Der Gratisrollenspieltag (GRT) in Koblenz

Am letzten Samstag, dem 23.03.2019, war es zum siebten Mal so weit – der Gratisrollenspieltag fand im deutschsprachigen Raum statt und nach zwei Jahren Abstinenz war auch Koblenz mal wieder am Start. Vor Jahren gab es mal drei Veranstaltungen hier, aber die ZUNFT ist eider nicht mehr so aktiv (existiert sie noch?!?) und der CTU hat seine Ambitionen aufgegeben, Rollenspiele ins Programm zu nehmen. Schade, aber verständlich. Und so hielt in diesem Jahr wieder der Zeitgeist die GRT-Fahne hoch. Und auch wenn man da noch mehr Betrieb machen kann, hatte Betreiber Stephan bei Facebook die Werbetrommel angekündigt und sich um das Paket bemüht.

Dazu muss man vielleicht mal auf diesen ebenso exzentrischen wie krassen Laden eingehen, denn das Zeitgeist ist voll und ich meine VOLL mit Kram. Hier gibt es einfach alles, was das Nerdherz begehrt. Man muss es nur finden und auf dem Weg dahin nicht zu viele Dinge zerstören. Ich biun imer froh dass ich nur normaldicker Nerd bin, wenn ich dort auf der Jagd nach Schätzen bin. Und im Ernst – hier gibt es Rollenspiele, Brettspiele, Kartenspiele, Comics, Manga, Anime, Merchandise – ALLES!!! Verdammt nochmal ALLES! Was es nicht gibt ist Platz. Ich hatte für 11:30 und 14:00 Uhr Demorunden angesagt und stand noch um 11:40 verloren im Laden herum und dachte es würde nix mehr abgehen. Aber dann…

… kamen mit Tina und Christoph (Christof) zwei Indie-Spezis und Tobias, der Pokemon-TCG-Superstar, den ich schon von einer Summoner Wars-Turnier -Reihe vor etwa 5792759 Jahren kannte, stand auch bereit, um sich rollenspielerisch zu versuchen. Tina hatte sich schon im vorhinein bereit erklärt, das Schummelabenteuer zu leiten, das auch in der GRT-Kiste vorhanden war, zu leiten und so verzichtete ich auf meine Labyrinth Lord-Demorunde und wir haben zu viert (später zu fünft, als Michi noch dazustieß) ein Schummelabenteuer gespielt, das mir überraschend viel Spaß gemacht hat. Beim Schummelabenteuer spielt man einfach kooperativ ein selbst erfundenes Abenteuer im Spielbuch-Style. Ein Titel wird erwürfelt und jemand beginnt die Erzählung – an Gelenkstellen werden dann von den MitspielerInnen Möglichkeiten genannt, wie das Abenteuer weitergehen kann. Den spektakulären Würfelmechanismus erspare ich euch, aber es macht hier großen Spaß mit Klischees zu spielen, sie mal zu brechen und ein anderess Mal gnadenlos auszuspielen.

Wir haben uns dann mit unserer kleinen Heldin todesmutig in die Feste des Verderbens gewagt, um den untoten Warlock aus dem Weg zu räumen. Dass der Auftrag von einem düsteren Typen mit Kapuze in einer ebenso düsteren Ecke einer Kneipe kam, muss ich wohl nicht extra erwähnen, dass aber eine immervolle Milchkanne, eine Draisine und ein augetrennter Rocksaum mit unserem schlussendlichen Erfolg zu tun haben, ist schon eher ungewöhnlich. Mindestens genau so ungewöhnlich endete auch das Abenteuer, aber was soll ich sagen? Fun was had! Ich werde das ganz sicher in Zukunft noch öfter spielen, wenn ich mal mit ein paar Leuten ein Stündchen verplem… äh… sinnvoll füllen muss! Großer Dank an alle MitspielerInnen!

Um 14 Uhr habe ich dann „Portal unter den Sternen“ geleitet. Ein Einsteigerabenteuer, ach was, DAS Einsteigerabenteuer für das Dungeon Crawl Classics-Rollenspiel. Ich hatte so mit 5 MitspielerInnen gerechnet, aber es wurden dann doch 8. Gut, dass ich nicht gut zählen kan n und zu Hause 11 Charakterbogenblätter mit je 4 Charakteren der Stufe 0 ausgedruckt hatte. Aufgrund der gigantischen Anzahl an 32 Charakteren, die sich in den Eingang das Dungeons drängelten, wusste ich schon vorher, dass die Spieler das Abenteuer zu einem guten Ende bringen würden, da sie die Gegner mit ihrer schieren Übermacht in den Schlund der Hölle stoßen konnten. Okay, eine Stelle gibt es immer, die Knackpunkt sein kann, aber bei so vielen SpielerInnen war es auch klar, dass irgendwer die richtige Idee haben würde – was schließlich auch so kam. So bestand mein Ziel dann auch einfach darin Spaß zu haben und möglichst ein paar Charaktere in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Wenn die anderen am Tisch sich etwas amüsieren würden, wäre es sicher auch niocht verkehrt. und so hatten wir am Tisch neben mir einen Rollenspielveteranen, drei Spieler, die immerhin mehrere Systeme kannten, eine Spielerin, die „schon einmal irgendsowas gespielt hatte“ und drei Frischlinge (zwei Herren, deine Dame). Tja, was soll ich sagen, alles lief wirklich flüssig, der Obermotz wurde besiegt – nicht zuletzt durch eine Attacke mit einem Eselstreitwagen, die ihrem Spieler dann auch am Ende den roten Ribbon für „DCC KILL“ einbrachte – ich verteilte etwas Swag, blaue Ribbons für die anderen TeilnehmerInnen, DCC-Druckbleistifte und DCC-Lesezeichen und ich glaube es war niemandem so richtig langweilig.

Jetzt hätten alle ihrer Wege gehen können, aber ich unterhielt mich noch mit einigen SpielerInnen und mit Ladenboss, Stephan – und es ist glatt möglich, dass mit dieser Runde die Keimzelle für eine zulkünftige regelmäßige Rollenspielrunde im Zeitgeist geboren wurde. (Zu der natürlich eingeladen wäre, wer sich eingeladen fühlte.)

Aaaaaaaußerdem habe ich neben der Tatsache, dass es jetzt ein zum Laden gehörendes Spielezimmer gibt, entdeckt, dass dazu auch eine riesige, riesige Veranda gehört – ich hätte fast Lust, das nächstes Jahr richtig konzentriert und größer aufzuziehen und ein GRT-Grillen zu institutionalisieren.

Hell-Yeah!

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