[Kurz-Rezension] Hammer of the North – Die Söhne des Wanderers (Roman – Mantikore 2016)

Mal wieder den Blog etwas befeuern, heute mal nur mit einer kurzen, aber umso begeisterteren Besprechung…

Oha. Ein ziemlicher Ziegelstein aus dem Hause Mantikore. Und mit Wikingern macht man nix verkehrt. Let’s go!

Das Cover – (Co) Mantikore Verlag
Titel: Hammer of the North – Die Söhne des Wanderers
Autoren: Harry Harrison, John Holm
Übersetzer: David Frieman
Art: Roman
Verlag: Mantikore
Format: A5, broschiert, 582 Seiten
ISBN: 978-3-945493-41-0
Preis: 14,95 Euro
Gestaltung
Wow! Ich habe etwas rumrecherchiert und bin dabei auf die alte Heyne-Ausgabe gestoßen. Alter Schwede. Das Cover ist um ein Vielfaches besser geworden, da haben die Mantikoristen ganze Arbeit geleistet. Die Übersetzung ist wirklich gelungen, witzigerweise ist die erste Hälfte vom Korrektorat har sehr gelungen, in die zweite Hälfte haben sich ein paar kleine Hacker eingeschlichen, aber unter’m Strich steht ein dickes Plus.
Inhalt
Das wikingische Halbblut Shef steht im Zentrum dieses epischen Historienromans – vom Geringsten unter den Sklaven schwingt er sich zum großen Heerführer auf, der den technischen Fortschritt (gerade im Bereich der Waffentechnik) auf ein völlig neues Niveau hebt und ganz locker nebenbei noch eine neue Religion propagiert, die auf dem Handwerk basiert.

Wir befinden uns im Jahr 865 eines fast historischen England und Shef gerät von Anfang an zwischen die Mahlsteine der ständig attackierenden Wikinger und der verteidigenden Engländer, wobei sich beide Seiten an Grausamkeit nicht gerade unterbieten. Gerade bei einigen rituellen Folterszenen musste ich echt mal zwei bis drei Seiten überblättern, aber die Handlung an sich und die Kämpfe sind wirklich mehr als gut erzählt.

Fazit
Ebenso knallharte wie fantasievolle Wikinger-Aktion. Liest sich super, nimmt einen gefangen – wenn nicht die echt ekligen Tötungsszenen wären, wäre ich glatt versucht bei dieser Erwachsenen-Version von Wicki die satte 5 zu ziehen.

Wenn ich das richtig gesehen habe, steht Teil 2 spätestens bis zur SPIEL in den Startlöchern.
 

Bewertung
4,5 von 5 eklige Todesarten

[Rezension] Kaisersturz (Imperium von Westrin I – Prometheus 2016)

Prometheus erweitern ihr Belletristik-Programm – mal schauen, ob der Herr Münter auch Fantasy kann…
Das Cover – (Co) Prometheus Games
Titel: Kaisersturz
Autor: Felix A. Münter
Art: Roman (Imperium von Westrin-Reihe)
Verlag: Prometheus
Format: Taschenbuch, 447 Seiten
ISBN: 978-3-944713-12-0
Preis: 14,95 Euro (4,99 Euro als PDF)

Gestaltung
Das Cover ist klasse – da merkt man direkt, dass hier irgendwetwas im Niedergang begriffen ist. Na, wenn es sich dabei nicht um ein Imperium handelt. Spricht mich definitiv an und gehört einfach in mein Regal.
Ein kurzes Wort zum Lektorat – das wird im Verlauf des Bandes immer besser. Aber zu Beginn sind echt grobe Schnitzer – das/dass ist im zweistelligen Bereich zu finden. Alleine auf Seite 13 haben wir neben einem verkackten „das“ noch „… sie zeige einen Flügel“ und den schicken Grammatik-Klopfer „… die Wärme traf ihn wie einen Hammer.“ Aber das wird von Seite zu Seite solider und wir alle, die wir einmal an einem Roman oder Rollenspielbuch herumgewerkelt haben, wissen, dass das einfach passieren kann. Ich habe zwar eine kleine Träne im Knopfloch, aber das hindert mich nicht daran, der Erzählung weiterhin eine Chance zu geben.

Inhalt
… und das ist auch gut so. Denn hier wird eine ebenso große wie großartige Low Fantasy-Welt vor einem ausgebreitet (dass Westrin schon sehr ähnlich beginnt wie Westeros ist hier tatsächlich Programm). Nicht die Personen, sondern Welt und Geschichte sind hier die Stars und egal, ob wichtige Personen immer mal wieder verschwinden oder ins Gras beißen oder scheinbar unwichtige Personen viel mehr Raum erhalten, als man ihnen eigentlich zugestehen würde, so wird immer in atemberaubendem Tempo weiter erzählt und man kommt gar nicht zum Luft holen (in etwa so wie bei diesem Satz).
Besonders auffällig sind die vielen Nationen und Gesellschaften, die wir in diesem Roman vorfinden – so ist etwa das Imperium graeco-römisch, wir haben Highlander, Orientalen, ein Art „Rumänen“ und sogar Niederländer… Gut geklaut ist eben immer besser als schlecht geklaut und gerade aus dem Rollenspielbereich ist diese Methode ja sattsam bekannt. 😉 Das liegt voll auf meiner Linie, wenn clever mit Klischees gespielt und sie ab und zu gebrochen werden, um nur für noch mehr Verwirrung beim Leser zu sorgen. Witzig bei den ganzen Kulturen ist auch, dass es hier kein Schwarz und Weiß gibt, man weiß nicht, wer „gut“ und wer „böse“ ist. So kommen die Highlander zuerst als „der böse Feind im Norden“ rüber, aber bei genauer Betrachtung sind sie doch die heimlichen Sympathieträger der ganzen Kiste.
Die grobe Handlung ist schnell erzählt. Das Kaiserreich Westrin hat seinen Zenit überschritten und wird nun von drei Seiten in die Zange genommen. Durch die beiden Kinder des Kaisers besteht allerdings noch Hoffnung – diese flüchten vor den unzähligen Feinden und zwar beschützt von einer bunt zusammengewürfelten Truppe (auch hier bemerkt man wieder deutlich Anleihen bei Rollenspiel-Traditionen). Genauer will ich hier nicht werden, denn schließlich will ich euch das Buch gerne ans Herz legen und ihr sollt euch selber durchschmökern. Und jetzt druckt sofort Teil 2, liebe Freunde von Prometheus, denn als PDF-Datei gibt es den schon.

Fazit
Erzählen kann er, der Münter Felix. Ich kann echt nur minimal Pünktchen abziehen, weil die Karte irgendwie schicker und ohen Unterbrechungen gedruckt sein könnte und weil die Charaktere noch etwas definierter herausgearbeitet werden könnten, aber da hier die Erzählung der Star ist, kann man das gut verschmerzen. Wem der Sinn nach clever aufgebauter Low Fantasy steht, der ist hier genau an der richtigen Adresse.
Bewertung
4,5 von 5 eklektische Gesellschaften

[Rezension] Divine – Auferstehung (Roman Mantikore 2016)

… und gleich hinterher noch ein Roman, den ich auf dem Smartphone lesen „durfte“. Ich bin ja echt mit verdammt geringen Erwartungen an die Lektüre herangegangen – der Klappentext klang einfach zu fad. Auf diese Engel-Dämonen-Kiste mit ein paar beigemengten Vampiren und Werwölfen stehe ich mal gar nicht.
Das Cover – (Co) Mantikore Verlag

Produkt: Divine – Auferstehung
Autor: M. R. Forbes
Verlag: Mantikore
Aufmachung: epub 305 Seiten
Erscheinungsjahr: (März) 2016
Preis: 3,99€ (Kindle), 13,95€ (Taschenbuch)
ASIN: B01CNMXV2G
Gestaltung
epub halt. Hier gibt es nichts zu sehen. Bitte gehen Sie weiter!
Inhalt
Direkt zu Beginn wird der komplett durschnittliche Student Landon bei seinem langweiligen Museumswächter-Job umgebracht und landet im Fegefeuer. Okay, das ist etwas anders, als der durchschnittliche Katholik es sich so vorstellt, aber es ist auf jeden Fall mal der Ort, an dem man ausharren muss, bevor es in Richtung Himmel oder Hölle weitergeht. Leider ist aber ausgerechnet für Landon hier Endstation, denn er ist ein sogenannter „Diuscrucis“, ein Mischwesen, in dem Gut und Böse angelegt sind, das aber keiner der beiden Fraktionen zuzuordnen ist.
Durch diese „Pufferzone“ Fegefeuer bekommt der Kampf Himmel gegen Hölle nochmal etwas Schwung, da man sich als Leser unentwegt fragt, in welche Richtung unser Romanheld sich in Zukunft wenden wird. In diesem ersten Roman verstärkt er allerdings erst einmal die Mächte des Guten, die scheinbar derzeit im ewigen Kampf etwas ins Hintertreffen zu geraten scheinen.
Erzählerisch ist die Erforschung von Welt und Hintergrund wirklich clever gelöst, denn Landon weiß auch nicht, was um ihn herum geschieht und so erfährt der Leser gemeinsam mit ihm immer mehr über die merkwürdige Welt, in die er hineingeworfen wurde und über de Kräfte, die viele Wesen, die heimlich unter uns leben, entfesseln können. Guter Schachzug, der wirklich Spaß macht.
Ebenso wie Gut und Böse werden hier auch Härte und Humor in einem fragilen Gleichgewicht gehalten und ich werde gleich mal recherchieren, wie viele Bände es in dieser Serie gibt…
Fazit
Alter Schwede! Von meiner Erwartungshaltung her war ich hier im Bereich zwischen 1 und 2 Punkten, denn die Thematik ist dermaßen ausgelutscht, dass ich echt gut ohne Vampire, Engel und Dämonen auskommen kann – aber das Teil hier hat mich wirklich überrascht! Ich zücke einzig uns allein nicht die perfekte 5, weil die Personen noch etwas interessanter dargestellt werden könnten – irgendwie sind doch gerade die „Unsterblichen“ irgendwie… nun ja, „unsterblich“ eben. Ein wenig zu sehr „Teflon Billy“. Aber ansonsten macht Forbes hier wirklich alles absolut richtig. Die Grundannahme mit dem Kampf zwischen Gut und Böse ist erprobt und funktioniert, der Transfer in unsere heutige Welt funktioniert gut und die Kämpfe sind knackig. Um es mit den Worten des berühmten Charles Montgomery Burns zu sagen: „Ausgezeichnet!“
Bewertung
4,5 von 5 überraschend gute Vampir-Romane

[Rezension] The Rising 3: Neue Fronten (Mantikore Verlag 2016)

Neue Fronten wird mir immer als der erste Roman sein, den ich komplett als epub auf dem Smartphone gelesen habe. Das geht deutlich besser, als ich vorher angenommen hatte. Und die ersten beiden Bände waren ja als Postapokalypse (endlich mal ohne Zombies) wirklich sehr lesenswert.
Ich warne euch aber jetzt schon – rechnet nicht mit einer abgeschlossenen Trilogie. Ich war zuerst etwas verwirrt, aber hier haben wir es einfach mit einem Band einer länger angelegten Reihe zu tun.

… ab und an bietet der Mantikore-Verlag übrigens für seine E-Bücher granatenmäßige Sonderpreise an – wenn ihr das Teil hier für 99 Cent seht, gibt es wirklich keinen Grund, nicht zuzuschlagen!

Das Cover – (Co) Mantikore Verlag
Produkt: The Rising 3 – Neue Fronten
Autor: Felix Münter
Verlag: Mantikore
Aufmachung: epub, 311 Seiten
Erscheinungsjahr: (März) 2016
Preis: 9,99€ (Kindle), 13,95€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3945493380
Gestaltung
Tja, da kann ich nun wirklich in diesem Fall nicht viel sagen. Bei epub ist ja wirklich nur Text am Start – und der hat nur ein paar vergeigte Umbrüche, aber das ist echt kein Beinbruch und dem Lesevergnügen am kleinen Telefonbildschirm steht nichts im Weg.
Inhalt
Der Roman beginnt mit einer heimtückischen Entführung: In Yard werden Sohn und Tochter von Präsident respektive oberstem General entführt, ihr Leibwächter wird hinterrücks ermordet. Vordergründig besteht die erste Hälfte des Romans nun in einem Kriminalfall – nämlich der Suche nach den Jindern und ihren Entführern. Immer aber steht im Hintergrund die Frage nach der derzeitigen Gesellschaft und ihrer Legitimation. Irgendwann ist dieser Fall dann gelöst und die gesellschaftlichen Misstöne treten in den Vordergrund. Neben viel Action werden auch fast schon staatsphilosophische Fragen gestellt: „Wie weit darf eine Regierung gehen?“ oder „Wie weit muss meine Loyalität gehen?“…
Sorry, dass ich hier nicht weiter ins Detail gehen möchte, aber wer die ersten beiden Teile gelesen hat, wird hier die eine oder andere Überraschung erleben, die ich ihm nicht nehmen möchte.
Fazit
Ein wirklich starker Roman mit interessanten Figuren und zwei komplett unterschiedlichen Teilen. Beide Teile gefallen mir ausgesprochen gut, man darf lediglich nicht mit der Erwartung herangehen, dass man es mit dem Abschluss einer Trilogie zu tun hat – aber das ist wohl eher das Problem von „uns“ fantasygeprägten Lesern.
Es bleibt alles beim Alten – Felix kann gut schreiben und darf gerne weitere Romane in der Reihe veröffentlichen. Punkt!
Bewertung
4 von 5 unerfreuliche politische Entscheidungen

[Sonntags-Interview] Peter Hohmann (Autor)

In der letzten Zeit bin ich beim Rezensieren und Korrigieren immer mal wieder über den Namen „Peter Hohmann“ gestolpert, der zudem noch ein Berufskollege von mir ist – Grund genug, ihn zu einem kurzen Interview zu zwingen…
Zuletzt habe ich den Roman Feywind vor der Brust gehabt:

1. Peter – bei dir bin ich mir nicht sicher: Bist du Rollenspieler?
Jein, würde ich sagen. Früher habe ich ein bisschen DSA gespielt, aber nur ein paar Mal. Ein wenig später hatte ich eine kleine Earth-Dawn-Runde. Ist aber alles schon sehr lange her. So richtig gesüchtelt habe ich bei Computerspielen, Baldur´s Gate, Witcher I,II,III, DSA usw. Aber am Computer ist es natürlich nicht das, was es in einer echten Spielrunde ist. Daher wie gesagt jein … 🙂

2. In der letzten Zeit habe ich so den einen oder anderen Roman von dir bei den unterschiedlichsten Verlagen gesehen. Wie kommt das? Warum hast du keinen „Stamm-Verlag“?
Meine erste Veröffentlichung, die länger war als eine Kurzgeschichte, hatte ich 2010 beim Arcanum-Fantasy-Verlag, der inzwischen leider seine Pforten geschlossen hat. Aus über 180 Einsendungen erzielte ich mit meinem Kurzroman „Weißblatt“dort den ersten Platz. Was aus meiner Novelle nun wird, hängt derzeit in der Schwebe. Aber „Weißblatt“ war die „Initialzündung“ für längere Veröffentlichungen. Bei denen hat mir André Skora alias „Würfelheld“ maßgeblich geholfen. Der ist seit langem eine feste Größe in der Rollenspiel-Szene und kennt auch viele Verleger. Nachdem ich bei einigen seiner Anthologie-Projekte mitwirken durfte, hat er mal bei ein paar Verlagen angeklopft und meine Roman-Skripte vorgestellt. So kam dann eines zum anderen. Inzwischen habe ich bei Begedia meine beiden Bände von Magier des Dunklen Pfades herausgebracht sowie Operation Thule, bei Prometheus Feywind und ab Sommer kommen im Abstand von zwei Monaten drei Bücher beim Atlantis-Verlag heraus, meine erste Trilogie sozusagen. So darf es gerne weitergehen. Das mit einem Stammverlag hat sich also irgendwie einfach nicht ergeben.

3. Du bist ja kein „Profi-Schreiber“, sondern von Hauptberuf Lehrer – wie kannst du das Schreiben und den Job vereinbaren?

Organisation (obwohl ich manchmal ein völliger Chaot bin, nur beim Schreiben nicht) und – das Allerwichtigste – Motivation. Es gibt nur eine einzige Kernfrage, die eigentlich für alles im Leben gilt. Will ich – oder will ich nicht?

4. Wissen deine Schüler, was du nebenbei so treibst? Und wenn ja, wie finden sie das?
Da ich nicht unter Pseudonym veröffentliche, sind die natürlich irgendwann dahinter gekommen. Die finden das interessant. Ab und an lese ich ihnen vor den Sommerferien ein paar Geschichte vor – aber nur, wenn sie mich danach fragen. Ich will mein Geschreibsel wirklich niemandem aufzwingen. Obwohl ich mir überlegt habe, jedem Schüler, der alle meine Bücher vorweisen kann, ein paar Einser zu geben. Das würde die Verkäufe ordentlich ankurbeln. 😉

5. Gibt es in deinen Romanen eine Figur, auf die du besonders stolz bist?

Das ist eine wirklich gute Frage. Müsste ich mich festlegen, würde ich sagen: Feywind. Liegt aber wohl vor allem daran, dass der mich am längsten begleitet hat. Feywind habe ich vor fast zehn Jahren geschrieben, und da war ich schreibtechnisch, sagen wir, etwas eingeschränkter als heute. Somit habe ich das Buch mehrere Male umgemodelt und umgeschrieben und aufgehübscht und so weiter. Umso mehr freut es mich, dass er es – zusammen mit seinem Sidekick Shnurk – zwischen zwei Buchdeckel geschafft hat!

6. Dein Roman „Feywind“ ist ja mit Prometheus bei einem etablierten Rollenspielverlag erschienen. Wer genau soll da die Zielgruppe sein?
Gute Frage, nächste Frage. Da ich den ja, wie bereits erwähnt, am Anfang meiner „Karriere“ schrieb, stellte sich seinerzeit diese Frage gar nicht, da ich mir da keinen sonderlichen Kopf über Zielgruppen gemacht habe. Mir fehlte da die Erfahrung – was nicht heißt, dass ich heute der absolut abgebrühte und mit allen Wassern gewaschene Autor bin. Es gibt immer etwas zu lernen und zu verbessern. Und das ist auch das Reizvolle.

7. Wo siehst du dich als Autor in 10 Jahren?

Bei guter Gesundheit vor meinem PC, mit vielen Ideen im Kopf und bis in die Haarspitzen motiviert. Was den Erfolg betrifft, muss man den immer für sich selbst definieren. Hätte mir jemand damals prophezeit, dass es Verlage gibt, die meine Roman veröffentlichen wollen, hätte ich sofort eingeschlagen und Luftsprünge gemacht. Jetzt ist das eingetreten. Satt bin ich aber noch lange nicht. 🙂 Ich bin ein ständig Suchender. Andere sagen: ein ständig Getriebener. Beides stimmt wohl.

8. Gibt es einen Autor, den du als Vorbild ansehen würdest?
Es gibt einen Autor, von dem ich wirklich jedes Buch gelesen bzw. verschlungen habe, und das ist der 2006 verstorbene David Gemmell. Für mich konnte dieser Mann wie kein anderer eine mitreißende Story mit absolut genialen Charakteren kreieren, die ohne gekünstelt wirkende sprachliche Ausritte auskommt. Vor allem gefällt mir die in seinen Roman vorkommende Badassery. *grins* Es gibt aber viele, viele andere Autoren, die ich ebenfalls super finde. Aber David Gemmell ist wie gesagt mein Favorit.

9. Arbeitest du derzeit an irgendwelchen Projekten, von denen ich unbedingt wissen sollte?
Tja, das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, da man ja nie weiß, ob ein Roman einen Verlag findet oder nicht. Was bei meinem derzeitigen Projekt vielleicht ungewöhnlich anmutet, ist, dass es ein Thriller ist – ganz ohne fantastische Elemente. Hat mich einfach mal gereizt. Bleibt nur abzuwarten, ob das Projekt auch gutgeht. Man wird sehen …

10. Vielen Dank für deine Zeit. Abschließend erhältst du noch die Chance, dein Credo an alle Leser da draußen loszuwerden.
Lest Bücher, genießt das Leben und bleibt gesund!

Mal wieder ein Crowdfunding-Ergebnis gelandet: PROTEKTOR von André Wiesler

Heute kam eine kleine, aber feine Warensendung bei mir an – ein kleines Romanprojekt vom sympathischen Ulisses-Elton André Wiedler, der mal sehen wollte, wie lieb ihn das literarische Volk so hat – wenn ich es richtig mitbekommen habe, bekommt man den Roman und/oder das Hörbuch beim Verlag Torsten Low, der ja ein Näschen für halbwegs undergroundige, aber gut lesbaren Stoff hat…

Der ganze Kram!

Dazu sollte demnächst noch eine CD mit dem Hörbuch kommen, aber als Unterstützer des Projekts wurde mir das Teil schon als MP3 zugeschickt und ich werde morgen beim Joggen damit beginnen, mir die Abenteuer des Klaus Holger reinzuziehen.

… der ganze Kerl!

[Rezension] Operation Thule (Roman)

… und der rührige Gymnasialkollege aus dem tiefsten Süden beschert mir mal wieder eine nette (Schul-)Lektüre…
Autor: Peter Hohmann
Verlag:
Begedia
Format:
Taschenbuch
Seitenzahl:
325
Erschienen: 2015
ISBN:
978-3957-770318
Preis: 12,50
Euro

Nordische Mythologie und Nazis – da macht man nichts verkehrt!
Vielleicht! Denke ich…
Das Cover – (Co) Begedia
Klappentext
‚Dort, wo die Geister hausen, im
dunklen Reich, ruht mein Bruder im Gewand der Ewigkeit, ganz wie ich.
Dieser sagt dir dann, wohin des Weges, tapferer Wanderer!‘
Ein
reisender Wikinger will den Ort gefunden haben, an dem sich Götter-
und Menschenwelt treffen!
Wenn sich dieser lange verschollene
Bericht als wahr herausstellen sollte, konnte das damit verbundene
Geheimnis den Ausgang des Krieges verändern. 

Ein in
altnordisch gehaltener Runentext einer aus der Frühzeit der Wikinger
stammenden Steintafel führt den Archäologen und Sturmbannführer
Rudolf Krieger nach Finnland.

Zum Inhalt
Hier haben
wir mal wieder einen Roman, bei dem es nicht ratsam ist, zu viel zum
Inhalt zu erzählen, denn er lebt von eben jener Handlung.
Ganz grob kann ich aber gerne verraten, dass wir es mit einer recht
krassen Zweiteilung zu tun haben und einem kurzen Zwischenteil, als
die beiden Welten beginnen zu verschwimmen. Zuerst gibt es eine Art
Schnitzeljagd des rücksichtslosen Sturmbannführers Rudolf Krieger
(der eigentlich alles andere ist als ein Krieger) nach nordischen
Götterhimmel und im zweiten Teil befindet sich die nicht sonderlich
homogene Gruppe aus fiesen SS-Schlägern, einer „Hexe“ auf Seiten
der Nazis und ein paar Wehrmachtssoldaten (von denen zwei die
eigentlichen Helden der Geschichte sind) sowie einigen Norwegern, die
sich auf Rachefeldzug befinden, dann eben dort und muss sich den
eigenen Ängsten und Problemen stellen.
Interessant ist hier, wie gut es gelungen ist, in unsere reale Welt
mächtige Magie einzuflechten, ohne, dass es sonderlich stört. Ja,
in den besten Augenblicken blitzt sogar ein hauch Indiana Jones auf.
Fazit
Nuuuun, wie
soll ich es sagen? Als Deutscher tut man sich immer etwas schwer
Geschichten aus der Sicht deutscher Wehrmachtssoldaten zu lesen, und
seien die auch noch so edel und gut und stellten sich gegen die
fiesen SS-Schergen. In diesem Fall
habe ich mich zähneknirschend irgendwann daran gewöhnt und war dann
beim Lesen wirklich gut unterhalten, denn dieser durchgeknallte
nordische Mythen-Schmonses wurde konsequent durchgehalten. Wie schon
an anderer Stelle festgestellt, hat dieser Hohmann eine wirklich
unterhaltsame Schreibe und empfiehlt sich wirklich für Größeres…
Bewertung
4 von 5
Runentafeln

[Rezension] Feywind (Roman, Prometheus Games)

Okay, nun versuchen sich nach Ulisses und Mantikore auch die Jungs von Prometheus an Romanen. Der erste, der meinen Postkasten errecichte, ist „Feywind“ von Peter Hohmann, der mir in der jüngeren Vergangenheit öfter mal begegnet ist.
Das Cover – (Co) Prometheus Games
Titel: Feywind
Autor: Peter Hohmann
Art: Roman
Verlag: Prometheus Games
Format: A5, 425 Seiten, angenehm dickes Papier
ISBN: 978-3-944713-10-6
Preis: 14,95 Euro (im verlagseigenen Shop 1,99 Euro für das PDF!!!)
Gestaltung
Hey, das Papier ist angenehm dick und das Buch liegt gut in der Hand, aber dafür muss man es weiter aufmachen, als ich es bevorzugt tue, um sinnvoll lesen zu können. Nun denn, da muss der Buchrücken durch.
Das Cover rockt mich nicht so richtig, denn man erkennt nicht so richtig, was das für ein fieses Biest ist, das den einsamen Held bedroht. Sieht aus, als hätte eine Riesenschnecke Sex mit einem Drachen gehabt… Im Inneren werde ich dann aber so richtig für das Öffnen des Buches entlohnt, denn das Lektorat hat gute Arbeit geleistet und der Autor kann richtig unterhaltsam schreiben. Sehr angenehm das Ganze und ich war nach nur zwei Tagen mit dem Teil durch.
Inhalt
Wir haben es mit einer Welt zu tun, die zunehmend düsterer wird und in der derzeit eine „Inquisition“ rücksichtslos jede Art von Magie zurückdrängt. In dieser Welt kehrt der frisch ausgebildete Gildenmagier Feywind in sein Heimatdorf zurück und muss feststellen, dass sein Vater brutal ermordet wurde. Er muss flüchten und tut sich mit dem Kämpfer Mangdalan, dessen Elfenfreundin (und Bogenschützin) Nalda und dem von ihm beschworenen Schrumpfdrachen Schnurk zusammen, um sich der Inquisition in den Weg zu stellen. „Schnurk“?!? You must be kidding me.

Aber sei es wie es sei, die Gefährten (die, wie man unschwer erkennt) eine ziemlich klassische Rollenspielgruppe darstellen, reisen zuerst in die Elfenstadt Jalnaptra und spätestens dort zeigt sich, dass hinter der Inquisition noch etwas viel „Schlimmeres“ steckt, das es unbedingt aufzuhalten gilt. An dieser Stelle möchte ich bitte nicht weiter spoilern, denn ungefähr ab dem Besuch in der Elfenstadt wird aus der altbekannten coming of age-Geschichte eine richtig erwachsene epische Fantasy-Erzählung, die auch alte Fantasy-Hasen zufriedenstellen dürfte.
Eins muss ich aber noch anmerken: Ich bin ja recht flexibel was meinen Geschmack angeht, aber ich kann mir vorstellen, dass der Roman Probleme haben wird, eine vernünftige Zielgruppe zu finden, denn einige Elemente (beispielsweise die blutigen Kämpfe und der große Handlungsbogen) richten sich eher an ein erwachsenes Publikum, andere wiederum (viele Namen, die ersten 200 Seiten an Handlung, der heranwachsende Held, Sidekick Schnurk) scheinen mehr auf jugendliche Fantasy-Leser abzuzielen, während die etwas unentschlossenen Sex-Szenen irgedndwo dazwischen vor sich hin lavieren. Wie gesagt – ich kann all diese Elemente für mich unter ein Geschmacksdach bringen, aber ich kann mir vorstellen, dass es für den Verlag schwierig sein wird, da gezielt Werbung für zu machen.
Fazit
Ich habe echt wenig auszusetzen, außer der schon angesprochenen Zielgruppen-Problematik. Der Autor kann schreiben, die Figuren sind halbwegs interessant, das Setting wird zunehmend düsterer und die Handlung zieht einen in ihren Bann und lässt sehr auf eine Fortsetzung hoffen. 
Wer auf deutsche Fantasy irgendwo im Dunstkreis von Shannara, Taran und Percy Jackson steht, ist hier genau an der richtigen Adresse.
Bewertung
4 von 5 unentschlossene Zielgruppen

[Rezension] Star Wars – Episode 1: Die dunkle Bedrohung (Roman)

Da ist mir doch tatsächlich der Roman zum ersten der „nicht-genannten“ Star Wars-Filme in die Hand gefallen, Ich habe die zweite Trilogie ja nie gesehen, denn bei „Die dunkle Bedrohung“ habe ich genau bis zum ersten „ichse“ durchgehalten und dann frustriert ausgeschaltet. Gute Nachricht für die Leser des Romans – Jar Jar radebrecht zwar immer noch wie ein Patagonier (um es mit Kapitän Haddocks Worten auszudrücken), aber er hat nicht diese bescheuerte Vollidiotensprache am Start, die mir den Film so verällt hat.
Also let’s go!
Titel: Die dunkle Bedrohung
Autor: Terry Brooks
Übersetzung: Regina Winter
Art: Roman
Verlag: Blanvalet
Format: A5, 315 Seiten
ISBN: 978-3-7341-6062-2
Preis:8,99€
Link: Hab’s in der Form nur bei Amazon gefunden… (Und nein, ich bekomme da keine Prozente, wenn ihr dort bestellt.)
Gestaltung
Mir gefällt dieser silberne Umschlag mit stilisiertem Darth Maul sehr gut – gemeinsam mit den Teilen 2 und 3 der Trilogie wird das auch im Bücherregal anständig aussehen. Wie bei den „Großen“ üblich waren Lektorat und Korrektorat sehr gründlich und es gibt keinen Anlass zu Klagen.
Inhalt
Hmmm… Die böse Handelsföderation besetzt den friedlichen Planeten Naboo und versucht Königin Padmé Amidala zu einer Abdankungsunterschrift zu zwingen. Diese entkommt mit Hilfe des Jedis Qui-Gon und seines Padawan Obi-Wan. Immer im Schlepptau auch der „native Nabooaner“ Jar Jar und später der schnuffelige kleine Träumer Anakin, der auf Tatooine eingesammelt wird. Im Fahrwasser der Föderation fahren noch der fiese Sith Darth Sidious und Darth Maul, sein Schüler mit und werfen unseren Helden Knüppel zwischen die Beine. Alles dü,mpelt etwas vor sich hin, aber die letzten 70 Seiten sind dann wieder richtig stark, denn in einer klassischen Kommando-Aktion erkämpft sich die junge Königin ihren Thron zurück, wobei vier Handlungsstränge parallel verlaufen, die nur gemeinsam zu einem Erfolg führen können. Das ist wirklich gut komponiert und man fiebert an allen vier Fronten mit.
Sorry, wenn ich etwas wage beschreibe, aber gerade bei Dingen, die mit dem Star Wars Kernplot zu tun haben, traue ich mich nicht so recht, zu brutal zu spoilern – sorry!
Fazit
Hat sich super runtergelesen und ist ordentlich star warsig. Wie einleitend schon beschrieben wird der „Stolperstein Jar Jar“ etwas entschärft und es war definitiv eine gute Idee, mit Terry Brooks einen Autor zu verpflichten, der sich mit epischen Erzählungen auskennt. Für mich persönlich ein großes Plus, dass ich trotz Problemen mit den Filmen endlich mitreden kann und zumindest grob weiß, was in der (noch) „neuen Trilogie“ so passiert. Selbst ohne den Film zu kennen ist leider alles sehr vorhersehbar und die Figuren bleiben eher blass – vielleicht mit Ausnahme von Anakin – und auch die Locations könnten etwas mehr Fleisch auf den Rippen gebrauchen. Da reicht es nicht immer aus, Dinge kurz anzudeuten und darauf zu hoffen, dass der gewiefte Star Wars-Fan und seine Fantasie schon den Rest erledigen werden.
Trotzdem war ich wirklich gut unterhalten und der „Cliffhanger“ am Ende macht wirklich neugierig auf den nächsten Teil – immer her damit!
Bewertung
3,5 von 5 klassische Star Wars-Versatz-Szenen

[Sonntags-Interview] Christian Lange (DSA-Roman-Autor und Tausendsassa)

Und wieder habe ich bei Facebook jemanden erwischt, der meinen gnadenlos rausgeballerten Fragen nicht ausweichen konnte – Christian Lange – einer, der so ehrlich „Autor“ ist, dass er DSA-Romane und keine Abenteuer schreibt… 😉
1. Christian – schildere doch mal bitte kurz deinen Weg ins Rollenspiel.
1993 habe ich meinen Wehrdienst im schönen Lüneburg geleistet. Dabei war uns natürlich oft langweilig, so dass eines Tages ein Kamerad ein Spiel mitbrachte, dass er aus einem Lüneburger Spieleladen hatte. Es war die Basisbox des Schwarzen Auges. Damit waren unsere Abende gerettet. Ich hab es dann irgendwie geschafft das Spiel auch meinen Freunden schmackhaft zu machen, und so spiele ich mit einigen meiner Freunde seit über 20 Jahren Rollenspiel.
 2. Herrje, die klassische DSA-Sozialisierung. Aber – lass mich raten – dabei ist es nicht geblieben, oder?
 Doch. Was das Spielen von Rollenspielen angeht schon. Die DSA-Welt ist unsere Heimat. Wir haben mal das eine oder andere ausprobiert, haben aber immer wieder entschieden bei DSA zu bleiben.
Inzwischen ist das einfach auch dem Zeitfaktor geschuldet. Wir spielen zwar regelmäßig, aber dafür leider selten. Und da wollen wir keine Zeit in neue Welten und Regeln investieren.
3. Okay. Dann zwingst du mich förmlich, dir die DSA-Gewissensfrage zu stellen: Was ist die beste Regelinkarnation? 1? 2? 3? 4? 4.1? 5?
Das ist keine Gewissensfrage für mich. In unserer Gruppe bin ich derjenige der die wenigste Ahnung vom Regelsystem hat. Für mich steht immer die Story im Vordergrund.
Wir haben lange Zeit mit DSA4.1 gespielt und stellen unser Hausregelsystem jetzt auf DSA5 um.
4. Ah, okay, du bist also keiner der „wir-spielen-noch-DSA-3-Fraktion“. Aber, dass für dich die Story im Vordergrund steht, glaube ich gerne. Du schreibst ja gar nicht mal so übel…
Danke für das Kompliment.
Das hat aber auch schon zu Konflikten geführt. Wenn ich schreibe und dabei ein Thema berühre dass durch Regeln festgezurrt ist, dann recherchiere ich das natürlich. Aber ich nehme mir dann trotzdem gern die Freiheit zu sagen bzw. zu schreiben, dass meine Figur dass jetzt etwas anders macht als das Regelwerk es vorschreibt.
Wenn ich mich richtig entsinne, dann habe ich bei „Caldaia“, meinem ersten Roman, jemanden einen Zauber mit der falschen Hand ausführen lassen. Ganz bewusst. Und hab natürlich negatives Feedback bekommen, weil ich die Regeln „verletzt“ habe. Das hat mich dann schon ein wenig amüsiert.
5. Das ist halt Fluch und Segen von DSA. Großer Detailreichtum und geringe Freiheit für die „Schaffenden“ kombiniert mit teils brutaler Settinghörigkeit der Fans. Plauder doch mal zum Feedback auf deine beiden „großen“ DSA-Romane etwas aus dem Nähkästchen.
Bei „Caldaia“ war das Feedback eher auf Detailkritik ausgerichtet. Zum einen die erwähnte Regelkritik. Zum anderen wurden mir sehr oft die komplizierten Namen der handelnden Personen vorgehalten. Escalia von Hahnentritt, Darulf von Corish und von Praill und Seginhardt Raultreu von Ehrenstein sind eben keine Namen die man flüssig liest oder sich gar merkt. Allerdings waren diese Namen zu großen Teilen nicht meine Erfindung, sondern enstammten offiziellen Publikationen bzw. dem garetischen Briefspiel.
Bei „Kors Kodex“ war die Kritik zweigeteilt. Es gab hilfreiche Kritik, die z.B. auf einen Rechenfehler hinwies, der mir und auch dem Lektorat durch die Finger geflutscht ist. Es gab aber auch einige, die ihre Erwartungen enttäuscht sahen. Unter dem Titel „Kors Kodex“ hatten sich einige wohl etwas anderes vorgestellt. Vom konkreten Abdruck des Kodex, bis hin zur ausführlichen Beschreibung wie der Kodex Seite für Seite entstanden ist. Es gab sogar den Vorwurf, ich hätte „am Titel vorbeigeschrieben“.
So oder so lernt man als Autor aber mit der Kritik umzugehen. Wenn man das nicht hinbekommt, sollte man sich eine andere Beschäftigung suchen.
6. Halt! Da muss ich einhaken, denn ich denke, dass da im Jahr 2016 nicht mehr jeder weiß, was damit gemeint ist. Was, bitte sehr, ist das „garetische Briefspiel“?
Briefspiel ist eine Möglichkeit selbst Einfluß auf Aventurien auszuüben. Man kann z.B. in Garetien ein kleines Stück Land, also ein Junkertum oder eine Baronie bekommen und diese Gegend dann mit Leben füllen.
Wie man das macht ist sehr offen. Man kann sich auf Fakten beschränken und z.B. festlegen welche Orte es in dem Junkertum gibt, wie die Wirtshäuser dort heissen und was der Krug Bier kostet. Oder man schreibt Geschichten über die Region und die Menschen dort. Das Ganze fließt dann in ein Wiki ein, dass für jedermann offen ist.
Organisiert und gelenkt wird das Ganze von einem regionalen Briefspielkanzler, der Kontakt zur DSA-Redaktion hält. So wird Aventurien auf einer Ebene beschrieben, welche die DSA-Redaktion nur punktuell erreichen kann.
Briefspiel (der Name stammt noch aus der Zeit, als die Spieler weder Mails noch Wikis nutzten, sondern sich tatsächlich Briefe schrieben) ist auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit sich einzubringen. Und hin und wieder entsteht aus Breifspielideen eine Notiz in einer offiziellen Publikation, oder ein Abenteuer, oder ein Roman.
7. Das Prädikat im ersten Satz ist im Präsens geschrieben. Läuft das Briefspiel immer noch?!? Wenn ja – kann man da noch neu einsteigen?
Ja, das Briefspiel läuft noch immer. Nicht nur in Garetien, sondern auch in anderen Regionen. Man findet im Netz (z.B. der Wiki Aventurica) die Ansprechpartner und kann sich bei denen informieren, ob und wo man noch einsteigen kann.
Und wenn man mag und das Ganze nicht nur auf dem virtuellen Papier betreiben will, kann man auch zu den RegionalCons fahren. Die Briefspielregionen Garetien, Greifenfurt & Perricum führen z.B. jedes Jahr einen Con durch, bei dem in einer Mischung aus klassichem Pen&Paper und LARP aktuelle Ereignisse der Regionen gespielt werden.
8. Hört sich wirklich interessant an. Da muss ich mich mal näher erkundigen. Ich hatte irgendwie abgespeichert, dass das seit einiger Zeit gar nicht mehr existiert. Aber mal abgesehen von DSA – was kann man sonst noch so von dir lesen?
2013 haben sechs Kollegen & ich ein Autorenkollektiv gegründet, das AKzwanzig13. Das hat uns einige tolle Projekte beschert.
So habe ich an „Eis & Dampf“, der durch Crowdfunding finanzierten Steampunkkurzgeschichtensammlung mitgeschrieben. Es gibt von mir Kurzgeschichten zu DSA („Schattenlichter“), reine Fantasy („Die Irrlichter“ aus dem Verlag Torsten Low), eine historische Kurzgeschichte „“Karl – Geschichten eines Großen“ aus dem Ammianus-Verlag), und sogar SF („Umray“ aus dem Papierverzierer-Verlag.
9. Wenn du von den eben erwähnten Geschichten eine empfehlen müsstest. Welche wäre das und warum?
Ich würde „Traue Niemandem“ aus der Sammlung „Karl – Geschichten eines Großen“ empfehlen.
Die Anthologie wurde zum Karlsjahr 2014 im Ammianus-Verlag veröffentlicht. Es war den Verlegern wichtig, dass die Autoren auch eine Beziehung zu Karl dem Großen hatten. Meine Verbindung war, dass die Ersterwähnung meiner Heimatstadt Magdeburg auf Karl zurück geht.
Es hat Spaß gemacht mal eine historische Geschichte zu schreiben und dabei festzustellen, dass sich die Recherche dafür kaum von der für Fantasy-Geschichten unterscheidet.
Und am Ende sprang sogar noch ein Preis dabei heraus. Der Verein „Homer – Historische Literatur“ bedachte mich mit dem „Goldenen Homer“ für die „Beste historische Kurzgeschichte 2015“.
10. Als Simpsons-Fan wäre für mich natürlich der Goldene Homer der heilige Gral unter den Preisen – also herzlichen Glückwunsch auch von mir. Vielen Dank für deine Zeit und zum Abschluss darfst du dem Volk noch ein paar weise Worte mit auf den Weg geben.
Ich musste mich bei der Dankesrede auch zusammenreißen, den Namen richtig auszusprechen.
Weise Worte? Nein, aber eine Bitte.
Autoren brauchen Feedback. Egal ob es Hinweise auf Fehler sind, Meinungen, Standpunkte, oder auch einfach Lob. Das muss nicht bei Amazon sein, dass kann auch in Foren passieren oder als Kommentare in den Blogs die Autoren so unterhalten, aber auch als Mail direkt an den Betreffenden.
Also sagt uns bitte was euch missfallen hat, aber auch was euch gefallen hat. Danke.