkelheit

o Zug 1

o Zug 2

o Zug 3

o Zug 4

o Zug 5

o Zug 6

o Zug 7

o Zug 8

o Zug 9

o Zug 10

o Zug 11

o Zug 12

o Zug 13 (optional)

o Zug 14 (optional)

o Zug 15 (optional)

o Zug 16 (optional)

 Finaler Horror

 Epilog

Das Bild zum Artikel stammt von Pexels, auf der Website Pixabay

Der Gratisrollenspieltag (GRT) in Koblenz

Am letzten Samstag, dem 23.03.2019, war es zum siebten Mal so weit – der Gratisrollenspieltag fand im deutschsprachigen Raum statt und nach zwei Jahren Abstinenz war auch Koblenz mal wieder am Start. Vor Jahren gab es mal drei Veranstaltungen hier, aber die ZUNFT ist eider nicht mehr so aktiv (existiert sie noch?!?) und der CTU hat seine Ambitionen aufgegeben, Rollenspiele ins Programm zu nehmen. Schade, aber verständlich. Und so hielt in diesem Jahr wieder der Zeitgeist die GRT-Fahne hoch. Und auch wenn man da noch mehr Betrieb machen kann, hatte Betreiber Stephan bei Facebook die Werbetrommel angekündigt und sich um das Paket bemüht.

Dazu muss man vielleicht mal auf diesen ebenso exzentrischen wie krassen Laden eingehen, denn das Zeitgeist ist voll und ich meine VOLL mit Kram. Hier gibt es einfach alles, was das Nerdherz begehrt. Man muss es nur finden und auf dem Weg dahin nicht zu viele Dinge zerstören. Ich biun imer froh dass ich nur normaldicker Nerd bin, wenn ich dort auf der Jagd nach Schätzen bin. Und im Ernst – hier gibt es Rollenspiele, Brettspiele, Kartenspiele, Comics, Manga, Anime, Merchandise – ALLES!!! Verdammt nochmal ALLES! Was es nicht gibt ist Platz. Ich hatte für 11:30 und 14:00 Uhr Demorunden angesagt und stand noch um 11:40 verloren im Laden herum und dachte es würde nix mehr abgehen. Aber dann…

… kamen mit Tina und Christoph (Christof) zwei Indie-Spezis und Tobias, der Pokemon-TCG-Superstar, den ich schon von einer Summoner Wars-Turnier -Reihe vor etwa 5792759 Jahren kannte, stand auch bereit, um sich rollenspielerisch zu versuchen. Tina hatte sich schon im vorhinein bereit erklärt, das Schummelabenteuer zu leiten, das auch in der GRT-Kiste vorhanden war, zu leiten und so verzichtete ich auf meine Labyrinth Lord-Demorunde und wir haben zu viert (später zu fünft, als Michi noch dazustieß) ein Schummelabenteuer gespielt, das mir überraschend viel Spaß gemacht hat. Beim Schummelabenteuer spielt man einfach kooperativ ein selbst erfundenes Abenteuer im Spielbuch-Style. Ein Titel wird erwürfelt und jemand beginnt die Erzählung – an Gelenkstellen werden dann von den MitspielerInnen Möglichkeiten genannt, wie das Abenteuer weitergehen kann. Den spektakulären Würfelmechanismus erspare ich euch, aber es macht hier großen Spaß mit Klischees zu spielen, sie mal zu brechen und ein anderess Mal gnadenlos auszuspielen.

Wir haben uns dann mit unserer kleinen Heldin todesmutig in die Feste des Verderbens gewagt, um den untoten Warlock aus dem Weg zu räumen. Dass der Auftrag von einem düsteren Typen mit Kapuze in einer ebenso düsteren Ecke einer Kneipe kam, muss ich wohl nicht extra erwähnen, dass aber eine immervolle Milchkanne, eine Draisine und ein augetrennter Rocksaum mit unserem schlussendlichen Erfolg zu tun haben, ist schon eher ungewöhnlich. Mindestens genau so ungewöhnlich endete auch das Abenteuer, aber was soll ich sagen? Fun was had! Ich werde das ganz sicher in Zukunft noch öfter spielen, wenn ich mal mit ein paar Leuten ein Stündchen verplem… äh… sinnvoll füllen muss! Großer Dank an alle MitspielerInnen!

Um 14 Uhr habe ich dann „Portal unter den Sternen“ geleitet. Ein Einsteigerabenteuer, ach was, DAS Einsteigerabenteuer für das Dungeon Crawl Classics-Rollenspiel. Ich hatte so mit 5 MitspielerInnen gerechnet, aber es wurden dann doch 8. Gut, dass ich nicht gut zählen kan n und zu Hause 11 Charakterbogenblätter mit je 4 Charakteren der Stufe 0 ausgedruckt hatte. Aufgrund der gigantischen Anzahl an 32 Charakteren, die sich in den Eingang das Dungeons drängelten, wusste ich schon vorher, dass die Spieler das Abenteuer zu einem guten Ende bringen würden, da sie die Gegner mit ihrer schieren Übermacht in den Schlund der Hölle stoßen konnten. Okay, eine Stelle gibt es immer, die Knackpunkt sein kann, aber bei so vielen SpielerInnen war es auch klar, dass irgendwer die richtige Idee haben würde – was schließlich auch so kam. So bestand mein Ziel dann auch einfach darin Spaß zu haben und möglichst ein paar Charaktere in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Wenn die anderen am Tisch sich etwas amüsieren würden, wäre es sicher auch niocht verkehrt. und so hatten wir am Tisch neben mir einen Rollenspielveteranen, drei Spieler, die immerhin mehrere Systeme kannten, eine Spielerin, die „schon einmal irgendsowas gespielt hatte“ und drei Frischlinge (zwei Herren, deine Dame). Tja, was soll ich sagen, alles lief wirklich flüssig, der Obermotz wurde besiegt – nicht zuletzt durch eine Attacke mit einem Eselstreitwagen, die ihrem Spieler dann auch am Ende den roten Ribbon für „DCC KILL“ einbrachte – ich verteilte etwas Swag, blaue Ribbons für die anderen TeilnehmerInnen, DCC-Druckbleistifte und DCC-Lesezeichen und ich glaube es war niemandem so richtig langweilig.

Jetzt hätten alle ihrer Wege gehen können, aber ich unterhielt mich noch mit einigen SpielerInnen und mit Ladenboss, Stephan – und es ist glatt möglich, dass mit dieser Runde die Keimzelle für eine zulkünftige regelmäßige Rollenspielrunde im Zeitgeist geboren wurde. (Zu der natürlich eingeladen wäre, wer sich eingeladen fühlte.)

Aaaaaaaußerdem habe ich neben der Tatsache, dass es jetzt ein zum Laden gehörendes Spielezimmer gibt, entdeckt, dass dazu auch eine riesige, riesige Veranda gehört – ich hätte fast Lust, das nächstes Jahr richtig konzentriert und größer aufzuziehen und ein GRT-Grillen zu institutionalisieren.

Hell-Yeah!

[Podcast] 10 Dinge, die ein Rollenspieler getan haben muss

Tja, die Brüderschwestern vom Eskapodcast haben in ihrer aktuellen Folge darüber philosophiert, was die Rollenspielerin von Welt so hobbymäßig getan haben muss – ich übernehme absolut keine Garantie dafür, dass sie dei Zahl 10 exakt getroffen haben…

Kilian Braun hat dann in der Nerd Inn die Fragen gesammelt und für sich selber beantwortet – gute Idee, ich werde dann auch mal checken, was ich nach 34 Jahren Rollenspiel noch zu erledigen habe:

Auch mal Spielleiter / Spielleiterin bzw. Spieler / Spielerin sein

Äh, ja. Ich war nach einer kurzen Anfix-Partie als Spieler lange, lange Jahre ausschließlich Spielleiter, weil ich bereit war, das meiste Geld zu investieren und mir den ganzen benötigten Kram zu kaufen. Erst im Studium kam ich dann dazu, auch mal zu spielen. Seitdem dürfte es sich in etwa die Waage halten.
Hab ich gemacht: ja

An einem besonderen Ort / im Freien spielen

Puh. Natürlich. Auf Burgen, nachts in Parks, in der Schule, auf dem Schulhof… Aber die wohl abgefahrenste Runde war eine Labyrinth Lord-Runde auf der SPIEL in Essen (tippe mal auf 2010 oder 2011). Ich hatte nur ein kurzes Einseitenabenteuer von mir, etwas zusammengerafftes Papier, zwei Würfel und einen Kuli. Wir haben uns auf den Fußboden irgendwo zwischen solche Raumtrennerwände gestzt und losgespielt. Es war kalt, laut, ungemütlich, aber hat wahnsinnig Spaß gemacht. Ich habe noch düstere Erinnerungen an einen wahnsinnigen Halbling, der auf einer Riesenratte geritten ist – ich weiß nur nicht mehr, ob dieser von Western City -Jörg oder GRT-Karsten gespielt wurde…
Hab ich gemacht: ja

Eine Rollenspiel-Con besuchen

Klar. Von winzig klein bis riesengroß. Ich liebe Cons und Messen. Toll sind aber gut organisierte, kleine ÜbernachtungsCons in coolen Locations wie HeinzCon oder MantiCon.
Hab ich gemacht: ja

Teilnahme am Gratisrollenspieltag

Äh, ja! Aber ihr kennt ja meine sprichwörtliche Bescheidenheit also schwinge ich keine großen Reden.
Hab ich gemacht: ja

Eine Onlinerunde spielen

Selten, aber sehr gerne. Spontan fällt mir die Beyond the Wall-Runde mit Sal ein – und die D&D-Runde mit Onno T., wo wir die verlorene Stadt gespielt haben und bei unseren Verlusten oben am EIngang der Pyramidenspitze die Bewerber Schlange gestanden haben. Ich hab mit das so vorgestellt wie bei einem Türsteher in der Nobel-Disco, der immer nur Einzelpersonen und kleine Gruppen einlässt.
Hab ich gemacht: ja

Foren- bzw. Briefrollenspiel

Oh, ja. Ich habe selber eine längere D&D-Kampagne in Phlan (Forgotten Realms) via E-Mail geleitet, aber ich habe auch im legendären Monster Island gespielt und vier Fünfzig-Mark-Scheine investiert habe. Ein Heidengeld damals…
Hab ich gemacht: ja

Geocaching-Rollenspiel

Hört sich cool an. Da hätte ich definitiv Lust drauf. Müsste mal checken, ob es in der Nähe etwas gibt.
Hab ich gemacht: nö

Mal was anderes mitspielen / an einer anderen Spielrunde teilnehmen

Ja. Immer wieder gerne. Sorry, bei diesem Punkt lohnt sich kein langes Rumgeschwafel.
Hab ich gemacht: ja

Mal eine fanatische Spielfigur spielen

Nä! Ich bin doch kein Querulant. Und muss das auch nicht im Rollenspiel ausleben. Ich denke ich spiele immer recht gruppen- und spiel-konform.
Hab ich gemacht: nein

Ein Abenteuer entgleisen lassen und trotzdem zu einem guten Ende bringen

Siehe oben! 
Hab ich gemacht: nein

Als Spielleiter einen ungeplanten Party kill durchziehen

Natürlich. Das Leben als Abenteurer ist gefährlich und so habe ich schon auf beiden Seiten eines TPK gestanden. Und ganz ehrlich? Das sind wirklich immer denkwürdige Ereignisse. Ich habe jetzt so spontan vier noch genau vor Augen.
Hab ich gemacht: ja

Die Reality-Experience

Ich hatte mal einen Spieler, der alle Probleme mit Ölfläschchen und einem kleinen Feuerchen gelöst hat. Irgendwann habe ich ihn gezwungen, zu zeigen wie viele Stubbis er in einen Rucksack bekommt – und diesen Rucksack musste er den Spielabend über tragen. Wenn ich mich recht entsinne waren es 28.
Hab ich gemacht: ja

Larp spielen

HE! Ich bin doch kein perverser Realitätsverweigerer!
Hab ich gemacht: nein

Sich mit der Rollenspielgeschichte beschäftigen

Oh, ja. Das macht mir manchmal fast noch mehr Spaß als zu spielen… Und um Eskapodcast-Martin etwas zu ärgern – ich habe im Dragonsfoot-Forum oft mit Gary Gyagx geschrieben und wurde von ihm zu seinem Hausspiel im Rahmen der GaryCon eingeladen. Mit Dave Arneson habe ich ab und an geschrieben, zuletzt kurz vor seinem Tod, als er mir ein paar Fragen zu einem Artikel über Würfel bei D&D beantwortet hat. Auch mit Rob Kuntz, Frank Mentzer, Tim Kask und anderen D&D-Autoren habe ich oft gechattet. Witzig war der Ur-Kontakt zu Tim Kask (dem erstebn Herausgeber des Dragon-Magazins): Nach Gygax‘ Tod hatte ich im Dragonsafoot-Forum ein Bild von Gary aus dem Futurama-Film. Tim hat mich per Mail böse angepflaumt wie ich gerade jetzt so respektlos sein könnte. Meine Antwort, dass es eine Hommage sei, hat er nicht so recht annehmen können – trotzdem haben wir später öfters nett im Facebook-Chat gequatscht.
Hab ich gemacht: ja

Einschlägige Filme schauen

Klar. Wer sieht nicht gerne Fantasy-Filme – egal, ob Conan oder der Dunkle Kristall, ob Die Barbaren oder Der Krieger und die Hexe – irgendwas kann man aus allen FIlmen ziehen. Aber ich muss mal etwas gestehen. Ich liebe ja den Hobbit und den Herrn der Ringe, aber auf die 6 Filme stehe ich echt mal so gar nicht – und auch die Game of Thrones-Filme machen mich ja mal so gar nicht an. Ja, entschuldigt. Ich bin ein mieser Nerd!
Hab ich gemacht: ja

Stereotype Rollenspiele spielen

Na klar. Star Wars, Mittelerde, Forgotten Realms, Scheibenwelt – wer möchte nicht Han Solo, Gandalf, die Seven Sisters oder Granny Weatherwax treffen?!?

Hab ich gemacht: ja

Musik beim Rollenspiel einsetzen

Klar. Früher sehr gerne. Meist den Conan-Soundtrack oder in Dungeons oder bei Kämpfen die wundervolle Gothic von Paradise Lost. Später dann Sachen von Erdenstern, aber jüngst empfinde ich es mehr als Ablenkung.
Hab ich gemacht: ja

Aktiv an der Communitiy teilnehmen

Logo. Früher war ich in ALLEN Foren unterwegs und recht aktiv. Dann bei Facebook und teilweise bei Google+, aber mittlerweile bin ich eigentlich nur noch bei Twitter unterwegs und betreibe meine beiden Blogs. Ich denke auch den GRT kann man irgendwie als Community-Teilnahme gelten lassen.
Hab ich gemacht: ja

Unkonventionelle Gruppenkonzepte erleben

Wir. Haben. Früher. Eine. Cthulhu-Runde. Mit. 17. Spielern. Gehabt. Mit zwei Spielleitern und es war richtig, richtig gut! Zeitweise habe ich mit meinem ziemlich gleichaltrigen Cousin eine lange Kampagne mit mir als Spielleiter und ihm als einzigem Spieler gespielt. Mit D&D Classic-Regeln. So richtig von Stufe 1 bis zur Namensstufe undihm als Herrscher einer kleinen Baronie. Mit Bündnissen, Schlachten, Verrat und allem Pipapo.
Hab ich gemacht: ja

Mal ein Abenteuer selber schreiben oder improvisieren

Ja, klar habe ich schon Abenteuer geschrieben. Witzigerweise schon immer so, dass man sie herausgeben könnte. Mit Vorlesetexten, Zufallstabellen und Karten – sogar mit Cover mit D&D-Logo und Cover-Illustration. Selbstverständlich alles per Hand angefertigt. Damals hatte noch nicht jeder Hinz und Kunz einen Rechner mit Drucker. Seit 2007 habe ich dann Labyrinth Lords-Abenteuer geschrieben und zuerst auf Englisch, dann auf Deutsch herausgegeben. Außerdem schreibe ich gerne kleine Abenteuer und nehme damit (völlig erfolglos) an Abenteuerwettbewerben teil. „Dabei ist alles“ wie der geneigte DSDS-Fan weiß…

Hab ich gemacht: ja

[Rezension] Barbarians of Lemuria (Truant 2017)

Seit ich an der ursprünglichen deutschen Fassung von BoL mit übersetzen durfte, hat das moderne System mit old-schooligem Anstrich (oder anders herum) einen besonderen Platz in meinem Herzen – nun gibt es das Ganze in überarbeitet, groß und fett gebunden. Prima! Her damit!

Das Cover – (Co) Truant Spiele

Produkt: Barbarians of Lemuria

System: eben jenes

Autor: Simon Washbourne

Verlag: Truant Spiele

Aufmachung: 192 Seiten, A4, Hardcover

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: 29,95 Euro

ISBN: 978-3-934282-81-0

Gestaltung

Ausgezeichnet. Der Verlag hat es geschafft, eine „best of both worlds“-Illustrationskombo präsentieren zu können – und so kommen wir in den Genuss sowohl Bilder aus der deutschen Auflage vom großartigen Björn Lensig wie auch aus der französischen von Emmanuel Roudier. Ansonsten ist das Layout schmucklos, aber zweckmäßig, das Regelwerk ist gut strukturiert und der Index ist ausführlicher, als man es aus anderen Rollenspielen kennt. Darauf lässt sich aufbauen!

Inhalt

In 7 Kapiteln erhalten wir ein Rundum-Sorglos-Paket und können BoL spielen, ohne uns mit dutzenden von Zusatzbänden, Battlemats oder Rollenspielwürfeln ausrüsten zu müssen.

Auf 192 Seiten gibt es wirklich alles, was man benötigt, wobei der Regelkern noch um einiges schlanker ist

Das erste Kapitel heißt uns ganz einfach in Lemuria willkommen. Auf 6 Seiten gibt es das obligatorische „Was ist Rollenspiel?“, aber – noch viel wichtiger – eine Kurzzusammenfassung der Konzepte hinter BoL sowie der Kernmechanismus.

Ich muss also für meinen Charakter 4 Laufbahnen wählen, die Einfluss auf seine Fähigkeiten haben – und er hat 4 Attribute und 4 Kampffähigkeiten.

Als Kernmechanismus würfelt man 2W6 (kann sich also an der Kniffelbox bedienen und muss keine fancy-schmanzy Spezialwürfel organisieren), addiert ein passendes Attribut, addiert im Kampf die angewendete Kampffertigkeit, außerhalb des Kampfes eine passende Laufbahn und eventuell weitere situationsbedingte Modifikatoren. 9 oder mehr = Erfolg, niedriger als 9 = Fehlschlag, 12 immer Erfolg, 2 immer vergeigt. Bäm! Fertig!

Okay, in Kapitel 2 können wir uns nun einen Charakter erstellen – so werden zuerst auf die Attribute Stärke, Geschick, Verstand und Auftreten insgesamt 4 Punkte verteilt, gleiches gilt für die Kampffertigkeiten Initiative, Nahkampf, Fernkampf und Verteidigung.

Je nach Herkunft gibt es dann noch Gaben und Schwächen. Clevererweise gibt es beim Abschnitt zu Herkunft auch noch Infos zu typischen Veranlagung bei Charakteren aus dieser Region, sowie nicht nur klassische Gaben und Schwächen, sondern auch noch passende Namensvorschläge für Männlein und Weiblein.

Weiterhin besitzt man 10 + Stärke Lebenspunkte und im Normalfall 5 Heldenpunkte, mit denen man im Verlauf des Spiels ordentlich auf den Putz hauen kann.

Die wichtigsten Entscheidungen allerdings trifft man bei den Laufbahnen, denn diese sind sehr mächtige Werkzeuge in den Händen der Spieler, die verstehen, sie sinnvoll zu nutzen. Auch hier wähle ich 4 Laufbahnen aus und habe 4 Punkte, die ich auf sie verteilen kann, wobei der Wert auch 0 sein kann. Netterweise entsteht hier direkt schon eine Hintergrundgeschichte, denn mein Kämpfer mit Assassine (0), Barde (2), Tänzer (1) und Händler (1) hat ganz sicher schon so einiges erlebt.

Jetzt noch Sprachen, Ausrüstung und es kann losgehen!

Dabei ist mir Kapitel 3 „Der Weg zum Ruhm“ sehr hilfreich, denn hier erfährt man, wie man nicht nur wie man kämpft, sondern auch, wie man andere Aufgaben bewältigt. Auch hier gilt der 2W6-Wurf plus Attribut plus Laufbahn – dazu kommt noch ein Schwierigkeitsmodifikator für die jeweilige Situation (zwischen +2 und -8) und ich muss jeweils wieder 9 schaffen oder übertreffen, um erfolgreich zu sein.

Im Kampf ist es dann im Prinzip ähnlich. Nach dem Festlegen der Initiative (2W6 + Verstand + Initiative + Modifikatoren und dann 9 oder mehr) steht fest, wann wer dran ist. Okay, die Ini ist wirklich das unintuitivste Element des Spiels. Denn hier wird nicht einfach in der Reihenfolge des Würfelergebnisses gekämpft, sondern es gibt eine Reihenfolge, die aus einer Tabelle abzulesen ist. Wer macht denn sowas?

Im Kampf haut man dann wieder mit 2W6 plus Krempel drauf und kann dann mit Heldenpunkten seine Erfolge zu mächtigen und legendären Ergebnissen hochboosten, um mal so richtig reinzuhauen. Jaaaa, hier lässt es sich fröhlich schnetzeln.

Kapitel 4 bietet eine leichte Form der „Kampfmaschine“ aus D&D Classic, womit man auch größere Feld- und Seeschlachten nachspielen kann. Gerade auf Seeschlachten wird hier Gewicht gelegt und die Silhouetten der Schiffe sehen echt klasse aus. Ich habe beide nicht getestet und rein von der Lektüre her lässt sich echt noch nicht sagen, ob die Mechaniken taugen – das werde ich wohl nachreichen müssen. Aber die grundsätzliche Idee finde ich super. Massenkämpfe sind in der Welt von Lemuria wirklich ein essentielles Element.

Sagte ich „Lemuria“? In Kapitel 5 erfahren wir endlich mehr über Land und Leute. Der historische Abriss ist … äh, mehr oder weniger klassisch. Anschließend gibt es kurze Infos zu den 20 Göttern (mit einem ordentlichen Lümmel und zwei ebenso ordentlichen Brüsten auf der dazugehörigen Illu. Huiuiui). An Völkern gibt es dann Azurne, Grooth (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Baum-Hoschi aus Guardians of the Galaxy), Haklaton, Kaluken, Morgal, Slorth und Zaubererkönige. Azurne lasse ich mir ja noch gefallen – das sind blaue Riesen. Auch Grooth als menschenfressende Tierwesen sind noch in meinem Toleranzbereich. Na gut, Haklaton sind geflügelte Menschen. Läuft. Aber beim Kaluken klinke ich mich aus, denn ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich einen „kopflosen Eunuchen mit einem riesigen Auge auf der Brust) rollengerecht darstellen kann…

Nach einer Karte von Lemuria folgt dann ein Abriss über die Geographie – vor allem für den Spielleiter eine wahre Fundgrube für geile Abenteuerideen.

Es folgen die Kreaturen von Lemuria. Und die sind so unglaublich abgefahren und knallhart, dass es mehr als schade ist, dass nur 5 von ihnen (allerdings zugegeben toll) illustriert sind. Alleine für meine persönliche Vorstellung wäre jedes einzelne Wesen eine Zeichnung mehr als wert.

Kapitel 6 heißt „Geheimnisse von Lemuria“ und behandelt lang und schmutzig alles, was mit Magie zu tun hat – zuerst geht es um Alchemisten, Priester und Druiden, sowie Magier, bevor alle Sprüche der 1. bis 7. Ordnung aufgezählt und kurz beschrieben werden. Gerade die Magie hat mir in der vorherigen Ausgabe von BoL mehr oder weniger komplett gefehlt.

Kapitel 7 bietet Abenteuer pur – und ich kann mich noch düster erinnern, dass ich da einst einige von übersetzt habe. Nach beispielhaften Gegnern folgen dann 8 Beispielcharaktere, mit denen man direkt loslegen kann. Die nun folgenden Abenteuer sind sehr, sehr straight-forward, aber das passt gut zu den lemurischen Abenteuern, also will ich mich mal weniger daran stören, als es sonst der Fall ist. Ich habe sie tatsächlich alle geleitet und wir hatten immer Spaß.

– Krongar der Gladiator

– Krongar und die Insel des Verderbens

– Krongar und die Ebene des Todes

– Krongar und die Diebe von Malakut

– Krongar und der Fluch des Uzar-Thom

Anschließend gibt es einen Saga-Generator, mit dem man spontan und in sekundenschnelle ein Abenteuer erstellen kann.

Letsa go!

Krongar und das Meer des Wahnsinns

Krongars Mission ist es etwas zu stehlen. Es geht um einen Gelehrten. Ziel ist der Totenschädel des eisigen Verderbens. Krongar hat davon in einem Buch gelesen. Gegner ist ein blutdurstiger Dämon. Der Gott Charkond mischt sich ein und alles wird komplizierter, weil Kriegerhorden einfallen, um die Region zu erobern. Letztes Hindernis ist ein böser Fluch. Es gibt keine unerwartete Wendung und Krongar erhält als Belohnung für seine Mühen gar nichts, denn er wurde reingelegt.

Den Abschluss des Bandes bilden dann alle wichtigen Tabellen, eine Karte von Lemuria, ein Charakterbogen und einen vierseitigen Index.

Fazit

Die Mythic Edition schafft es wirklich noch, eins auf das „alte“ BoL draufzupacken. Das eigentliche System ist gleichbleibend gut und durch das große Format und die Tatsache, dass bei den Illustrationen das Beste aus der französischen und der deutschen Ausgabe verwendet werden konnte, lässt das Buch auch noch wirklich super aussehen.

Wer ein modernes System mit Gummipunkten und allem Pipapo spielen und sich trotzdem wie in einer Swords & Wizardry-Welt der mittleren 80er Jahre fühlen möchte, ist hier genau richtig.

… und jeder andere eigentlich auch. Was soll ich lang drum herum reden! Los! Kaufen!

Bewertung

4,5 von 5 railroadige Thongor-Abenteuer