[Rezension] Joe Haldeman – Soldierboy (Roman – Mantikore Verlag)

Herrje. Ich werde einfach nicht jünger. Ich habe den aktuellen Mantikore-Roman gelesen und in meinem
Unterbewusstsein rumorte es ständig: „So was Ähnliches hast du schon gelesen – vielleicht genau diesen Roman! Aber wo? Wann? Ach was! Du musst dich irren!!
Aber nein, ich hatte Recht und kannte den Roman schon, denn ich empfand ihn schon beim Lesen des fetten Dreierbandes „Der ewige Krieg“ als das Highlight des Sammelbandes, nur hieß die Geschichte da „Der ewige Frieden“. Aber sei es wie es sei, das Teil ist so gut, das ich ihn einfach nochmal verschlungen habe…
Titel: Soldierboy
Autor: Joe Haldeman
Übersetzung: Verena Hacker
Art: Roman
Verlag: Mantikore
Format: Taschenbuch, broschiert, 560 Seiten
ISBN: 978-3-939212-57-7
Preis: 12,95€
Link: Manti-Shop
Gestaltung
Ich kann es nur immer wieder schreiben – die Mantikoristen können Umschläge mittlerweile echt gut – auch im Inneren ist das Layout sauber und in seiner Aufgeräumtheit gut lesbar und die Zahl „echter Fehler“, die dem Korrektorat durchgeflutscht sind, befindet sich im einstelligen Bereich.
Inhalt
Wir haben es hier nicht direkt mit einem Nachfolgeband zu „Der ewige Krieg“ zu tun, sondern es handelt sich nur um ein loses Fortführen der Grundideen…
Also gut: Die Welt ist in zwei Gruppierungen zersplittert, die
einen unbarmherzigen Krieg führen. Im Grunde genommen ein Weiterdenken
des Nord-Süd-Konfliktes. Der Held des Romans kämpft auf Seiten des
reichen hoch technisierten Nordens und ist Teilzeit-Unidozent und
Teilzeit-„Soldierboy“-Lenker, denn der Großteil des Krieges wird von
Seiten der Reichen mit Kriegsrobotern geführt, die jeweils in
Zehnerteams von per Buchse zusammengekoppelten Operatoren gelenkt
werden.
Ein klandestiner (Ha! Das Wort wollte ich schon
immer mal verwenden) Kreis um den Helden Julian und seine Freundin Amelia herum stellt
fest, dass Menschen, die über längere Zeit hinweg so miteinander
verkabelt sind, automatisch zu Pazifisten werden und entwickeln einen
Plan, wie man die gesamte Menschheit zu einer miteinander in Frieden
lebenden Zivilisation umwandeln kann. Natürlich kann auch das nicht ganz
ohne Gewalt und Verluste abgehen – gerade dieses Gedankenexperiment ist
hoch interessant mitzuverfolgen und regt zum Nachdenken an – auch noch im Jahr 2015.
Was mir dann aber leider zu kurz kommt, ist die
Schilderung der Geschehnisse nach dem Staatsstreich – ich finde dazu
hätte man noch einen kompletten Roman schreiben können, da geht dann
nach langer Vorbereitungszeit alles hoppladihopp. 
Fazit
Tolles Ding! Action, fortschrittliche Technik und jede Menge sozialethischer Fragen, für mich persönlich das bisherige Haldeman-Highlight.
Und wer sich nicht den fetten Sammelband leisten will und hier den Folgeroman auf „Der ewige Krieg“  in größer und übersichtlicher gelayoutet haben will, sollte direkt zuschlagen!
Bewertung
4,5 von 5 Soldierboys

Ein Gedanke zu „[Rezension] Joe Haldeman – Soldierboy (Roman – Mantikore Verlag)“

  1. Ging mir mit dem dejavue genauso. Allerdings habe ich dann vor dem Kauf doch noch gemerkt, dass ich genau diesen Roman schon mal gelesen hatte.
    Auch hier widmet sich Haldeman wieder gekonnt den Themen Krieg und Frieden.

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