DSA-Vorlesetextwettbewerb: Die Bepunkteten

Für die jeweilige Platzierung der Beiträge bei den einzelnen Juroren gab es Punkte – und zwar 5 Punkte für Platz 1, 4 für Platz 2, 3 für Platz 3, 2 für Platz 4 und immer noch 1 Punkt für Platz 5.

Folgende Beiträge konnten punkten, haben es aber nicht auf das Podium geschafft.

2 Punkte hat Boni eingefahren:
Boni
„Die Praiosscheibe steht hoch
am Himmel, als ihr den Abstieg beginnt. Unter euch liegt euer Ziel
kartengleich vor euch ausgebreitet, das Tal bedeckt von dichtem,
grünen Wald. Über dem dichten Laub flimmert die Luft in der
sengenden Hitze des Rondramonds.
Mit jedem Schritt, den ihr dem
Talkessel entgegen schreitet, wächst euer Gefühl der Bedrückung.
Die Bäume ragen bedrohlich vor euch auf, und unter ihrem dichten
Dach herrscht ewiges Zwielicht. Doch die Stille ist es, die eure
Unruhe ins unermessliche steigert.
Unbewusst wandern eure Hände
zu euren Waffen, greifen die Magierstäbe fester, suchen eure Blicke
den Waldrand ab. Schließlich führt euer Pfad in das Zwielicht, das
ihr mit einem traviagefälligen Stoßgebet auf den Lippen betretet.“
3 waren es bei:
Denny von Roux
Als ihr erwacht,
fühlt ihr euch als hätten die Auerochsen auf eurem Leib gegen die
Wölfe ein Immanturnier ausgetragen. Das euch umgebende, Ehrfurcht
gebietende Zwielicht drückt düster auf euer schwaches Gemüt. Ihr
versucht euch zu bewegen, doch die starren Fesseln an euren schlaffen
Armen und euren schmerzenden Beinen wollen euch diese Genugtuung
nicht gewähren. Völlig unvermittelt tritt eine knapp acht Spann
große, wirr bepelzte, gebeugte Gestalt auf euch zu und erhebt ihre
dürre Fistelstimme: „ Ihrr in Sulak Heim eingetrungen. Jedzt eusch
Oval Kurim und Mutter Sau strafen werden. Wierr Sulak mätschtig!“
Bei den Göttern geht es euch durch den Kopf das kann ja heiter
werden und ihr hattet noch nicht einmal euer köstliches Frühstück
beendet.
und (trotz
deutlicher „Unterlänge)
Oliver „Master Li“ Roehrer
Ihr steht nach
einem langen zehrenden Marsch endlich vor dem ersehnten Ziel. Die
Reise hat Euch allerlei Unbill gebracht, aber nun steht Ihr auf einem
kleinen unscheinbaren Hügel. Und im Licht der untergehenden
Praiosscheibe seht Ihr vor Euch, nun in Rot getaucht, das, was Ihr so
lange gesucht habt. Ihr fühlt neuen Mut in Euch aufsteigen, die
Entbehrungen der letzten Tage vergessend, nähert Ihr Euch der
Zitadelle. Sie ist von imposanter Bauart. Hoch wie die höchsten
Bäume und ehrfurchterregend. Ihr fühlt Euch beinahe schon klein und
unbedeutend ob der gewaltigen Macht, die Euch hier entgegen steht.
Ihr nähert Euch, nach so langer Reise alle Vorsicht vergessend.

Mit 4 Punkten
äußerst dicht am Stockerl finden sich gleich 5 TeilnehmerInnen –
man sieht, wie verdammt eng es war!
Klaus Westerhoff
Trotz der
unerträglichen Hitze der Kohlebecken rinnt kalter Schweiß von eurer
Stirn. Vorsichtig lugt ihr von eurem Versteck zu der Echsenhorde, in
deren Mitte der Priester Q’azzt sein Ritual mit dem gestohlenen
Karfunkel beginnt. Das Zischen seines Gefolges schwillt erregt an,
während ihr weiter versucht, näher an den Geschuppten
heranzukommen. Doch stets prescht aus dem Gewimmel ein ekstatisch
tanzender Achaz in eure Nähe und lässt euch in eurem Versteck
verharren.
Auf dem Gipfel des Ritus rammt sich Q’azzt plötzlich
mit einem kehligen Schrei den Karfunkel in die Brust. Sein Gefolge
verstummt, als die Macht des Steins in ihn eingeht und sein Körper
zu wachsen beginn. Erhaben türmt sich der grässliche
Schlangenkörper auf; und mit einem jähen Ruck wendet sich sein
kalter Blick euch zu – bei den Zwölfen, ihr seid entdeckt!
Verzweifelt springt ihr auf und rüstet euch zum Gefecht.
Gudrun
Mit zitternden
Händen öffnet ihr das morsche alte Tor. Ekelerregender Gestank
schlägt euch entgegen und nur mit großer Mühe könnt ihr den üblen
Brechreiz unterdrücken. Ein böses Knurren aus der
undurchdringlichen Schwärze jagt euch einen tiefen Schrecken ein,
doch ihr reißt euch zusammen und steigt pochenden Herzens die
ausgetretenen Stufen hinab in das modrige Dunkel. Staubige Spinnweben
streichen über eure schweißnassen Gesichter. In der finstersten
Ecke seht ihr dann das riesige Ungetüm über den bleichen Gebeinen
kauern, die gelben Reißzähne drohend gebleckt. Gleich wird es mit
einem enormen Satz auf euch zuspringen, um seine geifertriefenden
Fänge in eure nackten Hälse zu schlagen. Die blanke Vernunft
obsiegt und Ihr zieht euch zurück.
sir_paul
Dunkler Sirup rinnt
durch deine Finger. Langsam, fast schläfrig tropft der rote Saft in
den körnigen Sand und schafft dort Kunstwerke nie gesehener
Qualität. Alles verschwimmt. Plötzlich formen sich grausamen
Szenerien und schier unbeschreibliche Angst zerreißt deinen Geist.
Alle, die du sinnlos ermordet hast, hilflos im Todeskampf gefangen.
Blutige Gedärme drängen sich durch die schrecklichen Wunden, Hände
zucken hilflos, eitrige Galle wird ausgehustet, Augen erfüllt von
Angst in Angesicht des Todes. Dann riechst du es, unerträglicher
Rosenduft, Mutter! Du spürst wieder den unsagbaren Schmerz auf
deinem Rücken, hörst nochmals die Peitsche schlangengleich durch
die Luft schneiden. Sie schreit: „Nie wieder wirst du mich
enttäuschen, nie wieder.“ Bevor die Dunkelheit dich umschließt,
flüsterst du: „Tut mir leid… ich glaubte… Vater tot… als ich
ihn verließ.“

Graf Hardimund
Fahl ergießt sich
der Schein des Madamals über die Stadt, die niemals schläft, und
die nun doch für wenige Stunden in Boron gefälliger Stille liegt.
Bald schon wird die Praiosscheibe die Nebel aus den Gassen Khunchoms
vertreiben. Doch was ist das? Über die nachtschwarzen Dächer huscht
ein Schatten, lautlos und geschmeidig wie ein Phexenspanther. „Was
ist denn ein Phexenspanther?“, fragt ihr. Aber das kann euch der
Meister auch nicht sagen. Hektisch fliegen seine Augen über die
Seite, wie von Logramoth gehetzt blättert er durchs Abenteuer. „Das
steht da nicht. Hat mal wer die Zoobot?“, stammelt er. Flehend
wendet er sich an die Helden: „[Name des Spielers, der sich am
besten auskennt], sag doch mal.“ Alles vergebens – die Stimmung
ist dahin.
Edvard Elch
Völlig
durchnässt und zitternd vor Kälte sitzt ihr auf dem Floß und freut
euch, dass ihr die mörderisch schäumenden Stromschnellen hinter
euch gelassen habt. Held, der knapp dem Tod in den eisigen Fluten
entronnen ist, hustet immer noch Wasser. Ihr folgt einer leichten
Biegung des Ingvals, als sich der Wald, der die Ufer bisher dicht
gesäumt hat, zurückzieht und den Blick auf eine atemberaubende
Landschaft freigibt: Eine Meile ragen die strahlend weißen
Kalkklippen von Hallerû von dichtem Wald gekrönt in den blauen
Himmel. Ihr lasst euch treiben, den Kopf ehrfürchtig in den Nacken
gelegt, von der Schönheit des Anblicks gebannt. Fast bemerkt ihr
nicht, dass die Strömung wieder stärker wird und euch auf die
nächsten Stromschnellen zu treibt.
Mittwoch gegen
Abend oder am Donnerstag geht es dann weiter mit dem „großen
Finale“!

Ein Gedanke zu „DSA-Vorlesetextwettbewerb: Die Bepunkteten“

  1. Ich sach nur: Perlen aventurischer Dichtkunst! Allesamt! Rohal hätte geweint, wenn er DAS hätte lesen dürfen.
    Mein persönlicher Favorit ist hier der Text von Graf Hardimund! Klasse Idee!

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