[Rezension] Die eherne Garde (Trilogie – Atlantis Verlag)

Schon seit längerem hatte ich diese drei tollen Romane von Peter auf dem Tisch – der Seifenkisten-Relaunch ist genau die richtige Gelegenheit sie euch vorzustellen!
Titel: Die eherne Garde (Die schwarze Klaue, Die Fährte des Einhorns, Die Ebenen der Ewigkeit)
Autor: Peter Hohmann
Art: Roman-Trilogie (Fantasy)
Verlag: Atlantis Verlag
Format: Softcover, 288 Seiten, 258 Seiten, 262 Seiten
ISBN: 9783864023927, 9783864024627, 9783864023873
Preis: jeweils 13,90 Euro
Gestaltung
Düüüüüüster. Dämonisch. Ich befürchte deutsche Dark Fantasy. Bitte, lieber Gott, mach, dass es „nur“ klassische Fantasy mit düsterem Anstrich ist. Bitte, bitte. Aber sei es wie es sei – die Bände der Trilogie sehen wie aus einem Guss aus, der coole Schriftzug für den Serientitel wird beibehalten, die Buchrücken passen zusammen, damit es auch im Regal ordentlich aussieht. Alles richtig gemacht. Danke, Atlantis, dsa hat man in der Vergangenheit ja bei anderen Verlagen und Produkten schon schlimmes Stückwerk gesehen. Da stehe ich überhaupt nicht drauf.
Band 1 – (Co) Atlantis)
   
Band 2 – (Co) Atlantis
Band 3 – (Co) Atlantis
Inhalt
Tja. Zuerst einmal muss ich ehrlich zugeben, dass Peter mehr kann als Young Adult (Schnurk, anyone???) und unterhaltdsamen Mystery-Nazi-Schmonses – ja, er kann auch Fantasy. Und das zeigt er deutlich mit dieser Troilogie.
Und auch mein Stoßgebet hat absolut genützt, denn bei der ehernen Garde handelt es sich um alles, bloß nicht um larmoyante (Geil, das Wort wollte ich schon immer benutzen) deutsche Dark Fantasy. Boomshakkalakka!
Die eherne Garde ist im besten Sinne klassische Quest-Fantasy in der Tradition des Herrn der Ringe mit einer Abenteurergruppe, die sich zusammenfindet und zusammenraufen muss, um ein gemeinsames großes Ziel – natürlich die Rettung der Welt wie wir sie kennen – zu erreichen. Dass die ganze Chose dabei ordentlich grim & gritty ist, stört ganz und gar nicht. Für meinen Geschmack hätte man ruhig noch mehr in Richtung Sword & Sorcery gehen können.
Um nicht zu viel zu verraten, werde ich mal für euch im Schweinsgalopp durch die Handlung fegen – dann kann ich anschließend noch gerne auf ein paar Details eingehen:
Um den mysteriösen Lormak (der irgendwie eine Mischung aus Dämon und Mensch zu sein scheint) und die Dämonenjägerin Avi bildet sich nach und nach eine Gruppe von Menschen, die dem Vorrücken der Dämonen, die sich ein Reich nach dem anderen einverleiben, entschlossen in den Weg stellt.
Wie bei jedem guten Katatrophenfilm wird auch hier ihre Warnung nur an den seltensten Stellen ernst genommen und so sind es am Schluss wirklich nur unsere Gefährten, die als einzige Hoffnung einen Sieg des Guten in der Welt erringen können.
Parallel versuchen die beiden Protagonisten ihren Platz in der Welt zu finden und vor allem mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden – gerade Lormak hat alle paar Seiten laaaaaange Flashbacks, die immer mehr vermuten lassen, dass er sowohl ein Grund für die derzeitige Dämonenplage sein könnte, aber gleichzeitig auch in seiner Person eine mögliche Rettung darstellen könnte.
Weg von der persönlichen Ebene greift der Konflikt immer weiter um sich, neben den Menschenreichen sind auch Zwerge und Elfen bedroht – und ja, auch die Götter können sich nicht sicher sein, dass morgen noch alles genau so ist, wie sie es heute vorfinden.
Unsere Truppe reist und reist, erringt kleinere und unbedeutende Siege, reist, erfährt mehr über die Bedrohung, reist, kämpft, verhandelt mal mehr, mal weniger erfolgreich mit möglichen Verbündeten, reist und steuert schließlich auf die große Konfrontation zu! Okay, hört sich sehr nach einer anderen recht bekannten Fantasy-Trilogie an, wirkt aber an keiner Stelle geklaut, sondern liest sich immer frisch und neu.
Ein paar Elemente machen die Reihe für mich bemerkenswert.
– Ich mag die Entwicklung von Lormack und seine Zerrissenheit. Die ist gut geschildert, aber nie übertrieben. Bei solcher Thematik schlagen viele Autoren gerne mal über die Stränke, sodass ich nur noch genervt bin – das ist hier nicht der Fall.
– Ich muss ehrlich zugeben, die ersten Flashback-Seiten von Lormack etwas gelangweilt überflogen zu haben, aber später haben sie mich immer mehr ihn ihren Bann gezogen, denn sie scheinen der Schlüssel zu einem Großteil der Geheimnisse in dieser Roman-Reihe zu sein.
– Auch Avis Entwicklung ist interessant zu beobachten. Wer ist sie? Woher kommt ihre Kraft…?
– Ausgezeichnet gefällt mir der klassische Ansatz vom Kleinen zum Großen zu gehen. So haben wir es zuerst mit einem lokalen Kongflikt zu tun, der bei genauerer Betrachtung immer weitere Kreise zieht. Was sowohl vom Bedrohungslevel als auch örtlich immer gut abzulesen ist.
Fazit
Ausgezeichnete und handwerklich mehr als gut gemachte klassische Fantasy aus deutschen Landen. Das siehrt man wirklich nicht allzu oft. Ich wette mit nem richtig großen Verlag im Rücken ginge das Ding mit etwas anderem weniger düsteren Layout durch die Decke. Da das aber nunmal nicht der Fall ist, bleibt mir nur, euch zu bitten, euch die Teile zuzulegen, um dem Atlantis Verlag ein paar Euro in die Kassen zu spülen, was bedeuten könnte, dass wir dort mehr solcher Reihen sehen können…
Bewertung
4 von 5 fehlende Schnurks

[Rezension] Kull – Verbannt aus Atlantis (Festa)

Und zum Warmwerden direkt mal eine kleine Rezension…
Das Cover – (Co) Festa Verlag
Produkt: Kull – Verbannt aus Atlantis
Verlag: Festa
Autor: Robert E. Howard
Format: A5, gebunden mit Schutzumschlag, 411 Seiten
Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86552-462-1
Preis: 24,00 Euro (gebunden) – 14,95 Euro (Taschenbuch)
Link: Verlags-HP

Jawoll! Nach 6 Conan-Bänden befasst sich Band 7 der Original-Erzählungen von Robert E. Howard mit Kull, dem Atlanter, der nun König von Valusien ist – ja, wenn wilde, aber edle Barbaren auf die verweichlichte Zivilisation treffen…

Klappentext:
Nachdem Kull den Thron von Valusien erkämpft hat, lassen die Intrigen des Adels die Königskrone schon bald zur Last werden. Kull darf niemandem trauen.
Und dann regen sich uralte, bedrohliche Mächte, und die Welt um ihn her wird immer seltsamer, immer unwirklicher …

Kull ist einer der vielen wilden Helden aus der Feder von Robert E. Howard. Eigentlich war er nur der Prototyp für Conan – doch der Barbar mit dem Verstand eines düsteren Philosophen ist eine eigenständige, faszinierende Figur. Howard erzählt die Geschichte von König Kull mit einer literarischen Wucht, die bis heute kein Autor erreicht hat.

Diese Ausgabe ist reich illustriert von Timo Wuerz.
Der Übersetzer Klaus Schmitz schrieb die Einleitung und ein ausführliches Nachwort.

Inhalt:
Einleitung von Klaus Schmitz
Verbannt aus Atlantis
Das Schattenkönigreich
Die Spiegel von Tuzun Thune
Entwurf ohne Titel
Die Katze und der Schädel
Der kreischende Schädel der Stille
Das Schlagen des Gongs
Der Altar und der Skorpion
Der Fluch des Goldenen Schädels
Die schwarze Stadt (unvollendetes Fragment)
Fragment ohne Titel
Die Axt sei mein Zepter!
Schwerter des Purpurnen Königreichs
Der König und die Eiche
Könige der Nacht
Verschiedenes:
Die Fragmente zu Am-ra von den Ta-an:
– Sommermorgen
– Am-ra der Ta-an
– Die Geschichte von Am-ra
– Unvollendetes Fragment ohne Titel
– Unvollständiges Fragment ohne Titel
Das Schattenkönigreich [Entwurf]
Die Katze der Delcardes [Entwurf]
Der König und die Eiche [Entwurf]
Nachwort von Klaus Schmitz
Veröffentlichungsnachweise

H. P. Lovecraft: »Welcher Schriftsteller kann schon mit Howard mithalten, wenn es um pure, lebendige Angst geht?«

Stephen King: »In Howards besten Erzählungen steckt eine so unglaubliche Energie, dass geradezu Funken sprühen!«

Zum Inhalt:
Auch bei Band 7 der Reihe bin ich immer noch beeindruckt wie großartig die Conan-Reihe von Festa aussieht. Eine tolle Übersetzung, viele Illustrationen, qualitativ hochwertiges Papier, ein schöner Umschlag…
Das Vorwort von Übersetzer Klaus Schmitz verspricht zwar vollmundig eine ganz andere Heldenfigur, als wir sie in den ersten 6 Bänden mit Conan vorgesetzt bekommen haben. Aber seien wir mal ganz ehrlich. Beides sind barbarische Heroen, die der gesamten degenerierten Zivilisation um sich herum mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt.
Obwohl ganz wie Conan auch Kull episodenhaft erzählt wird, so sind die Geschichten doch hier so zusammengestellt, dass man sie in ihrer Gesamtheit fast wie einen Roman lesen kann, der sich von Kulls barbarischer Jugend über seine Inbesitznahme des valusischen Throns über seine Regentschaft erstreckt. Ausgezeichnete Arbeit des Herausgebers, der hier wirklich eine gute Reihenfolge für die Geschichten und die namenlosen Fragmente gefunden hat. Chapeau!
Auf Personen bezogen wachsen einem neben Kull schnell auch die beiden Pikten Brule und Ka-Nu, der eine Jäger, Freund und Leibwächter, der andere eher der Strippenzieher im Hintergrund ans Herz, alle anderen Verbündeten und Feinde ziehen eher schemenhaft vorbei. Komposition der Geschichte und wuchtige Kämpfe kann Howard ganz eindeutig besser als Charakterzeichnungen, aber wer interessiert sich in dem Genre schon für solche Feinheiten. Um ehrlich zu sein, gewinnt das Sword & Sorcery Genre sogar dadurch, wenn ein Großteil der Beteiligten eher als Schablone, wenn nicht gar als leicht überzeichnete Karikatur dargestellt wird.
Ich erwähnte es bereits – und werde es auch im Fazit nochmal schreiben – Hauptthematik der Geschichten ist zumeist die Verderbtheit der vermeintlich zivilisierten Welt und im Kontrast dazu die edle Aufrichtigkeit und kulturelle Wucht der „wilden“ Pikten und des Atlanters, der nun den Thron Valusiens innehat und mit aller gebotenen List und mit wild geschwungenem Schwertarm vor allen Gegnern verteidigen muss.
Müsste ich euch zwei Anlesetipps ans Herz legen, wären das ganz sicher das fast schon novellengroße „Das Schattenkönigreich“ und „Die Katze und der Schädel“. Die zeigen ganz gut das Spektrum von Kull und geben einen guten Eindruck von der Hintergrundwelt, in Bezug auf Übernatürliches, Magie, Gegner…

Meine Meinung:
Echt stark, was Howard da macht. Wenn wir mal ganz ehrlich sind, unterscheidet sich Kull nur unwesentlich von Conan, allerdings hat er einen klaren Fokus auf seine Rolle als harter König einer verweichlichten Nation und tingelt nicht so viel in der Weltgeschichte herum wie sein ungleich bekannterer Kollege. Mir persönlich gefällt dieser klarere Fokus ausgezeichnet und in Kombination mit der tollen Hardcover-Ausgabe kann man es sich als Sword&Sorcery-Fan eigentlich nicht leisten, das Teil nicht im Regal stehen zu haben.

Meine Wertung:

4,5 von 5 fokussiertere Conans

[Kurz-Rezension] Hammer of the North – Die Söhne des Wanderers (Roman – Mantikore 2016)

Mal wieder den Blog etwas befeuern, heute mal nur mit einer kurzen, aber umso begeisterteren Besprechung…

Oha. Ein ziemlicher Ziegelstein aus dem Hause Mantikore. Und mit Wikingern macht man nix verkehrt. Let’s go!

Das Cover – (Co) Mantikore Verlag
Titel: Hammer of the North – Die Söhne des Wanderers
Autoren: Harry Harrison, John Holm
Übersetzer: David Frieman
Art: Roman
Verlag: Mantikore
Format: A5, broschiert, 582 Seiten
ISBN: 978-3-945493-41-0
Preis: 14,95 Euro
Gestaltung
Wow! Ich habe etwas rumrecherchiert und bin dabei auf die alte Heyne-Ausgabe gestoßen. Alter Schwede. Das Cover ist um ein Vielfaches besser geworden, da haben die Mantikoristen ganze Arbeit geleistet. Die Übersetzung ist wirklich gelungen, witzigerweise ist die erste Hälfte vom Korrektorat har sehr gelungen, in die zweite Hälfte haben sich ein paar kleine Hacker eingeschlichen, aber unter’m Strich steht ein dickes Plus.
Inhalt
Das wikingische Halbblut Shef steht im Zentrum dieses epischen Historienromans – vom Geringsten unter den Sklaven schwingt er sich zum großen Heerführer auf, der den technischen Fortschritt (gerade im Bereich der Waffentechnik) auf ein völlig neues Niveau hebt und ganz locker nebenbei noch eine neue Religion propagiert, die auf dem Handwerk basiert.

Wir befinden uns im Jahr 865 eines fast historischen England und Shef gerät von Anfang an zwischen die Mahlsteine der ständig attackierenden Wikinger und der verteidigenden Engländer, wobei sich beide Seiten an Grausamkeit nicht gerade unterbieten. Gerade bei einigen rituellen Folterszenen musste ich echt mal zwei bis drei Seiten überblättern, aber die Handlung an sich und die Kämpfe sind wirklich mehr als gut erzählt.

Fazit
Ebenso knallharte wie fantasievolle Wikinger-Aktion. Liest sich super, nimmt einen gefangen – wenn nicht die echt ekligen Tötungsszenen wären, wäre ich glatt versucht bei dieser Erwachsenen-Version von Wicki die satte 5 zu ziehen.

Wenn ich das richtig gesehen habe, steht Teil 2 spätestens bis zur SPIEL in den Startlöchern.
 

Bewertung
4,5 von 5 eklige Todesarten

[Rezension] Kaisersturz (Imperium von Westrin I – Prometheus 2016)

Prometheus erweitern ihr Belletristik-Programm – mal schauen, ob der Herr Münter auch Fantasy kann…
Das Cover – (Co) Prometheus Games
Titel: Kaisersturz
Autor: Felix A. Münter
Art: Roman (Imperium von Westrin-Reihe)
Verlag: Prometheus
Format: Taschenbuch, 447 Seiten
ISBN: 978-3-944713-12-0
Preis: 14,95 Euro (4,99 Euro als PDF)

Gestaltung
Das Cover ist klasse – da merkt man direkt, dass hier irgendwetwas im Niedergang begriffen ist. Na, wenn es sich dabei nicht um ein Imperium handelt. Spricht mich definitiv an und gehört einfach in mein Regal.
Ein kurzes Wort zum Lektorat – das wird im Verlauf des Bandes immer besser. Aber zu Beginn sind echt grobe Schnitzer – das/dass ist im zweistelligen Bereich zu finden. Alleine auf Seite 13 haben wir neben einem verkackten „das“ noch „… sie zeige einen Flügel“ und den schicken Grammatik-Klopfer „… die Wärme traf ihn wie einen Hammer.“ Aber das wird von Seite zu Seite solider und wir alle, die wir einmal an einem Roman oder Rollenspielbuch herumgewerkelt haben, wissen, dass das einfach passieren kann. Ich habe zwar eine kleine Träne im Knopfloch, aber das hindert mich nicht daran, der Erzählung weiterhin eine Chance zu geben.

Inhalt
… und das ist auch gut so. Denn hier wird eine ebenso große wie großartige Low Fantasy-Welt vor einem ausgebreitet (dass Westrin schon sehr ähnlich beginnt wie Westeros ist hier tatsächlich Programm). Nicht die Personen, sondern Welt und Geschichte sind hier die Stars und egal, ob wichtige Personen immer mal wieder verschwinden oder ins Gras beißen oder scheinbar unwichtige Personen viel mehr Raum erhalten, als man ihnen eigentlich zugestehen würde, so wird immer in atemberaubendem Tempo weiter erzählt und man kommt gar nicht zum Luft holen (in etwa so wie bei diesem Satz).
Besonders auffällig sind die vielen Nationen und Gesellschaften, die wir in diesem Roman vorfinden – so ist etwa das Imperium graeco-römisch, wir haben Highlander, Orientalen, ein Art „Rumänen“ und sogar Niederländer… Gut geklaut ist eben immer besser als schlecht geklaut und gerade aus dem Rollenspielbereich ist diese Methode ja sattsam bekannt. 😉 Das liegt voll auf meiner Linie, wenn clever mit Klischees gespielt und sie ab und zu gebrochen werden, um nur für noch mehr Verwirrung beim Leser zu sorgen. Witzig bei den ganzen Kulturen ist auch, dass es hier kein Schwarz und Weiß gibt, man weiß nicht, wer „gut“ und wer „böse“ ist. So kommen die Highlander zuerst als „der böse Feind im Norden“ rüber, aber bei genauer Betrachtung sind sie doch die heimlichen Sympathieträger der ganzen Kiste.
Die grobe Handlung ist schnell erzählt. Das Kaiserreich Westrin hat seinen Zenit überschritten und wird nun von drei Seiten in die Zange genommen. Durch die beiden Kinder des Kaisers besteht allerdings noch Hoffnung – diese flüchten vor den unzähligen Feinden und zwar beschützt von einer bunt zusammengewürfelten Truppe (auch hier bemerkt man wieder deutlich Anleihen bei Rollenspiel-Traditionen). Genauer will ich hier nicht werden, denn schließlich will ich euch das Buch gerne ans Herz legen und ihr sollt euch selber durchschmökern. Und jetzt druckt sofort Teil 2, liebe Freunde von Prometheus, denn als PDF-Datei gibt es den schon.

Fazit
Erzählen kann er, der Münter Felix. Ich kann echt nur minimal Pünktchen abziehen, weil die Karte irgendwie schicker und ohen Unterbrechungen gedruckt sein könnte und weil die Charaktere noch etwas definierter herausgearbeitet werden könnten, aber da hier die Erzählung der Star ist, kann man das gut verschmerzen. Wem der Sinn nach clever aufgebauter Low Fantasy steht, der ist hier genau an der richtigen Adresse.
Bewertung
4,5 von 5 eklektische Gesellschaften

[Rezension] Gamer (Kurzgeschichten-Sammlung – Begedia)

… nach Sword & Sorcery gibt es direkt eine weitere Kurzgeschichten-Anthologie – dieses Mal mit Nerd- und Gamer-Geschichten…
Das Cover – (Co) Begedia
Titel: Gamer
Herausgeber: André Skora, Armin Rößler, Frank Hebben
Art: Kurzgeschichtensammlung
Verlag: Begedia
Format: Taschenbuch, A5, 301 Seiten
ISBN: 9-783957-770707
Preis: 16,90 Euro
Link: Begida HP
Gestaltung
Hmmm… Ich weiß ja die Bemühung zu schätzen ein eigenes passendes Cover zeichnen zu lassen und jede Geschichte mit einem passenden Bild zu versehen, aber, liebe Herausgeber, lieber Verlag und liebe Zeichner, die treffen einfach nicht meinen Geschmack. Beziehungsweise braten kilometerweit an meiner Erwartungshaltung vorbei. Ich hatte da mit mehr Klischees, mehr Pixeln und mehr Insidergags gerechnet. Hier regieren eher sanfte Horror-Elemente, ein Tacken Manga und Fantasy-Dali-Experimente.
Inhalt
Enthalten sind satte 15 Short Stories unterschiedlicher Machart und Qualität. Und – ich muss es hier schon sagen – einige habe ich ganz einfach nicht verstanden. Mag aber auch sein, dass das an meinen eingeschränkten geistigen Kapazitäten liegt. Schon beim Checken der Autoren fällt hier auf, dass wirklich die Creme de la Creme der Szene versammelt ist – wahrscheinlich mit Constantin Gillies als Zugpferd.
Da ich heute schreibfaul bin, versuche ich jede Geschichte in einen Satz oder eine Catchphrase zu fassen…
Start New Game (Melanie Ulrike Junge)
Zocken damals und heute!
Butterfly (Christian Günther)
Das wohl kürzeste Abenteuerspielbuch der Welt – lohnt sich „alle“ Lösungswege zu gehen.
Friedensleere (Jan-Tobias Kitzel)
Spielen mit dem höchsten Einsatz.
Galactic Tentacles (Andreas Winterer)
Alter, das hat wohl jeder von uns schonmal beim Spielen von irgendwelchen Space Invaders-Automaten gedacht.
MetaGamer (Thorsten Küper)
Ein Größenwahnsinniger veranstaltet ein Computerspiel im wahren Leben.
Die dritte Stadt (Mike Krzywik-Groß)
MMORPG meets reality! Definitiv schonmal ein Highlight.
50% Shootout: Jeder Zweite wird gelöscht (Sven Klöpping)
Bayerische Kamikaze-Ballerei

Evergreen/Nevergreen (Constantin Gillies)
Gillies schwadroniert durch seine beiden Helden darüber, was uns so Mitte der 80er Jahre beschäftigt hat. Mein Gott, ich komme mir so „zu Hause“ vor.

Cornstalk wird ewig leben (Peter Hohmann)
Wenn das MMORPG ins wahre Leben schwappt… (Irgendwie genau der Gegenentwurf zu „Die dritte Stadt“.
Kaleidoskop (Frank Hebben)
Äh, ja! Hier hat wohl Paul Auster auf LSD zu viel Space Invaders gespielt. Spektakulär strukturiert und clever, aber ich blicke es einfach nicht.
Das Netz der Geächteten (Michael K. Iwoleit)
Ich werde Internet an Stelle des Internets!
War Games – Kriegsspiele (Christian Lange)
Boy meets Girl.
Emukalypse (Niklas Peinecke)
Höchste Quote an Nerd- und Gamer-Zitaten – hatte mir mehr Geschichten in dieser Richtung erwartet.

Beschluss 5/7/90 (Uwe Post)
Der Computer im real existierenden Sozialismus.
Katar 2022 (Armin Rößler)
Fußballgedanken – etwas deplatziert wirkend, da eien andere Art von „Game“, aber definitiv lesenswert.
Fazit
Etwas anders, als ich vorab erwartet hatte, denn der Begriff „Games“ ist deutlich weiter gefasst, als vermutet. Ich habe mit Texten in Richtung Extraleben oder Ready Player One gerechnet, aber hier wird echt ordentlich aufgefahren! Und halten wir das hier mal fest – selbst, wenn ich Texte nicht verstanden haben mag oder wenn sie mir einfach zu abgedreht sind – im Rahmen des gesamten Spektrums an Dingen, die uns Gamer so beschäftigen, fügen sie sich allesamt zu einem harmonischen Ganzen zusammen und ich bin fest davon überzeugt, dass absolut jeder leser, der sich selbst als Gamer sieht, hier an etlichen Geschichten Spaß haben wird.
Meine drei Anlesetipps für halbwegs klassische Online-Spiele-Stories sind Die dritte Stadt, Cornstalk wird ewig leben und Evergreen/Nevergreen.
Darf es etwas weirder oder postmoderner sein, schaut euch mal Kaleidoskop, Emukalypse und Katar 2022 an.
Irgendwie „einfach nur so gut“ sind beispielsweise Start New Game, MetaGamer und War Games.
Bewertung
4,25 von 5 Pixelgrafiken

[Rezension] Blutroter Stahl (Sword & Sorcery Kurzgeschichten – Prometheus Games)

Ach, wenn ich das Ergebnis lese, bin ich doch ganz froh, dass ich keine Geschichte dazu beigetragen habe, wie es ursprünglich angedacht war. Das wäre mir dann doch schlussendlich zu peinlich gewesen, denn die Geschichten, die den Cut geschafft haben, können allesamt was, aber ich greife vor…
Außerdem habe ich gerade in den letzten Wochen sämtliche Conan-Geschichten für den Würfelheld zu Rezensionszwecken gelesen und halte mich für DEN Experten schlechthin, was Sowrd & Sorcery angeht. Das Mahl ist also bereitet.
Das Cover – (Co) Prometheus Verlag
Titel: Blutroter Stahl
Herausgeber: Michael Quay, Ingo Schulze & André Skora
Art: Kurzgeschichten-Anthologie
Verlag: Prometheus
Format: A5, 380 Seiten
ISBN: 978-3-944713-17-5
Preis: 14,95 Euro, 4,99 Euro (PDF)
Gestaltung
Äh, ja! Zuerst einmal stellen sich beim Betrachten des Umschlages drei Fragen:
1. Was macht der Sänger von Rammstein auf dem Bild?
2. Warum hat er so einen doofen Hut an?
3. Und warum, zum Henker, hat er sich sein Schwert in den Kopf gesteckt?
Aber ansonsten hat es alles, was man so braucht, Feuer, einen brutal dreinblickenden Tyen und ordentlich Blut. Auch die Innenillus gefallen mir in ihrer Old-Schooligkeit ausgezeichnet – mit William McAusland wurde gar einer meiner Lieblings-OSR-Zeichner mit ins Boot geholt. Dazu gibt es auch zum Korrektorat wenig zu bemängeln – da habe ich schon weniger saubere Arbeit gesehen.
Bisher ist noch alles in bester Ordnung – wenn jetzt noch die Geschichten was taugen ist alles perfekt.
Inhalt
Insgesamt sind hier satte 15 Kurzgeschichten vertreten, die als Gemeinsamkeit eine Verwurzelung in im Sword & Sorcery-Genre haben. „Sword & Sorcery“! Das bedeutet knapp bekleidete Barbarenkrieger, ebensolche Prinzessinnen, amtliche Schwertkämpfe, durchgeknallte Krötenmonster und fiese Nekromanten. Mal sehen, was ich davon geboten bekomme…
In den Wäldern so still (Christian Günther)
Gor! Genau so muss ein Held heißen! Und wenn er dann noch Spektren den Schaft seiner Axt vor den Kehlkopf rammt, dann ist alles in bester Ordnung. In klassischer „edler Wilder“-Manier beschützt er die Bauerntrampel in einer Herberge mitten im Wald. Auch der Twist am Ende, als er dem Endgegner gegnübersteht, ist sehr klassisch. Ein grundsolider Einstieg, so darf es gerne weitergehen.
Das letzte Lied (Anja Bagus)
Ja, sie kann nicht nur Steampunk, die Frau Bagus. Diese Erzählung geht zwart eher in Richtung „Fahfrd und der graue Mausling!“ als „Conan“, aber auch diese minimal filigranere Variante kann ja durchaus zu S&S gezählt werden. Hier geht es um die Freundschaft zwischen Kal und Eimon und eine Entscheidung, die sich einfach nicht mehr länger aufschieben lässt.
Das Geheimnis des Stahls (Die Voigts)
Ah, jetzt wird es so richtig conanesk! Ein junger Schmied macht sich auf den Weg, um ein Stück Kometenstahl zu finden. Auf dem Weg dorthin erlebt er ganz genau all das, was man als ordentlicher Conan-Epigone erleben muss. Absoluter Anlesetipp, wenn ihr auf wenigen Seiten mal all das erleben wollt, was das Genre ausmacht.

Finde Frieden unter den geborstenen Monden (Thorsten Küper)
Norugay ist ein simpler Maler, der eine gewaltige Invasionsarmee aufhält. Schön hintersinnig und ein gutes Stück von den ausgetretenen Pfaden entfernt. Bisher die größte Überraschung.
Die Rosine im Kuchen (B.C. Bolt)
Drei Küstendämonen (äh, ja, der Versuch etwas ungewöhnlichere Helden an den Start zu bringen) machen sich auf die Suche nach den verschwundenen Mädchen einer nicht näher bezeichneten Stadt – schlussendlich haben wir es mit der Conan-Variante von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu tun.
Die träumende Stadt (Marc Geiger)
Damasus und „die ardanische Kriegerin“ landen auf der Flucht vor den Priestern Amenas in einer scheinbar verlassenen Stadt. Und ja, natürlich gibt es ein mächtiges magisches Geheimnis. Die zweite Geschichte, die sich wirklich sehr eng an den Original-Conan-Geschichten orientiert. Gefällt mir sehr gut bisher der Mix aus klassischen Conan-Geschichten, etwas hintergründigeren im Fritz Leiber-Style und solchen, die die grenzen des Genres ausloten…
Treue (Kay Noa)
Ein recht klassischer Dungeon-Crawl mit dem ebenso klassischen offenen Ende.
Die letzte Schlacht (Tom Daut)
Ein Despot nimmt sein gerechtes Ende – die bisher am wenigsten in den Rahmen passende Kurzgeschichte. An klassischen Klischees kann ich eigentlich nur erbitterte Kämpfe und Verrat erkennen.

(K)ein Held für einen Tag (Gloria H. Manderfeld)
Huiuiui! Orric ist der mit großem Abstand typischste Held in allen Geschichten. Und dann entstammt er auch noch der Fantasie einer Frau. Aber immerhin zeigen ihm die Frauen dieser Welt mal, wo eigentlich der Hammer hängt.
Die Rache (Daniel Isberner)
Orthulis und Orthira sind doch sehr unterschiedliche Geschwister! Der brave Kämpfer für das Gute und die böse Magierin. Leider wird man diese fiesen Magiern ums Verrecken nicht los. Man kennt das ja.
Der Weg einer Königin (Christel Scheja)
Aha! Eine Geschichte mit einer weiblichen Heldin! Geht doch! Kyra geht hier den kompletten Weg direkt aus dem Kerker auf den Königsthron.
Wiedergeburt (Florian Wehner)
Rakor hat echt Glück, dass er die alte Stromberg-Regel beherzigt, nach der ein Chef immer eine Nuss mehr versteckt haben muss als die anderen Eichhörnchen. Bloß, dass es in seinem Fall die entscheidende Unterarmklinge ist…
Der Krähenkönig (Mike Krzywik-Groß)
General Kropka und sein Faktotum Groll sind zwei wirklich schicke Helden. Kropka ist eine Art Conan, der an den späteren Elvis erinnert und Groll sein Gehilfe, der ihn aus den größten Problemen rauspaukt. In diesem Abenteuer machen sie sich auf die Suche nach dem Krähenkönig. Definitiv ein interessantes Duo, von es gerne weitere Geschichten geben darf.
Blutstein (Peter Hohmann)
Oha. Eine Schatzsuche, ein Königsthron und ein Verräter. Gute Komponenten.
Die Welle der Meeresbiester (Torsten Exter)
Zum Abschluss wird dann nochmal alles geboten – hier vermengen sich Elemente von Howard und Lovecraft.
Fazit
Die deutschsprachige Kurzgeschichtenszene brummt ja ohnehin und wenn dabei noch so gute Stories in einem zu Unrecht wenig vertretenen Untergenre herausspringen, dann gefällt mir das umso besser. Ganz ehrlich? Hier ist jede einzelne Geschichte lesenswert und besitzt aus sich heraus eine Daseinsberechtigung.
Bewertung
4 von 5 Conan-Enkel
 

[Rezension] Divine – Auferstehung (Roman Mantikore 2016)

… und gleich hinterher noch ein Roman, den ich auf dem Smartphone lesen „durfte“. Ich bin ja echt mit verdammt geringen Erwartungen an die Lektüre herangegangen – der Klappentext klang einfach zu fad. Auf diese Engel-Dämonen-Kiste mit ein paar beigemengten Vampiren und Werwölfen stehe ich mal gar nicht.
Das Cover – (Co) Mantikore Verlag

Produkt: Divine – Auferstehung
Autor: M. R. Forbes
Verlag: Mantikore
Aufmachung: epub 305 Seiten
Erscheinungsjahr: (März) 2016
Preis: 3,99€ (Kindle), 13,95€ (Taschenbuch)
ASIN: B01CNMXV2G
Gestaltung
epub halt. Hier gibt es nichts zu sehen. Bitte gehen Sie weiter!
Inhalt
Direkt zu Beginn wird der komplett durschnittliche Student Landon bei seinem langweiligen Museumswächter-Job umgebracht und landet im Fegefeuer. Okay, das ist etwas anders, als der durchschnittliche Katholik es sich so vorstellt, aber es ist auf jeden Fall mal der Ort, an dem man ausharren muss, bevor es in Richtung Himmel oder Hölle weitergeht. Leider ist aber ausgerechnet für Landon hier Endstation, denn er ist ein sogenannter „Diuscrucis“, ein Mischwesen, in dem Gut und Böse angelegt sind, das aber keiner der beiden Fraktionen zuzuordnen ist.
Durch diese „Pufferzone“ Fegefeuer bekommt der Kampf Himmel gegen Hölle nochmal etwas Schwung, da man sich als Leser unentwegt fragt, in welche Richtung unser Romanheld sich in Zukunft wenden wird. In diesem ersten Roman verstärkt er allerdings erst einmal die Mächte des Guten, die scheinbar derzeit im ewigen Kampf etwas ins Hintertreffen zu geraten scheinen.
Erzählerisch ist die Erforschung von Welt und Hintergrund wirklich clever gelöst, denn Landon weiß auch nicht, was um ihn herum geschieht und so erfährt der Leser gemeinsam mit ihm immer mehr über die merkwürdige Welt, in die er hineingeworfen wurde und über de Kräfte, die viele Wesen, die heimlich unter uns leben, entfesseln können. Guter Schachzug, der wirklich Spaß macht.
Ebenso wie Gut und Böse werden hier auch Härte und Humor in einem fragilen Gleichgewicht gehalten und ich werde gleich mal recherchieren, wie viele Bände es in dieser Serie gibt…
Fazit
Alter Schwede! Von meiner Erwartungshaltung her war ich hier im Bereich zwischen 1 und 2 Punkten, denn die Thematik ist dermaßen ausgelutscht, dass ich echt gut ohne Vampire, Engel und Dämonen auskommen kann – aber das Teil hier hat mich wirklich überrascht! Ich zücke einzig uns allein nicht die perfekte 5, weil die Personen noch etwas interessanter dargestellt werden könnten – irgendwie sind doch gerade die „Unsterblichen“ irgendwie… nun ja, „unsterblich“ eben. Ein wenig zu sehr „Teflon Billy“. Aber ansonsten macht Forbes hier wirklich alles absolut richtig. Die Grundannahme mit dem Kampf zwischen Gut und Böse ist erprobt und funktioniert, der Transfer in unsere heutige Welt funktioniert gut und die Kämpfe sind knackig. Um es mit den Worten des berühmten Charles Montgomery Burns zu sagen: „Ausgezeichnet!“
Bewertung
4,5 von 5 überraschend gute Vampir-Romane

[Rezension] The Rising 3: Neue Fronten (Mantikore Verlag 2016)

Neue Fronten wird mir immer als der erste Roman sein, den ich komplett als epub auf dem Smartphone gelesen habe. Das geht deutlich besser, als ich vorher angenommen hatte. Und die ersten beiden Bände waren ja als Postapokalypse (endlich mal ohne Zombies) wirklich sehr lesenswert.
Ich warne euch aber jetzt schon – rechnet nicht mit einer abgeschlossenen Trilogie. Ich war zuerst etwas verwirrt, aber hier haben wir es einfach mit einem Band einer länger angelegten Reihe zu tun.

… ab und an bietet der Mantikore-Verlag übrigens für seine E-Bücher granatenmäßige Sonderpreise an – wenn ihr das Teil hier für 99 Cent seht, gibt es wirklich keinen Grund, nicht zuzuschlagen!

Das Cover – (Co) Mantikore Verlag
Produkt: The Rising 3 – Neue Fronten
Autor: Felix Münter
Verlag: Mantikore
Aufmachung: epub, 311 Seiten
Erscheinungsjahr: (März) 2016
Preis: 9,99€ (Kindle), 13,95€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3945493380
Gestaltung
Tja, da kann ich nun wirklich in diesem Fall nicht viel sagen. Bei epub ist ja wirklich nur Text am Start – und der hat nur ein paar vergeigte Umbrüche, aber das ist echt kein Beinbruch und dem Lesevergnügen am kleinen Telefonbildschirm steht nichts im Weg.
Inhalt
Der Roman beginnt mit einer heimtückischen Entführung: In Yard werden Sohn und Tochter von Präsident respektive oberstem General entführt, ihr Leibwächter wird hinterrücks ermordet. Vordergründig besteht die erste Hälfte des Romans nun in einem Kriminalfall – nämlich der Suche nach den Jindern und ihren Entführern. Immer aber steht im Hintergrund die Frage nach der derzeitigen Gesellschaft und ihrer Legitimation. Irgendwann ist dieser Fall dann gelöst und die gesellschaftlichen Misstöne treten in den Vordergrund. Neben viel Action werden auch fast schon staatsphilosophische Fragen gestellt: „Wie weit darf eine Regierung gehen?“ oder „Wie weit muss meine Loyalität gehen?“…
Sorry, dass ich hier nicht weiter ins Detail gehen möchte, aber wer die ersten beiden Teile gelesen hat, wird hier die eine oder andere Überraschung erleben, die ich ihm nicht nehmen möchte.
Fazit
Ein wirklich starker Roman mit interessanten Figuren und zwei komplett unterschiedlichen Teilen. Beide Teile gefallen mir ausgesprochen gut, man darf lediglich nicht mit der Erwartung herangehen, dass man es mit dem Abschluss einer Trilogie zu tun hat – aber das ist wohl eher das Problem von „uns“ fantasygeprägten Lesern.
Es bleibt alles beim Alten – Felix kann gut schreiben und darf gerne weitere Romane in der Reihe veröffentlichen. Punkt!
Bewertung
4 von 5 unerfreuliche politische Entscheidungen

[Sonntags-Interview] Peter Hohmann (Autor)

In der letzten Zeit bin ich beim Rezensieren und Korrigieren immer mal wieder über den Namen „Peter Hohmann“ gestolpert, der zudem noch ein Berufskollege von mir ist – Grund genug, ihn zu einem kurzen Interview zu zwingen…
Zuletzt habe ich den Roman Feywind vor der Brust gehabt:

1. Peter – bei dir bin ich mir nicht sicher: Bist du Rollenspieler?
Jein, würde ich sagen. Früher habe ich ein bisschen DSA gespielt, aber nur ein paar Mal. Ein wenig später hatte ich eine kleine Earth-Dawn-Runde. Ist aber alles schon sehr lange her. So richtig gesüchtelt habe ich bei Computerspielen, Baldur´s Gate, Witcher I,II,III, DSA usw. Aber am Computer ist es natürlich nicht das, was es in einer echten Spielrunde ist. Daher wie gesagt jein … 🙂

2. In der letzten Zeit habe ich so den einen oder anderen Roman von dir bei den unterschiedlichsten Verlagen gesehen. Wie kommt das? Warum hast du keinen „Stamm-Verlag“?
Meine erste Veröffentlichung, die länger war als eine Kurzgeschichte, hatte ich 2010 beim Arcanum-Fantasy-Verlag, der inzwischen leider seine Pforten geschlossen hat. Aus über 180 Einsendungen erzielte ich mit meinem Kurzroman „Weißblatt“dort den ersten Platz. Was aus meiner Novelle nun wird, hängt derzeit in der Schwebe. Aber „Weißblatt“ war die „Initialzündung“ für längere Veröffentlichungen. Bei denen hat mir André Skora alias „Würfelheld“ maßgeblich geholfen. Der ist seit langem eine feste Größe in der Rollenspiel-Szene und kennt auch viele Verleger. Nachdem ich bei einigen seiner Anthologie-Projekte mitwirken durfte, hat er mal bei ein paar Verlagen angeklopft und meine Roman-Skripte vorgestellt. So kam dann eines zum anderen. Inzwischen habe ich bei Begedia meine beiden Bände von Magier des Dunklen Pfades herausgebracht sowie Operation Thule, bei Prometheus Feywind und ab Sommer kommen im Abstand von zwei Monaten drei Bücher beim Atlantis-Verlag heraus, meine erste Trilogie sozusagen. So darf es gerne weitergehen. Das mit einem Stammverlag hat sich also irgendwie einfach nicht ergeben.

3. Du bist ja kein „Profi-Schreiber“, sondern von Hauptberuf Lehrer – wie kannst du das Schreiben und den Job vereinbaren?

Organisation (obwohl ich manchmal ein völliger Chaot bin, nur beim Schreiben nicht) und – das Allerwichtigste – Motivation. Es gibt nur eine einzige Kernfrage, die eigentlich für alles im Leben gilt. Will ich – oder will ich nicht?

4. Wissen deine Schüler, was du nebenbei so treibst? Und wenn ja, wie finden sie das?
Da ich nicht unter Pseudonym veröffentliche, sind die natürlich irgendwann dahinter gekommen. Die finden das interessant. Ab und an lese ich ihnen vor den Sommerferien ein paar Geschichte vor – aber nur, wenn sie mich danach fragen. Ich will mein Geschreibsel wirklich niemandem aufzwingen. Obwohl ich mir überlegt habe, jedem Schüler, der alle meine Bücher vorweisen kann, ein paar Einser zu geben. Das würde die Verkäufe ordentlich ankurbeln. 😉

5. Gibt es in deinen Romanen eine Figur, auf die du besonders stolz bist?

Das ist eine wirklich gute Frage. Müsste ich mich festlegen, würde ich sagen: Feywind. Liegt aber wohl vor allem daran, dass der mich am längsten begleitet hat. Feywind habe ich vor fast zehn Jahren geschrieben, und da war ich schreibtechnisch, sagen wir, etwas eingeschränkter als heute. Somit habe ich das Buch mehrere Male umgemodelt und umgeschrieben und aufgehübscht und so weiter. Umso mehr freut es mich, dass er es – zusammen mit seinem Sidekick Shnurk – zwischen zwei Buchdeckel geschafft hat!

6. Dein Roman „Feywind“ ist ja mit Prometheus bei einem etablierten Rollenspielverlag erschienen. Wer genau soll da die Zielgruppe sein?
Gute Frage, nächste Frage. Da ich den ja, wie bereits erwähnt, am Anfang meiner „Karriere“ schrieb, stellte sich seinerzeit diese Frage gar nicht, da ich mir da keinen sonderlichen Kopf über Zielgruppen gemacht habe. Mir fehlte da die Erfahrung – was nicht heißt, dass ich heute der absolut abgebrühte und mit allen Wassern gewaschene Autor bin. Es gibt immer etwas zu lernen und zu verbessern. Und das ist auch das Reizvolle.

7. Wo siehst du dich als Autor in 10 Jahren?

Bei guter Gesundheit vor meinem PC, mit vielen Ideen im Kopf und bis in die Haarspitzen motiviert. Was den Erfolg betrifft, muss man den immer für sich selbst definieren. Hätte mir jemand damals prophezeit, dass es Verlage gibt, die meine Roman veröffentlichen wollen, hätte ich sofort eingeschlagen und Luftsprünge gemacht. Jetzt ist das eingetreten. Satt bin ich aber noch lange nicht. 🙂 Ich bin ein ständig Suchender. Andere sagen: ein ständig Getriebener. Beides stimmt wohl.

8. Gibt es einen Autor, den du als Vorbild ansehen würdest?
Es gibt einen Autor, von dem ich wirklich jedes Buch gelesen bzw. verschlungen habe, und das ist der 2006 verstorbene David Gemmell. Für mich konnte dieser Mann wie kein anderer eine mitreißende Story mit absolut genialen Charakteren kreieren, die ohne gekünstelt wirkende sprachliche Ausritte auskommt. Vor allem gefällt mir die in seinen Roman vorkommende Badassery. *grins* Es gibt aber viele, viele andere Autoren, die ich ebenfalls super finde. Aber David Gemmell ist wie gesagt mein Favorit.

9. Arbeitest du derzeit an irgendwelchen Projekten, von denen ich unbedingt wissen sollte?
Tja, das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, da man ja nie weiß, ob ein Roman einen Verlag findet oder nicht. Was bei meinem derzeitigen Projekt vielleicht ungewöhnlich anmutet, ist, dass es ein Thriller ist – ganz ohne fantastische Elemente. Hat mich einfach mal gereizt. Bleibt nur abzuwarten, ob das Projekt auch gutgeht. Man wird sehen …

10. Vielen Dank für deine Zeit. Abschließend erhältst du noch die Chance, dein Credo an alle Leser da draußen loszuwerden.
Lest Bücher, genießt das Leben und bleibt gesund!

[Rezension] Operation Thule (Roman)

… und der rührige Gymnasialkollege aus dem tiefsten Süden beschert mir mal wieder eine nette (Schul-)Lektüre…
Autor: Peter Hohmann
Verlag:
Begedia
Format:
Taschenbuch
Seitenzahl:
325
Erschienen: 2015
ISBN:
978-3957-770318
Preis: 12,50
Euro

Nordische Mythologie und Nazis – da macht man nichts verkehrt!
Vielleicht! Denke ich…
Das Cover – (Co) Begedia
Klappentext
‚Dort, wo die Geister hausen, im
dunklen Reich, ruht mein Bruder im Gewand der Ewigkeit, ganz wie ich.
Dieser sagt dir dann, wohin des Weges, tapferer Wanderer!‘
Ein
reisender Wikinger will den Ort gefunden haben, an dem sich Götter-
und Menschenwelt treffen!
Wenn sich dieser lange verschollene
Bericht als wahr herausstellen sollte, konnte das damit verbundene
Geheimnis den Ausgang des Krieges verändern. 

Ein in
altnordisch gehaltener Runentext einer aus der Frühzeit der Wikinger
stammenden Steintafel führt den Archäologen und Sturmbannführer
Rudolf Krieger nach Finnland.

Zum Inhalt
Hier haben
wir mal wieder einen Roman, bei dem es nicht ratsam ist, zu viel zum
Inhalt zu erzählen, denn er lebt von eben jener Handlung.
Ganz grob kann ich aber gerne verraten, dass wir es mit einer recht
krassen Zweiteilung zu tun haben und einem kurzen Zwischenteil, als
die beiden Welten beginnen zu verschwimmen. Zuerst gibt es eine Art
Schnitzeljagd des rücksichtslosen Sturmbannführers Rudolf Krieger
(der eigentlich alles andere ist als ein Krieger) nach nordischen
Götterhimmel und im zweiten Teil befindet sich die nicht sonderlich
homogene Gruppe aus fiesen SS-Schlägern, einer „Hexe“ auf Seiten
der Nazis und ein paar Wehrmachtssoldaten (von denen zwei die
eigentlichen Helden der Geschichte sind) sowie einigen Norwegern, die
sich auf Rachefeldzug befinden, dann eben dort und muss sich den
eigenen Ängsten und Problemen stellen.
Interessant ist hier, wie gut es gelungen ist, in unsere reale Welt
mächtige Magie einzuflechten, ohne, dass es sonderlich stört. Ja,
in den besten Augenblicken blitzt sogar ein hauch Indiana Jones auf.
Fazit
Nuuuun, wie
soll ich es sagen? Als Deutscher tut man sich immer etwas schwer
Geschichten aus der Sicht deutscher Wehrmachtssoldaten zu lesen, und
seien die auch noch so edel und gut und stellten sich gegen die
fiesen SS-Schergen. In diesem Fall
habe ich mich zähneknirschend irgendwann daran gewöhnt und war dann
beim Lesen wirklich gut unterhalten, denn dieser durchgeknallte
nordische Mythen-Schmonses wurde konsequent durchgehalten. Wie schon
an anderer Stelle festgestellt, hat dieser Hohmann eine wirklich
unterhaltsame Schreibe und empfiehlt sich wirklich für Größeres…
Bewertung
4 von 5
Runentafeln